Montag, 20. Mai 2013

Inhaltsangabe: Feuer der Nacht von Linda Howard

Inhaltsangabe: Feuer der Nacht von Linda Howard

Linda Howards Feuer der Nacht aus dem Jahr 2012 beschreibt die sich wandelnde Beziehung zwischen Jaclyn und Eric, wobei der romantischen Beziehung noch eine kriminalistische Note beigemischt wurde.
Jaclyn Wilde betreibt mit ihrer Mutter Madelyn eine Agentur, die Events plant. Ihr Spezialgebiet sind Hochzeiten.
Premier, die Eventagentur von Jaclyn und Madelyn, soll in den nächsten fünf Tagen sechs Hochzeiten ausrichten. Außerdem ändert Carrie Edwards, deren Hochzeit erst in einem Monat stattfinden soll, ständig ihre Meinung bezüglich der Arrangements für ihre Hochzeit. Ihr zickiges Verhalten gegenüber aller Selbstständigen und der Hochzeitsplanerin schafft ihr einige Feinde.
Carries Verhalten treibt Jaclyn abends in eine Bar, in der sie den Polizisten Eric Wilder kennenlernt. Die beiden unterhalten sich, und als Jaclyn nachhause kommt, erhält sie einen Anruf von Eric, der sie bittet, vorbei kommen zu dürfen.
Die beiden verbringen eine romantische Nacht miteinander.
Am nächsten Nachmittag feuert Carrie Edwards die Hochzeitsplanerin und wird kurz darauf getötet. Der Fall wird Eric Wilder übertragen. Am Anfang der Ermittlungen steht Jaclyn als Hauptverdächtige fest. Jaclyn ist enttäuscht von Erics Verhalten, da sie das Gefühl hat, dass er ihr überhaupt nicht vertraut, und somit schließt sie eine mögliche gemeinsame Zukunft mit ihm aus. Jaclyns Aussage zufolge kam ein älterer Mann gerade an der Empfangshalle an, als sie davon wegfuhr. Schnell ist klar, wer dieser Mann sein könnte, allerdings hat er ein wasserdichtes Alibi. Als eines Abends auf Jaclyn geschossen wird, rutscht Wilder das Herz in die Hose, und das Alibi des Mannes beginnt zu tropfen, denn: Man hat es auch auf Jaclyn abgesehen, nachdem sie scheinbar den Mörder von Carrie identifizieren kann.



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Sonntag, 19. Mai 2013

Rezension: Feuer der Nacht von Linda Howard

Rezension: Feuer der Nacht von Linda Howard

Die Inhaltsangabe findet ihr oben.
Gleich zu Beginn beschreibt Linda Howard in ihrem Roman „Feuer der Nacht“, wie sich Jaclyn und Eric kennenlernen.
Ich empfinde diese Unterhaltung als gut gelungen, da man beide Charaktere kennenlernt.
Allerdings ist dies auch schon fast das Einzige, was ich wohlwollend zu „Feuer der Nacht“ äußern kann.
Was den Lesefluss sehr gestört hat, waren Unmengen von Rechtschreibfehlern, beispielsweise wird Jaclyn einmal als „Miss Wilder“ bezeichnet, obwohl ihr Name Wilde ist. Die ähnlichen Nachnamen der beiden Protagonisten sind sehr verwirrend, vor allem zu Anfang, und wenn dann noch solche Fehler passieren, ist man als Leser noch mehr verwirrt. Der Name einer Nebenfigur wurde einmal falsch geschrieben. Diese beiden Fehler waren nur die beiden, die mir besonders im Gedächtnis geblieben sind, wobei sie, wie gesagt, nicht die einzigen beiden waren.
Außerdem hat mich teilweise schon sehr gestört, dass Jaclyn Wilde sehr abfällig von manchen Hochzeiten, die sie plant, spricht. Dadurch wirkte sie nicht wie jemand, mit der ich mich gerne identifizieren würde.
Was für mein Lesevergnügen auch eher abträglich war, war, dass der Mörder schon in der Mitte des Romans bekannt war, und eigentlich nur noch geklärt werden musste, ob Eric und Jaclyn noch zusammen kommen, oder nicht, was allerdings ziemlich klar ist, wenn man mehr als einen Roman von Linda Howard oder aus diesem Genre gelesen hat. Damit war der Spannungsbogen gleich null.
Allerdings ist auch in diesem Werk von Linda Howard der Humor nicht zu kurz gekommen, es gibt viele lustige Stellen, bei denen ich mir das Lachen einfach nicht verkneifen konnte, außerdem wurde dieses Mal ein „Running Gag“ eingebaut, der zwar nicht meinem Humor entsprach, und auf mich nach dem dritten Mal eher nervig wirkte, aber sicher den Humor von manchen Lesern trifft.
Außerdem wollte ich das Ende positiv anmerken. Für Leser, die schon mehr als ein Werk von Linda Howard gelesen haben, dürfte bekannt sein, dass die Romane meist gleich oder sehr ähnlich enden: Alles ist gut.
Aber in „Feuer der Nacht“ beendet der Running Gag das Buch, was für mich zu ein wenig Abwechslung in Howards Werken führt.
Linda Howards Roman „Feuer der Nacht“ ist zwar ganz lustig, aber sowohl die Rechtschreibfehler, als auch die charakterliche Art von Jaclyn Wilde wirken auf mich eher negativ, mal abgesehen von dem nicht vorhandenen Spannungsbogen, weshalb ich „Feuer der Nacht“ nicht unbedingt weiterempfehlen würde.

Als kleiner Hinweis: Ich habe die Ausgabe vom Weltbild Verlag aus dem Jahr 2012 mit der ISBN 978-3-868000-918-7 gelesen. Vielleicht korrigieren sie ja die Rechtschreibfehler in der nächsten Ausgabe.

Inhaltsangabe: Russendisko von Wladimir Kaminer

Inhaltsangabe: Russendisko von Wladimir Kaminer

Im autobiographischen Episodenroman „Russendisko“ von Wladimir Kaminer geht es um einen jungen Russen, der von Moskau nach Berlin zieht.
Wladimir zieht mit seinen beiden Freunden Andrej und Mischa nach Berlin. In seiner „Russendisko“ beschreibt Wladimir Kaminer in vielen einzelnen Kapiteln, die in keinem größeren Zusammenhang stehen und deshalb auch alleine stehen könnten, was ihn in Berlin erwartete. So beschreibt er unter anderem wie sie nach Berlin kamen, und dort erst einmal in ein Ausländerheim zogen. Wladimir beschreibt, wie sein Vater, der einige Zeit nach der Ankunft seines Sohns mit Wladimirs Mutter nach Deutschland kam, versuchte den Führerschein zu machen. Weiter erzählt er von „Geschäftstarnungen“, die er in Berlin aufdeckt. So findet er beispielsweise heraus, dass sich Griechen als Italiener ausgeben, um ein italienisches Restaurant betreiben zu können.



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Samstag, 18. Mai 2013

Rezension: Russendisko von Wladimir Kaminer

Rezension: Russendisko von Wladimir Kaminer

Der Inhalt von Wladimir Kaminers „Russendisko“ ist oben kurz beschrieben.
Wir haben das Buch „Russendisko“ von Wladimir Kaminer im Deutschunterricht gelesen. Kaminers Buch ist eine Autobiographie, in der er sein Leben in Berlin beschreibt. Zu Anfang war ich ein bisschen misstrauisch, da ich mir unter dem Titel nicht allzu viel vorstellen konnte. Und wer hier allzu viele Informationen zur russischen Kultur erwartet, ist fehl am Platze.
Obwohl das Buch Russendisko viele meines Erachtens nach langweiligere Kapitel beinhaltet, die dafür sorgen, dass sich das Lesen vor allem am Ende sehr zieht, gibt es auch ein paar lustige Kapitel. Bei dem Kapitel „Der türkische Kater“ musste ich mehr als einmal lachen, auch das Kapitel „Mein Vater“ sorgt für einige Lacher. Die ersten beiden Kapitel Wladimir Kaminers Buch ließen sich auch ganz schön lesen: Der Erzählstil war flüssig, die Sprache ist Alltagssprache, wobei sich hier und da vulgäre Ausdrücke darunter mischten.
Da wir auch den Film zum Buch gesehen haben kann ich von meiner Seite sagen, dass das Buch, meiner Ansicht nach, vom Humor nicht an den Film herankommt, obwohl die Geschichten von Film und Buch einige Unterschiede haben.
Das ein oder andere Kapitel von Wladimir Kaminers „Russendisko“ ist durchaus lesenswert, allerdings zieht es sich stellenweise so in die Länge, dass ich es nicht noch einmal lesen würde.

Donnerstag, 16. Mai 2013

Leseprobe: Russendisko von Wladimir Kaminer

Leseprobe: Russendisko von Wladimir Kaminer

Russen in Berlin
Im Sommer 1990 breitete sich in Moskau ein Gerücht aus: Honecker nimmt Juden aus der Sowjetunion auf, als eine Art Wiedergutmachung dafür, dass die DDR sich nie an den deutschen Zahlungen für Israel beteiligte. Laut offizieller ostdeutscher Propaganda lebten alle Alt-Nazis in Westdeutschland. Die vielen Händler, die jede Woche aus Moskau nach Westberlin und zurück flogen, um ihre Import-Exportgeschäfte zu betreiben, brachten diese Nachricht in die Stadt. Es sprach sich schnell herum, alle wussten Bescheid, außer Honecker vielleicht. Normalerweise versuchten die meisten in der Sowjetunion ihre jüdischen Vorfahren zu verleugnen, nur mit einem sauberen Pass konnte man auf eine Karriere hoffen. Die Ursache dafür war nicht der Antisemitismus, sondern einfach die Tatsache, dass jeder mehr oder weniger verantwortungsvolle Posten mit einer Mitgliedschaft in der Kommunistischen Partei verbunden war. Und Juden hatte man ungern in der Partei. Das ganze sowjetische Volk marschierte im gleichen Rhythmus wie die Soldaten am Roten Platz - von einem Arbeitssieg zum nächsten, keiner konnte aussteigen. Es sei denn, man war Jude. Als solcher durfte man, rein theoretisch zumindest, nach Israel auswandern. Wenn das ein Jude machte, war es - fast - in Ordnung. Doch wenn ein Mitglied der Partei einen Ausreiseantrag stellte, standen die anderen Kommunisten aus seiner Einheit ziemlich dumm da.
Mein Vater, zum Beispiel, kandidierte viermal für die Partei, und jedes Mal fiel er durch. Er war zehn Jahre lang stellvertretender Leiter der Abteilung Planungswesen in einem Kleinbetrieb und träumte davon, eines Tages Leiter zu werden. Dann hätte er insgesamt 35 Rubel mehr gekriegt. Aber einen parteilosen Leiter der Abteilung Planungswesen konnte sich der Direktor nur in seinen Albträumen vorstellen. Außerdem ging es schon deshalb nicht, weil der Leiter jeden Monat über seine Arbeit auf der Parteiversammlung im Bezirkskomitee berichten musste. Wie sollte er da überhaupt reinkommen - ohne Mitgliedsausweis? Mein Vater versuchte jedes Jahr erneut in die Partei einzutreten. Er trank mit den Aktivisten literweise Wodka, schwitzte sich mit ihnen in der Sauna zu Tode, aber alles war umsonst. Jedes Jahr scheiterte sein Vorhaben an demselben Felsen: »Wir schätzen dich sehr, Viktor, du bist für immer unser dickster Freund«, sagten die Aktivisten. »Wir hätten dich auch gerne in die Partei aufgenommen. Aber du weißt doch selbst, du bist Jude und kannst jederzeit nach Israel abhauen.« »Aber das werde ich doch nie tun«, erwiderte mein Vater. »Natürlich wirst du nicht abhauen, das wissen wir alle, aber rein theoretisch gesehen wäre es doch möglich? Stell dir mal vor, wie blöde wir dann schauen.« So blieb mein Vater für immer ein Kandidat.
Die neuen Zeiten brachen an: Die Freikarte in die große weite Welt, die Einladung zu einem Neuanfang bestand nun darin, Jude zu sein. Die Juden, die früher an die Miliz Geld zahlten, um das Wort Jude aus ihrem Pass entfernen zu lassen, fingen an, für das Gegenteil Geld auszugeben. Alle Betriebe wünschten sich auf einmal einen jüdischen Direktor, nur er konnte auf der ganzen Welt Geschäfte machen. Viele Leute verschiedener Nationalität wollten plötzlich Jude werden und nach Amerika, Kanada oder Österreich auswandern. Ostdeutschland kam etwas später dazu und war so etwas wie ein Geheimtipp.
Ich bekam den Hinweis vom Onkel eines Freundes, der mit Kopiergeräten aus Westberlin handelte. Einmal besuchten wir ihn in seiner Wohnung, die wegen der baldigen Abreise der ganzen Familie nach Los Angeles schon leer geräumt war. Nur ein großer teurer Fernseher mit eingebautem Videorecorder stand noch mitten im Zimmer auf dem Boden. Der Onkel lag auf einer Matratze und sah sich Pornofilme an.
»In Ostberlin nimmt Honecker Juden auf. Für mich ist es zu spät, die Richtung zu wechseln, ich habe schon alle meine Millionen nach Amerika abtransportiert«, sagte er zu uns. »Doch ihr seid jung, habt nichts, für euch ist Deutschland genau das Richtige, da wimmelt es nur so von Pennern. Sie haben dort ein stabiles soziales System. Ein paar Jungs mehr werden da nicht groß auffallen.«
Es war eine spontane Entscheidung. Außerdem war die Emigration nach Deutschland viel leichter als nach Amerika: Die Fahrkarte kostete nur 96 Rubel, und für Ostberlin brauchte man kein Visum. Mein Freund Mischa und ich kamen im Sommer 1990 am Bahnhof Lichtenberg an. Die Aufnahme verlief damals noch sehr demokratisch. Aufgrund der Geburtsurkunde, in der schwarz auf weiß stand, dass unsere beiden Eltern Juden sind, bekamen wir eine Bescheinigung in einer extra dafür eingerichteten Westberliner Geschäftsstelle in Marienfelde. Dort stand, dass wir nun in Deutschland als Bürger jüdischer Herkunft anerkannt waren. Mit dieser Bescheinigung gingen wir dann zum ostdeutschen Polizeipräsidium am Alexanderplatz und wurden als anerkannte Juden mit einem ostdeutschen Ausweis versehen. In Marienfelde und im Polizeipräsidium Berlin Mitte lernten wir viele gleichgesinnte Russen kennen. Die Avantgarde der fünften Emigrationswelle.
Die erste Welle, das war die Weiße Garde während der Revolution und im Bürgerkrieg; die zweite Welle emigrierte zwischen 1941 und 1945; die dritte bestand aus ausgebürgerten Dissidenten ab den Sechzigerjahren; und die vierte Welle begann mit den über Wien ausreisenden Juden in den Siebzigerjahren. Die russischen Juden der fünften Welle zu Beginn der Neunzigerjahre konnte man weder durch ihren Glauben noch durch ihr Aussehen von der restlichen Bevölkerung unterscheiden. Sie konnten Christen oder Moslems oder gar Atheisten sein, blond, rot oder schwarz, mit Stups- oder Hakennase. Ihr einziges Merkmal bestand darin, dass sie laut ihres Passes Juden hießen. Es reichte, wenn einer in der Familie Jude oder Halb- oder Vierteljude war und es in Marienfelde nachweisen konnte.
Und wie bei jedem Glücksspiel war auch hier viel Betrug dabei. In dem ersten Hundert kamen alle möglichen Leute zusammen: ein Chirurg aus der Ukraine mit seiner Frau und drei Töchtern, ein Bestattungsunternehmer aus Vilna, ein alter Professor, der für die russischen Sputniks die Metall-Außenhülle zusammengerechnet hatte und das jedem erzählte, ein Opernsänger mit einer komischen Stimme, ein ehemaliger Polizist sowie eine Menge junger Leute, »Studenten« wie wir.
Man richtete für uns ein großes Ausländerheim in drei Plattenbauten von Marzahn ein, die früher der Stasi als eine Art Erholungszentrum gedient hatten. Dort durften nun wir uns bis auf weiteres erholen. Die Ersten kriegen immer das Beste. Nachdem sich Deutschland endgültig wiedervereinigt hatte, wurden die neu angekommenen Juden gleichmäßig auf alle Bundesländer verteilt. Zwischen Schwarzwald und Thüringerwald, Rostock und Mannheim. Jedes Bundesland hatte eigene Regeln für die Aufnahme.
Wir bekamen die wildesten Geschichten in unserem gemütlichen Marzahn-Wohnheim zu hören. In Köln, zum Beispiel, wurde der Rabbiner der Synagoge beauftragt, durch eine Prüfung festzustellen, wie jüdisch diese neuen Juden wirklich waren. Ohne ein von ihm unterschriebenes Zeugnis lief gar nichts. Der Rebbe befragte eine Dame, was Juden zu Ostern essen. »Gurken«, sagte die Dame, »Gurken und Osterkuchen.« »Wie kommen Sie denn auf Gurken?«, regte sich der Rebbe auf. »Ach ja, ich weiß jetzt, was Sie meinen«, strahlte die Dame, »wir Juden essen zu Ostern Matze.« »Na gut, wenn man es ganz genau nimmt, essen die Juden das ganze Jahr über Matze, und auch mal zu Ostern. Aber wissen Sie überhaupt, was Matze ist?«, fragte der Rebbe. »Aber sicher doch«, freute sich die Frau, »das sind doch diese Kekse, die nach altem Rezept aus dem Blut von Kleinkindern gebacken werden.« Der Rebbe fiel in Ohnmacht. Manchmal beschnitten sich irgendwelche Männer sogar eigenhändig, einzig und allein, um solche Fragen zu vermeiden.
Wir, als die Ersten in Berlin, hatten das alles nicht nötig. Nur ein Schwanz aus unserem Heim musste dran glauben, der von Mischa. Die jüdische Gemeinde Berlins hatte unsere Siedlung in Marzahn entdeckt und lud uns jeden Samstag zum Essen ein. Besonders viel Aufmerksamkeit bekamen die jüngeren Emigranten. Von der Außenwelt abgeschnitten und ohne Sprachkenntnisse lebten wir damals ziemlich isoliert. Die Juden aus der Gemeinde waren die Einzigen, die sich für uns interessierten. Mischa, mein neuer Freund Ilia und ich gingen jede Woche hin. Dort, am großen gedeckten Tisch, standen immer ein paar Flaschen Wodka für uns bereit. Es gab nicht viel zu essen, dafür war alles liebevoll hausgemacht.
Der Chef der Gemeinde mochte uns. Ab und zu bekamen wir von ihm hundert Mark. Er bestand darauf, dass wir ihn zu Hause besuchten. Ich habe damals das Geld nicht angenommen, weil mir bewusst war, dass es dabei nicht um reine Freundschaft ging, obwohl er und die anderen Mitglieder der Gemeinde mir sympathisch waren. Aber es handelte sich um eine religiöse Einrichtung, die auf der Suche nach neuen Mitgliedern war. Bei einer solchen Beziehung wird irgendwann eine Gegenleistung fällig. Ich blieb samstags im Heim, röstete Esskastanien im Gasherd und spielte mit den Rentnern Karten. Meine beiden Freunde gingen jedoch immer wieder zur Gemeinde hin und freuten sich über die Geschenke. Sie freundeten sich mit dem Chef an und aßen mehrmals bei ihm zu Hause Mittag. Eines Tages sagte er zu den beiden: »Ihr habt euch als gute Juden erwiesen, nun müsst ihr euch auch beschneiden lassen, dann ist alles perfekt.« »Da mache ich nicht mit«, erwiderte Ilia und ging. Der eher nachdenkliche Mischa blieb. Von Gewissensbissen geplagt, wegen des angenommenen Geldes und der Freundschaft zum Gemeindevorsitzenden musste er nun für alle unsere Sünden büßen - im jüdischen Krankenhaus von Berlin. Hinterher erzählte er uns, dass es gar nicht weh getan und angeblich sogar noch seine Manneskraft gesteigert hätte. Zwei Wochen musste er mit einem Verband herumlaufen, aus dem ein Schlauch herausguckte.
Am Ende der dritten Woche versammelte sich die Hälfte der männlichen Belegschaft unseres Heimes im Waschraum. Alle platzten vor Neugierde. Mischa präsentierte uns seinen Schwanz - er war glatt wie eine Wurst. Stolz klärte uns Mischa über den Verlauf der Operation ab: Die Vorhaut war mit Hilfe eines Laserstrahls entfernt worden, völlig schmerzlos. Doch die meisten Anwesenden waren von seinem Schwanz enttäuscht. Sie hatten mehr erwartet und rieten Mischa, das mit dem Judentum sein zu lassen, was er dann später auch tat. Manche Bewohner unseres Heims dachten, das kann alles nicht gut ausgehen und fuhren wieder nach Russland zurück.
Keiner konnte damals verstehen, wieso uns ausgerechnet die Deutschen durchfütterten. Mit den Vietnamesen zum Beispiel, deren Heim auch in Marzahn und gar nicht weit von unserem entfernt stand, war alles klar: Sie waren die Gastarbeiter des Ostens, aber die Russen? Vielleicht war es bei den ersten Juden im Polizeipräsidium am Alex nur ein Missverständnis, ein Versehen, und dann wollten die Beamten es nicht zugeben und machten brav weiter? So ähnlich wie beim Fall der Mauer? Aber wie alle Träume ging auch dieser schnell zu Ende. Nach sechs Monaten schon wurden keine Aufnahmen mehr vor Ort zugelassen. Man musste in Moskau einen Antrag stellen und erst einmal ein paar Jahre warten. Danach wurden Quoten eingeführt. Gleichzeitig wurde hinterher per Beschluss festgelegt, dass alle Juden, die bis zum 31. Dezember 1991 eingereist waren, als Flüchtlinge anerkannt werden und alle Rechte eines Bürgers genießen sollten, außer dem Recht zu wählen.
Aus diesen Juden und aus den Russlanddeutschen bestand die fünfte Welle, obwohl die Russlanddeutschen eine Geschichte für sich sind. Alle anderen Gruppierungen - die russischen Ehefrauen oder Ehemänner, die russischen Wissenschaftler, die russischen Prostituierten sowie die Stipendiaten bilden zusammen nicht einmal ein Prozent meiner hier lebenden Landsleute.
Wie viele Russen gibt es in Deutschland? Der Chef der größten russischen Zeitung in Berlin sagt, drei Millionen. Und 140000 allein in Berlin. Er ist aber nie richtig nüchtern, deswegen schenke ich ihm keinen Glauben. Er hat auch schon vor drei Jahren drei Millionen gesagt. Oder waren es damals vier? Aber es stimmt schon, die Russen sind überall. Da muss ich dem alten Redakteur Recht geben, es gibt eine Menge von uns, besonders in Berlin. Ich sehe Russen jeden Tag auf der Straße, in der U-Bahn, in der Kneipe, überall. Eine der Kassiererinnen im Supermarkt, in dem ich einkaufen gehe, ist eine Russin. Im Friseursalon ist auch eine. Ebenso die Verkäuferin im Blumenladen. Der Rechtsanwalt Grossman, auch wenn man es bei dem kaum glauben mag, ist ursprünglich aus der Sowjetunion gekommen, so wie ich vor zehn Jahren.
Gestern in der Straßenbahn unterhielten sich zwei Jungs ganz laut auf Russisch, sie dachten, keiner versteht sie. »Mit einem 200 mm-Lauf kriege ich das nicht hin. Er ist doch ständig von vielen Menschen umgeben.« »Dann solltest du einen 500er nehmen.« »Aber ich habe doch nie mit einem 500er gearbeitet!« »Gut, ich rufe morgen den Chef an und bestelle eine Gebrauchsanweisung für den 500er. Ich weiß aber nicht, wie er reagieren wird. Besser ist es, du versuchst es mit dem 200er. Man kann es doch noch einmal probieren!« Man kann.


Geschenke aus der DDR
Meine Eltern und ich lebten lange Zeit hinter dem Eisernen Vorhang. Die einzige Verbindung zum westlichen Ausland war die Fernsehsendung »Das Internationale Panorama«, die jeden Sonntag im ersten Programm gleich nach der »Stunde der Landwirtschaft« kam. Der Moderator, ein übergewichtiger und immer etwas gestresster Politologe, war schon seit Jahren in einer wichtigen Mission unterwegs: meinen Eltern und Millionen anderer Eltern den Rest der Welt zu erklären. Jede Woche bemühte er sich, alle Widersprüche des Kapitalismus in vollem Ausmaß auf dem Bildschirm zu zeigen. Doch der Mann war so dick, dass das ganze Ausland hinter ihm kaum zu sehen war.
»Dort, hinter dieser Brücke schlafen die hungrigen Arbeitslosen in alten Pappkisten, während da oben auf der Brücke, wie Sie sehen, die Reichen in großen Autos zu ihren Vergnügungsorten fahren!«, berichtete der Dicke zum Beispiel in seiner Sendung »New York - eine Stadt der Kontraste«. Wir starrten wie gebannt auf den Bildschirm: Ganz oben war ein Stück von der Brücke zu sehen und einige Autos, die sie überquerten. Das geheimnisvolle Ausland sah nicht besonders gut aus, unser Mann hatte es dort sicher nicht leicht. Aus irgendeinem Grund wollte der Politologe aber seinen Job trotz des ganzen Elends in der westlichen Welt nicht hinschmeißen und fuhr Jahr für Jahr immer wieder hin. Wenn er gerade mal arme Länder besuchte, lobte er die Werte der Kollektivität und der Solidarität. »Dort, hinter meinem Rücken«, berichtete der Dicke beispielsweise aus Afrika, »greifen die Affen die Menschen an, und die Affen sind unbesiegbar, weil sie zusammenhalten.«
Unsere Familie hatte noch eine andere halblegale Quelle, aus der die Informationen über das Leben im Ausland zu uns flossen: Onkel Andrej aus dem dritten Stock. Er war bei der Gewerkschaft eines geheimen Betriebes eine große Nummer und durfte unbeschwert zu irgendwelchen Geschäftstreffen nach Polen und sogar in die DDR fahren. Das tat er auch mindestens zweimal im Jahr. Ab und zu kam Onkel Andrej mit seiner Frau zu meinen Eltern, immer mit einer Flasche ausländischen Doppelkorns. Sie verbarrikadierten sich in der Küche, und der Nachbar erzählte, wie es im Ausland wirklich war. Die Kinder durften selbstverständlich nicht mithören. Ich war ziemlich gut mit Onkel Andrejs Sohn Igor befreundet, wir gingen in die gleiche Klasse. Igor trug lauter ausländische Sachen: El Pico Jeans, braune Turnschuhe, sogar ärmellose T-Shirts, die es bei uns nicht gab. Obwohl Igor der bestangezogene Junge in unserer Klasse war, gab er damit nicht an und war auch nicht geizig. Immer wenn ich ihn besuchte, schenkte er mir irgendeine Kleinigkeit. Bald besaß ich eine ganze Sammlung, die ich als »Geschenke aus der DDR« bezeichnete. Sie bestand aus einigen Bierdeckeln, deren Verwendung und Sinn mir vollkommen unklar war, einer Tüte Gummibärchen, einer leeren Orient Zigarettenschachtel, einer Audiokassette von ORWO, einem »Lolek und Bolek«-Kaugummi und einem Abziehbild mit mir unbekannten Comicfiguren drauf. Igor wollte später auch einmal Gewerkschaftsfunktionär werden wie sein Vater...






Quelle: http://www.ciando.com/ebook/bid-1649-russendisko/leseprobe/ 16. Juni 2013 

Samstag, 11. Mai 2013

Impressum und Kontakt

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Vanessa Möschner
Hörnertweg 5
64846 Groß-Zimmern

e-Mail: alexanessamoe@gmail.com
 



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Freitag, 10. Mai 2013

Inhaltsangabe: Woyzeck von Georg Büchner

Inhaltsangabe: Woyzeck von Georg Büchner

Das Dramenfragment „Woyzeck“ von Georg Büchner beschreibt die Geschichte eines Mannes, für den es eine schwierige Aufgabe ist, seine Familie zu versorgen.
Woyzeck hat ein uneheliches Kind, Christian, mit Marie. Da Woyzeck sehr hart arbeiten muss und sogar einige kleine Nebenjobs hat, fühlt sich Marie vernachlässigt. Obwohl Woyzeck nur so viel arbeitet, um für den Unterhalt der kleinen Familie zu sorgen, betrügt Marie ihn.

Und wer das Ende schon wissen möchte: 
Woyzeck hat schon von Anfang an einen Verdacht, und als dieser sich bestätigt, weiß er sich nicht anders zu helfen als Marie zu töten.



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Woyzeck von Georg Büchner

Wer sich nach der Inhaltsangabe für das gesamte Werk Woyzeck von Georg Büchner interessiert, kann es hier lesen: Georg Büchners Woyzeck








Quelle: http://gutenberg.spiegel.de/buch/419/1 10. Mai 2013

Dienstag, 7. Mai 2013

Inhaltsangabe: Die Marquise von O... von Heinrich von Kleist

Inhaltsangabe: Die Marquise von O... von Heinrich von Kleist

Die Marquise von O... ist ein gesellschaftskritisches Stück von Heinrich von Kleist. In dieser Erzählung geht es um eine junge Witwe, die von einigen russischen Soldaten angegriffen wird, als diese die Festung ihres Vaters erstürmen. Sie wird von dem Grafen von F... gerettet und in Sicherheit gebracht.
Als sie sich einige- Wochen darauf nicht gut fühlt und von einem Arzt untersucht wird, stellt sich heraus, dass sie schwanger ist. Da die Marquise bereits Mutter ist, allerdings auch bereits verwitwet ist, stellt sich die Frage woher das Kind kommt. Die Marquise war nach dem Tod ihres Mannes zurück in ihr Elternhaus gezogen. Ihre Eltern wollen von der jungen Frau wissen, wer der Vater des Kindes ist, da sich die Marquise aber nicht an die Zeugung erinnern kann, kann sie ihnen auf diese Frage keine Auskunft geben, weshalb sie von ihrem Vater aus dem Haus geworfen wird, mit der Auflage ihre Kinder nicht mitnehmen zu dürfen.
Die Marquise widersetzt sich und schaltet eine Annonce, in der sie darum bittet, dass sich der Vater melden solle, denn sie habe vor, ihn zu heiraten. Der Graf von F..., der der jungen Frau bereits einen Heiratsantrag gemacht hatte, danach aber auf Reisen gehen musste, bekräftigt nach seiner Rückkehr seinen Antrag noch einmal.
Die Marquise will ihn zunächst nicht heiraten, doch als in der Zeitung eine zweite Annonce erscheint, in der ihr der Vater antwortet, beschließt sie der Aufforderung, sich am dritten im Haus ihres Vaters einzufinden, nachzukommen.
Dort wirft sich ihr der Graf von F... zu Füßen. Obwohl sie versprochen hatte, den unbekannten Mann zu heiraten, verneint sie seinen Antrag erneut, allerdings drängen nun ihre Eltern sie zur Hochzeit. Dieses Mal kommt sie diesen Aufforderungen nach, allerdings unter der Bedingung, dass er allen Pflichten eines Ehemannes nachkommt, aber keine Recht hat.
Der Graf von F... willigt ein und nach einiger Zeit beginnt er erneut, um seine Frau zu werben. Er macht seinem Sohn zur Taufe ein großes Geschenk und setzt die Marquise als alleinige Erbin in seinem Testament ein.
Ein Jahr später heiraten die beiden erneut, dieses Mal froher als beim ersten Mal.

Die Marquise von O... von Heinrich von Kleist

Wenn du Lust hast das gesellschaftskritische Stück von Heinrich von Kleist zu lesen, dann kannst du hier klicken: Die Marquise von O...




Quelle: http://gutenberg.spiegel.de/buch/580/1
7. Mai 2013

Sonntag, 5. Mai 2013

Inhaltsangabe: Mario und der Zauberer von Thomas Mann

Inhaltsangabe: Mario und der Zauberer von Thomas Mann

Im tragischen Reiseerlebnis „Mario und der Zauberer“ wie es Thomas Mann selbst betitelt hat, geht es um eine kleine, deutsche Familie, die in Italien ihren Sommerurlaub verlebt.
Der Erzähler, der in der ganzen Geschichte unbenannt bleibt, erzählt am Anfang wie man ihn und seine Familie im Urlaubsort Torre di Venere behandelt hat. Er erzählt wie man sie aus ihrem Zimmer im Hotel warf, da eine reiche Frau Angst hatte, sich an dem abklingenden Husten der Kinder anzustecken, und wie die Terrasse des Restaurants ihres Hotels für die Gäste vorbehalten war, und ihnen kurzerhand verboten wurde, dort zu speisen.
Außerdem erzählt er im größten Teil des Reiseerlebnis von der Zaubervorstellung, die die Kinder unbedingt besuchen wollten. Zuerst einmal kommt der Zauberer viel zu spät zur Vorstellung. Ziemlich schnell stellt sich heraus, dass es keine normale Zaubervorstellung wird. Cipolla ist ein Hypnotiseur, der die Bevölkerung zur Belustigung der oberen Schicht demütigt.

Und wer das Ende wissen möchte:
Die Vorstellung endet damit, dass Mario, der zuvor gründlich von Cipolla gedemütigt wurde, den Zauberer erschießt.



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Inhaltsangabe: Irrungen, Wirrungen von Theodor Fontane

Inhaltsangabe: Irrungen, Wirrungen von Theodor Fontane

In diesem Roman von Theodor Fontane geht es um die Irrungen, Wirrungen, die die Beziehung einer Kleinbürgerlichen mit einem Adligen mit sich bringen.
Lene und Botho sind die beiden Protagonisten dieses Romans. Sie lernen sich bei einer Bootsfahrt zufällig kennen und lieben. Ihre Beziehung geht nur einige Monate, bis Botho von seiner Mutter und seinem Onkel dazu gedrängt wird, die Beziehung zu beenden und seine reiche Cousine Käthe zu heiraten. Lene und Botho hatten einen gemeinsamen Ausflug zu Hankels Ablage gemacht. Dort erkennen sie, dass es ihnen in der Öffentlichkeit nicht möglich ist, miteinander einen normalen Umgang zu pflegen.
Bothos Freunde unterhalten sich über das zukünftige Bündnis zwischen Botho und Käthe und sagen voraus, dass Botho dieses Bündnis eingehen wird, da er keine andere Wahl hat. Ohne diese Heirat könnte er seine Familie nicht finanziell absichern.
Nach einigem Nachdenken beschließt Botho, auf das Drängen seiner Familie einzugehen und trennt sich von Lene. Diese hatte bereits damit gerechnet und kann Botho nicht böse sein, obwohl sie ihn geliebt hatte.
Lene begegnet eines Tages ihrem Exfreund und seiner neuen Frau und beschließt wegzuziehen. In ihrer neuen Nachbarschaft lernt sie den Fabrikmeister Gideon Franke kennen, der zwar schon etwas in die Jahre gekommen ist, sie aber gut behandelt.
Nachdem Lene ihm von ihrer Vergangenheit erzählt hat, bekräftigt dieser noch einmal seinen Heiratsantrag, will sich aber mit Botho treffen, um zu erfahren, was damals genau passiert ist. 

Am Ende sagt Botho den wohl bekannten Satz „Gideon ist besser als Botho.“ So endet der Roman mit der Hochzeit von Lene und Gideon und einer Zeitungsannonce, durch die Käthe und Botho von Lenes Hochzeit erfahren.



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Inhaltsangabe: Mörderische Küsse von Linda Howard

Inhaltsangabe: Mörderische Küsse von Linda Howard

Der Roman „Mörderische Küsse“ von Linda Howard dreht sich um die CIA-Agentin Lilian „Lily“ Mansfield. Die Geschichte beginnt in Paris. Dort versucht die junge Frau undercover an Salvatore Nervi heran zu kommen. Sie vergiftet den Mann, ist aber gezwungen selbst auch einen Schluck von dem vergifteten Wein zu nehmen.
Da die Agentin auf eigene Faust in Paris gearbeitet hatte, muss sie sich nicht nur vor Salvatores Männern, sondern auch vor CIA-Agenten in Acht nehmen. Lily flüchtet nach London und fliegt kurz darauf wieder zurück nach Paris.
Durch Tagträume Lilys erfährt man von zwei Freunden, die sie einst hatte: Averill und Tina, die eine Tochter adoptierten. Nachdem die kleine Familie getötet worden war, schwört Lily Rache.
Auf ihrem Rachefeldzug bietet sich ein unscheinbarer Mann ihr als Komplize an. Da sie keine anderen Verbündeten hat, arbeitet sie fortan mit dem attraktiven Fremden zusammen. Und zwischen den beiden entwickelt sich bald mehr.
Sie muss herausfinden, weshalb Averill und Tina, die eigentlich nicht mehr im Spionagegeschäft waren wieder aktiv geworden sind. Denn bei diesem Einsatz wurden sie getötet. Ihre Spur führt sie zu einer Firma, die Grippeimpfstoffe herstellt, und damit ist ihr auch klar, warum die beiden wieder ins Geschäft eingestiegen sind.
Und für Lily ist eins sonnenklar: Sie muss den Auftrag der beiden zu Ende bringen.



Dieser Roman gehört zur CIA - John Medina - Serie. John Medina kommt auch in Vor Jahr und Tag von Linda Howard, wenn auch nur als Randfigur, vor.

Inhaltsangabe: Mordgeflüster von Linda Howard

Inhaltsangabe: Mordgeflüster von Linda Howard 

Im zweiten Teil der Reihe um Blair Mallory plant die selbstbewusste Blondine ihre und Wyatts Hochzeit. Der Roman setzt kurz nach dem ersten Teil ein. Blair und Wyatt sind bereits ein Paar und während Blair anfängt die Hochzeit der beiden zu planen macht ein Killer ihr schon wieder das Leben schwer.
Als Blair nach einer ausgiebigen Shopping-Tour auf dem Weg zu ihrem Auto ist, rast plötzlich ein Auto auf sie zu und überfährt sie. Darauf folgen Anrufe, bei denen direkt wieder aufgelegt wird. Als eines nachts plötzlich Blairs Apartment in Flammen steht, ist für sie endgültig sicher, dass es jemand auf ihr Leben abgesehen hat.
Blair zieht als erste die Schlussfolgerungen, wer sie verfolgt. Keine Minute zu früh, denn die Frau ist bereits in Wyatts Haus.

Hier geht es zum ersten Teil der Reihe: Die Doppelgängerin von Linda Howard

Inhaltsangabe: Die Doppelgängerin von Linda Howard

Inhaltsangabe: Die Doppelgängerin von Linda Howard

Der erste Teil der – bisher – zweiteiligen Reihe um Blair Mallory heißt „Die Doppelgängerin“ von der Autorin Linda Howard. Der Lady-Thriller setzt mit einer kurzen Einleitung ein, in der sich Blair vorstellt.
Blair wird direkt vor ihrem eigenen Fitness-Studio Zeugin eines Mordes. Als einer der ermittelnden Polizisten Jefferson Wyatt Bloodsworth ist, mit dem sie vor einigen Jahren ein paar Dates hatte, ist ihr Abend endgültig gelaufen.
Nachdem der Parkplatz ihres Fitness-Studios zum Schauplatz eines Mordes wurde, braucht Blair ein paar Tage Abstand zum Geschehen und fährt in Urlaub. Davon ist Wyatt alles andere als begeistert. Er folgt ihr, Blairs Hormone beginnen in seiner Nähe durchzudrehen. Aber auch ihm geht es in ihrer Nähe nicht besser und die beiden stürzen sich Hals über Kopf in ein romantisches Abenteuer.
Als die beiden zurück sind wird auf Blair geschossen, und kurz darauf wird sie in einen beinahe tödlichen Unfall verwickelt. Als sich herausstellt, dass Blair die Bremsschläuche durchgeschnitten wurden, spekulieren die beiden über den möglichen Täter.
Blairs Träume und die vielen Indizien führen sie dann auch auf direktem Wege zum Täter, der ihr leider schon viel näher ist, als es ihr lieb ist.

Hier geht es zum zweiten Teil der Reihe: Mordgeflüster von Linda Howard

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Inhaltsangabe: Dämmerung der Leidenschaft von Linda Howard

Inhaltsangabe: Dämmerung der Leidenschaft von Linda Howard

Linda Howard´s Roman „Dämmerung der Leidenschaft“ hat als Hauptperson Roanna Davenport. Man lernt gleich zu Anfang die junge Roanna kennen. Roanna´s Eltern sterben bei einem Autounfall als sie gerade sieben Jahre alt ist. Es wird in der Familie Davenport darüber diskutiert, wo man das Mädchen unterbringt. Lucinda behält Roanna auf dem großen Familiensitz der reichen Familie Davenport.
Der zweite Teil spielt zehn Jahre später. Roanna´s Cousine Jessie und ihr Cousin Webb sind bereits verheiratet, als Jessie brutal ermordet wird. Es stellt sich heraus, dass sie ihren Ehemann betrogen hatte und sogar schwanger war, was Webb zum Hauptverdächtigen macht. Obwohl ihm der Mord nicht zur Last gelegt werden kann, ist er für die Menschen in seiner Heimatstadt schuldig.
Webb beschließt, da ihn nach dem Mord nichts mehr bei seiner Familie hält, sich anderswo ein Leben aufzubauen.
Weitere zehn Jahre später hat sich Roanna zu einer jungen Frau entwickelt. Sie versucht, ihre Großmutter so gut es geht zu unterstützen, obwohl sie weiß, dass sie kein natürliches Talent für die Geschäfte hat. Als Lucinda merkt, dass ihr nicht mehr viele Jahre bleiben, bittet sie Roanna Webb zurückzuholen, zumal sich Lucinda bei ihm für die mangelnde Unterstützung entschuldigen will.
Da der Mord an Jessie immer noch nicht aufgeklärt werden konnte, hat es Webb schwer. Allerdings schafft er es mit der Unterstützung von Roanna und Lucinda, wieder in die Gesellschaft aufgenommen zu werden.
Und dann taucht der Mann auf, der der Vater von Jessie´s ungeborenem Kind war und glaubt sich an Webb für den Mord an seinem Kind rächen zu müssen.



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Inhaltsangabe: Auch Engel mögen's heiß von Linda Howard

Inhaltsangabe: Auch Engel mögen's heiß von Linda Howard

Im Roman „Auch Engel mögen's heiß“ von Linda Howard geht es um die 34-jährige Daisy Minor. Die Bibliothekarin wacht an ihrem Geburtstag mit dem Gefühl auf, dass sich etwas ändern muss. Ihr Ziel: den Mann für 's Leben finden. Allerdings wohnt sie noch mit ihrer Tante und ihrer Mutter zusammen, trägt schlichte Kleidung und schminkt sich nicht. Ihrer Meinung nach muss sich das alles ändern, damit der richtige Mann auch den Weg zu ihr findet.
Daisy ändert ihr Äußeres, kleidet sich sexy, lässt sich die Haare schneiden und färben und beginnt sich zu schminken.
Der Polizei-Chef Jack Russo wird auf die Bibliothekarin aufmerksam, noch bevor sie ihre Wandlung beginnen kann.
Abends geht Daisy in Diskotheken und geht auf Männerfang. Eines Abends macht sie eine Beobachtung, die sie ins Visier eines Killers bringt.
Jack stößt auf Ungereimtheiten, die ihn misstrauisch machen. Als eine Leiche auftaucht müssen Daisy und Jack zusammen arbeiten um den Mörder zu finden, bevor er Daisy findet. Und dann stellt sich heraus, dass hinter allem mehr als nur ein Mord steckt.



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Donnerstag, 2. Mai 2013

Inhaltsangabe: Mondscheinmorde von Linda Howard

Inhaltsangabe: Mondscheinmorde von Linda Howard

See der Träume
Im Kurzroman „See der Träume“ von Linda Howard geht es um die junge Selbstständige Thea Marlow. Die junge Frau träumt seit einigen Wochen von einem ihr ungekannten Mann, der sie Nacht für Nacht in erotischen Träumen verwöhnt. Allerdings bestehen ihre Träume nicht nur aus vielen romantischen Episoden, sondern auch aus einem Mord. Am Ende von jedem Traum tötet der Unbekannte sie.
Weil sie es in ihren eigenen vier Wänden nicht mehr aushält, beschließt sie für ein paar Tage an das Ferienhaus am See zu fahren, in dem sie in ihrer Kindheit immer ihre Sommer verbracht hatte. Kaum dort angekommen stellt sich ihr neuer Nachbar Richard vor. Als er sie mit seinen blauen Augen ansieht, weiß sie sofort, wessen Augen das sind, denn in diese Augen blickte sie in jedem Traum kurz vor ihrem Tod.
Als sie sich von ihm zurückziehen will, erklärt er ihr, dass er vergleichbare Träume hat und dann stellt sich heraus, dass sich die beiden nicht erst seit ein paar Tagen kennen.

Vollmond
Linda Howards nächster Kurzroman in diesem Band heißt „Vollmond“. Als der zweite Vollmond in diesem Monat ansteht, ahnt Sheriff Jackson Brody schon, dass es in den nächsten Stunden viel Arbeit geben wird. Er lernt die junge Frau Lilah kennen, die einsam in einem Wald wohnt. Zu ihrer Hütte führt keine Straße, die einzige Möglichkeit das Haus zu erreichen ist der Fluss.
Als Brody den Auftrag kriegt nach der Frau zu sehen, macht er sich sofort auf den Weg. Kurz darauf bricht ein schlimmes Unwetter los, weshalb Brody nicht zurück in die Stadt kann.
Jackson Brody wird am nächsten Morgen von seinen Kollegen zurück in die Stadt gebracht, Lilah sitzt bei sich zuhause fest, da Thaniel ihr Boot vom Steg gelöst hatte, woraufhin dieses wegtrieb.
Thaniel wird tot im Fluss gefunden. Brody hat Angst, dass Lilah für den Tod des Mannes verantwortlich sein könnte, und dann ereilt ihn ein weiterer schrecklicher Gedanke: Was ist, wenn Thaniel zu Lilah zurück gekehrt war, nachdem er sie verlassen hatte?

Schneeblind
Der letzte Kurzroman in diesem Band heißt „Schneeblind“ und ist ebenfalls von Linda Howard. In diesem Teil geht es um die ledige Hope Bradshaw, die alleine mit ihrem Vater und Tinkerbell, ihrem Golden Retriever, in den Bergen wohnt. Ihr Vater ist für ein paar Tage zu seinem Bruder gefahren, sodass Hope nun alleine mit Tinkerbell ist.
Ein Schneesturm beginnt zu wütend, und Hope weiß, dass sie bald komplett von der Außenwelt abgeschnitten sein wird. Als ein Fremder an ihre Tür klopft gewährt sie ihm Einlass. Sie pflegt den Halberfrorenen, sodass dieser bald wieder fit ist.
Als das Radio zeitweise funktioniert, kommt eine Meldung über mehrere entflohene Häftlinge und da kommen Hope Zweifel, ob Price Tanner wirklich der Mann ist für den er sich ausgibt. Die Lage spitzt sich weiter zu, als ein Mann in einem Gefängnisoverall auftaucht und behauptet, er sei der Polizist und Price Tanner der Häftling. Was soll Hope nun bloß tun?



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