Mittwoch, 28. Juni 2017

Plisch und Plum von Wilhelm Busch

Plisch und Plum von Wilhelm Busch

In der Geschichte Plisch und Plum von Wilhelm Busch geht es um zwei Hunde und zwei Jungen, welche die Hunde vor dem Ertrinken retten, denn ihr eigentlicher Besitzer schmiss sie in einen Teich um sie ertrinken zu lassen. Die Jungs nehmen ihre Hunde mit nach Hause, wo die Eltern erst einmal nicht so sonderlich begeistert sind, sich aber dem Willen ihrer Kinder fügen. Die Hunde fressen den Abendessentisch leer und der Mann, der zuvor die Hunde versuchte zu töten, Schlich mit Namen, ist schadenfroh. Als die Jungs dann zu Bett gehen, meinen die Hunde, dass es sich ebenfalls um ihre Betten handelt und klettern in diese bis sie rausgeschmissen werden. Deshalb machen sie sich über die Kleidung der beiden Knaben her, was der Vater nicht gut findet. Dieser will die Jungs schlagen, allerdings hält ihn die Mutter davon ab. Die Hunde müssen unterdessen in die Hundehütte und als sie die Jungs in den Dreck stoßen bei ihrem Spiel, den Garten der Nachbarin zurichten und einen Vorbeigehenden attackieren, meint man schon fast, dass die beiden nichts mehr entzweien kann bis eine Hundedame daherkommt. Über diese streiten sich Plisch und Plum, was dazu führt, dass sich auch Peter und Paul, die Jungs streiten und prügeln, denn das leckere Abendessen liegt auf dem Boden und sie beginnen die Hunde zu prügeln. Der Vater will die Jungen bestrafen und geht auf sie los, was dazu führt, dass die Jungs ihre Hunde anketten müssen. In der Schule lernen sie vom Lehrer die Bestrafung mit dem Rohrstock, die sie nun auch bei ihren Hunden anwenden, die daraufhin beginnen brav zu werden und sogar Kunststücke lernen.
An dieser Geschichte von Wilhelm Busch Plisch und Plum merkt man, wie schnell sich ein gewaltsamer Erziehungsstil verbreiten kann. Die Kinder, die zuhause schon mehrfach beinahe verprügelt worden waren, werden in der Schule vom Lehrer gezüchtigt und kommen dann auf Idee so auch ihre Hunde zu erziehen. Mir will einfach nicht in den Kopf, wie man aus körperlicher Züchtigung solch einen Schluss ziehen kann, denn sicher kann man sich wohl sein, dass ihnen diese nicht gefallen hat. Vielleicht liegt es einfach daran, dass sie sich vorher so oft über ihre Hunde geärgert haben und die beiden haben ja auch wirklich viel angestellt, aber der erzieherische Wert, den Wilhelm Busch hier deutlich macht, ist heute nicht mehr angemessen. Die Jungs werden geschlagen, benehmen sich gut, sehen beinahe aus wie gut erzogene, junge Herren und züchtigen daraufhin sogar ihre Hunde, welche nicht aus der Ordnung ausbrechen und nicht nur hören, sondern sogar dazu in der Lage sind, Kunststücke, wenn auch nur kleine, zu erlernen, obwohl sie vorher nicht einmal an einem Garten vorbeigehen konnten ohne diesen zu verwüsten. Alles in allem hat mir die Geschichte Plisch und Plum von Wilhelm Busch nicht wirklich gefallen, denn abgesehen von den bisweilen recht brutalen Motiven und dem schadenfrohen Herrn Schlich, ist auch die Pädagogik und der Erziehungsstil schon nicht mehr fragwürdig, sondern im höchsten Grade verwerflich, sodass ich diese Geschichte nicht weiterempfehle.

Sonntag, 25. Juni 2017

Inhaltsangabe: Absurda Comica oder Herr Peter Squenz von Andreas Gryphius

Inhaltsangabe: Absurda Comica oder Herr Peter Squenz von Andreas Gryphius

In dieser Komödie von Andreas Gryphius „Absurda Comica oder Herr Peter Squenz“ geht es um einen Lehrer, der versucht ein Stück zu schreiben. Er schreibt es zusammen mit einem Bekannten, gemeinsam mit einigen Handwerkern soll dieses Stück der königlichen Familie vorgeführt werden. Im ersten Akt sprechen die an dem Stück beteiligten Personen darüber wer für welche Rolle am Besten geeignet sei und entwerfen das Stück, das sie dem König und seiner Familie am Hof vorspielen wollen.
Im zweiten Akt spricht Peter Squenz beim König vor, diesem wurde zuvor eine Liste mit einigen Schauspielen vorgelegt, aus welchen er eines auswählen darf, damit ihnen dieses von den Schauspielern vorgeführt wird. Allerdings beherrscht die Truppe nur ein einziges Stück weshalb Peter Squenz einige Ausreden und Entschuldigungen erfinden muss, weshalb die Stücke nicht aufgeführt werden können. Letztendlich entscheidet sich der König dann für das von Squenz bearbeitete Stück „Pyramus und Thisbe“.
Im dritten Akt wird dann das Stück aufgeführt, allerdings stellen sich die Schauspieler nicht besonders gut an und vertauschen die Reime am Ende der Verse und verwechseln ihren Text. Auf dieses Ungeschick reagieren die Handwerker indem sie sich auf der Bühne streiten und sich sogar schlagen. Der König und seine Familie sind belustigt und bezahlen die Schauspieler gut für ihre nicht gerade gute Leistung.

Mittwoch, 21. Juni 2017

Fips der Affe und seine lustigen Abenteuer von Wilhelm Busch

Fips der Affe und seine lustigen Abenteuer von Wilhelm Busch

Fips wird von einem Mann festgehalten, der ihn aufessen will, Fips will das aber nicht mit sich machen lassen und so lässt er dem Mann von einem Baum die Nase abreißen. Danach will ein Mann Fips einfangen, dieser schleppt ihn mit und verkauft ihn an einen Friseur. Der Friseur ist nicht besonders glücklich mit Fips, da dieser einen seiner Kunden übel zurichtet. Dann klaut Fips aus einer Bäckerei Gebäck und von einem Herren gefangen. Dort ärgert er das Kindermädchen Jette, welche ihrerseits den Fips geärgert hatte. Auch mit der Katze und dem Hund aus der Familie kommt er nicht klar und so fetzen sich die Drei hin und wieder. Am Ende spielt Fips noch auf einem Klavier und die Katze und der Hund jaulen dazu, damit ist der Besitzer überhaupt nicht glücklich.
Ich muss sagen, dass mir diese Geschichte nicht wirklich gut gefiel, denn hier werden die Katze und der Hund unnötig gequält und da ich Tiere – und vor allem Hunde und Katzen – sehr gerne mag, mochte ich diese Geschichte überhaupt nicht. Natürlich lässt sich jetzt sagen, dass Fips nur so viel anstellt, weil ihn nie jemand Moral gelehrt und erzogen hat. Das war natürlich sehr schade, denn es führt dazu, dass er sich überhaupt nicht benimmt. Auch, dass man ihn nur mit Prügeln straft und er sonst keinerlei Strafen kennt, ist natürlich schade und tragisch, denn eigentlich müsste man an dieser Stelle auch mit dem Affen Mitleid haben, der ja nun mal nichts für sein Verhalten kann, aber dennoch hart dafür bestraft wird. Vielleicht ist Fips auch einfach leichtsinnig und macht gerne Unsinn, das wäre auch noch eine Möglichkeit, aber wenn man bedenkt, wie die Geschichte anfängt, wirkt es nicht so. Denn er wird dazu getrieben sich gegen die Menschen zu wehren, die ihnen entweder aufessen oder fangen und verkaufen. Am Ende sind es dann zwar andere, die unter diesem Verhalten zu leiden haben, natürlich von Fips einmal abgesehen, kann der Kunde des Friseurs nichts dafür wie Fips zuvor behandelt wurde und dennoch wird gerade ihm das Ohr abgeschnitten. Man kann also natürlich erzieherisch und moralisch so einiges aus dieser lustigen Bildergeschichte lernen, wobei ich sie nicht wirklich lustig fand, aber vielleicht traf sie den Humor der damaligen Zeit. Wilhelm Busch ist ja in den meisten (zumindest in den Geschichten, die ich bisher von ihm gelesen habe) nicht zimperlich mit seinen Figuren, welche entweder tot oder zumindest verletzt enden.
Alles in allem ist Fips der Affe und seine lustigen Abenteuer keine besonders erbauliche Geschichte, kann aber vielleicht Spaß machen aber man lernt auf jeden Fall etwas aus ihr, wenn ich auch noch nicht sicher bin, was genau, sodass ich sie nicht unbedingt weiterempfehlen würde.

Sonntag, 18. Juni 2017

Rezension: Absurda Comica oder Herr Peter Squenz von Andreas Gryphius

Rezension: Absurda Comica oder Herr Peter Squenz von Andreas Gryphius

Die Inhaltsangabe zur Komödie „Absurda Comica oder Herr Peter Squenz“ von Andreas Gryphius findet ihr oben.
Da diese Komödie „Absurda Comica oder Herr Peter Squenz“ aus der Mitte des 17. Jahrhunderts stammt, ist die Sprache doch ein bisschen gewöhnungsbedürftig und schwieriger zu verstehen, wobei ich aber nach ein bisschen Recherche herausfand, dass ich wohl alles wichtige verstanden hatte. In der Reclamausgabe finden sich verschiedene Begriffserklärungen, welche dafür sorgen, dass man einige unklare Wörter besser versteht, was vor allem an einer Stelle relativ wichtig war, denn dort hatte sich die Wortbedeutung derart verändert, dass man, wenn man die Aussage wörtlich genommen hätte, genau das Gegenteil verstanden hätte.
Mit den Figuren konnte ich mich nicht so wirklich identifizieren, denn diese werden nur recht oberflächlich beschrieben, was vielleicht auch mit an der alten Sprache liegt. Außerdem ist es für den Autoren nicht wichtig, dass er die Figuren gut ausarbeitet, denn es sind nur Stereotypen, die dort aufgezeigt werden. Hier findet man schlichtweg eine Kritik an den ungebildeteren Ständen, welche versuchen sich größer zu machen und versuchen sich selbst als gebildeter darzustellen als sie es sind.
Im heutigen Kontext könnte man auch eine Königs- oder Adelskritik darin lesen, denn der König macht sich mit seiner Familie lustig über die Handwerker, obwohl er zuvor schon ahnt, dass sie es nicht besonders gut hinkriegen werden dieses Stück aufzuführen.
Wir finden in diesem Stück ein Stück, denn die Personen planen ein Theaterstück, das sie aufführen wollen. Diese doppelte Erzählebene finde ich total spannend und interessant.
Insgesamt ist diese Komödie „Absurda Comica oder Herr Peter Squenz“ von Andreas Gryphius natürlich schon recht alt und dementsprechend ist die Sprache schwierig zu verstehen. Allerdings sollte man diese Komödie nicht zu leicht nehmen und damit rechnen, dass man nicht alles auf den ersten Blick versteht, aber wem das nichts ausmacht, der kann damit zumindest ein bisschen Spaß haben, sodass ich dieses Theaterstück gerne weiterempfehle.

Mittwoch, 14. Juni 2017

Hans Huckebein der Unglücksrabe von Wilhelm Busch

Hans Huckebein der Unglücksrabe von Wilhelm Busch

Hans Huckebein der Unglücksrabe von Wilhelm Busch ist eine Geschichte, die aus vier recht kurzen Geschichten besteht. Die erste Geschichte heißt Hans Huckebein der Unglücksrabe, in dieser geht es um einen Raben, der von einem kleinen Jungen eingefangen und nachhause gebracht wird. Dort streitet sich der Rabe mit einem Hund und einer Katze, womit sie einiges in Unordnung bringen, so stößt der Rabe einen Eierkorb um, dann einen Krug mit Wasser, auch schmeißt er einige Teller aus einem Regal und verschmutzt die weiße, saubere Wäsche. Am Ende betrinkt er sich mit einem Wein, den er auf einem Tisch findet, außerdem torkelt er dermaßen, dass er sich in den Stricksachen, der Dame des Hauses verfängt, womit er sich selbst erhängt.
In der zweiten Geschichte Die kleinen Honigdiebe von Wilhelm Busch versuchen zwei Buben Honig zu stehlen, allerdings werden sie bei dem Versuch von Bienen gestochen, sodass sie ganz geschwollene Gesichter haben.
Die dritte Geschichte heißt der Hahnenkampf, in ihr geht es um zwei Hähne, die sich um einen Topf voll Brühe streiten, womit sie in den großen Topf fallen, als dann der Schnauzer kommt, vertreibt er die Kampfhähne, und so ist er es, der alleine etwas von dem Futter hat.
In der vierten und letzten Geschichte, die Eine milde Geschichte heißt, geht es um einen Betrunkenen, der auf dem Heimweg über einen Karren stolpert, als er endlich zuhause ist, legt er sich in den Teig, doch in diesem droht er zu ertrinken. Als er in Panik gerät, fällt er gemeinsam mit dem vorbereiteten Teig, der über Nacht gehen sollte, zu Boden. Sie befreit ihren Mann von dem Teig, kann nun aber nicht mehr backen.
Diese Geschichten sind alle zusammen 20 Seiten lang, wobei die erste, was man vermutlich auch an der Länge der Inhaltsangabe sieht, mit 12 Seiten mit Abstand die längste ist. Die anderen drei Geschichten sind jeweils zwei bis drei Seiten lang. Alle gehen mehr oder weniger schlecht aus für die Protagonisten. Vor allem Hans Huckebein, der von einem Kind eingefangen wird, endet ziemlich schlecht, da er sich aus Versehen in betrunkenem Zustand am Strickzeug erhängt. Er kann nichts dafür, denn weder ist er selbst dort eingedrungen, noch hat er sich den Wein geholt oder das Strickzeug dorthin gelegt. Auch für die anderen enden die Geschichten nicht besonders gut. Die beiden Jungs, die den Honig stehlen, müssen unter ihrem eigenen Fehler leiden. In der dritten Geschichte müssen auch die beiden Streithähne unter ihrem Fehler leiden, in der letzten Geschichte leiden sowohl der Mann als auch die Frau unter dem Fehler des Mannes, denn dieser ist über und über mit Teig bedeckt, die Frau hingegen hat sich die Mühe mit dem Teig ganz umsonst gegeben und muss nun auch noch ihren Mann mitten in der Nacht vom Teig befreien. Insgesamt weiß ich nicht so recht, was ich davon halten soll, denn natürlich verdienen es Jungs, die Honig stehlen wollen, durchaus eine kleine Strafe dafür, denn es ist ja nun wirklich nur eine temporäre Strafe, aber sowohl die Frau als auch der Rabe, konnten nichts dafür, sodass eine Strafe unfair ist. Alles in allem ist diese Geschichte Hans Huckebein der Unglücksrabe nett, aber nichts besonderes, sodass ich sie für ein paar langweilige Stunden zwar durchaus empfehlen kann, sie aber nicht zum Kauf empfehlen.