Freitag, 30. Dezember 2016

Belesen

Belesen 
 
Das Adjektiv „belesen“ kann unter anderem synonym zu gebildet, geistreich und sachkundig verwendet werden und bedeutet – wie man daraus vermutlich schon entnehmen kann – 'durch vieles Lesen reich an [literarischen] Kenntnissen' (laut Duden-online). Ein Mensch ist also belesen, wenn er viel liest und damit verbunden erweiterte Kenntnisse in literarischen Dingen erwirbt.
Die Wortbedeutung ist ja schon ersichtlich aus den beiden Teilen, aus denen sich das Wort zusammensetzt.

Mittwoch, 28. Dezember 2016

Inhaltsangabe: Das Fräulein von Scuderi aus den Serapions-Brüdern von E.T.A. Hoffmann

Inhaltsangabe: Das Fräulein von Scuderi aus den Serapions-Brüdern von E.T.A. Hoffmann

Diese Novelle „Das Fräulein von Scuderi“ findet man nicht nur in den Serapionsbrüdern. Es geht um das Paris des 17. Jahrhunderts. Dort geschehen regelmäßig mysteriöse Morde, die die Polizei weder verhindern noch aufklären kann. Die Menschen werden auf der Straße mit einem Dolch erstochen, der Mörder obwohl – manchmal beobachtet – kann nicht geschnappt werden, weil er immer plötzlich verschwindet, so als wäre der Täter ein Geist.
Fräulein Scuderi erhält einen Brief des Mörders und Schmuck zum Geschenk, sie ist schockiert. Cardillac, der beste Goldschmied der Stadt oder sogar ganz Frankreichs, ist der, der diesen Schmuck fertigte. Er ist zwar ein begnadeter Künstler, aber recht verschroben. Scuderi will nun zusammen mit der Mätresse des Königs die Mordfälle auflösen.
Bei einem Mord wird Cardillac, der verdächtigt wurde, der Mörder zu sein, schwer verletzt. Er stirbt noch in der Nacht, aber nicht ohne seiner Tochter, die schon lange in seinen Gesellen verliebt ist die Möglichkeit zu geben, diesen zu heiraten. Allerdings wird der Geselle verdächtigt der Serienmörder zu sein, sodass er verhaftet wird. Olivier und Madelon sind voneinander getrennt, aber Olivier, der im Gefängnis sitzt, bittet das Fräulein Scuderi um Hilfe. Olivier ist der Sohn der einstigen Pflegetochter Scuderis und sie kümmerte sich um den kleinen Olivier als er noch ein kleiner Junge war und wippte ihn auf ihren Knien. Sie möchte dem Liebespaar helfen und beschließt die Mordfälle aufzuklären um Olivier zu entlasten. Obwohl Oliviers Unschuld bewiesen ist, wird er nicht freigelassen, denn man möchte einen mutmaßlichen, mehrfachen Mörder nicht einfach auf freien Fuß setzen. Da der König half, Olivier freizulassen, äußert er den Wunsch, dass Olivier und Madelon Paris verlassen.



Dienstag, 27. Dezember 2016

Steckbrief: Vertraue nicht dem Feind von Lori Foster

Steckbrief: Vertraue nicht dem Feind von Lori Foster

Titel: Vertraue nicht dem Feind Autor: Lori Foster
Reihe: Love Undercover (Band 2) Originaltitel: Bare It All (2013)
Genre: Roman (Krimi und Romantik) Verlag: Egmont LYX
Seitenanzahl: 536 Erscheinungsjahr: 2014 (Deutsche Erstausgabe)
Preis: 9,99€ ISBN: 978-3-8025-9116-7
Protagonisten: Detective Resse Bareden mit Cash und Alice Appelton

Sonntag, 25. Dezember 2016

Inhaltsangabe: Die heilige Johanna der Schlachthöfe von Bertolt Brecht

Inhaltsangabe: Die heilige Johanna der Schlachthöfe von Bertolt Brecht

In dem epischen Theaterstück „Die heilige Johanna der Schlachthöfe“ von Bertolt Brecht geht es um die historische Figur der Jeanne d'Arc, die bei Brecht Johanna Dark heißt und bei den schwarzen Strohhüten mitarbeitet. Die schwarzen Strohhüte sind eine Hilfsorganisation, die den Arbeitslosen auf den Schlachthöfen helfen wollen. Das ganze Theaterstück spielt in Chicago, wobei es sich hauptsächlich um die Schlachthöfe dreht und damit hauptsächlich dort gespielt wird.
Einer der Gegenspieler von Johanna ist Pierpont Mauler, der einen Schlachthof besitzt und viel Geld hat. Er will sich aus dem Geschäft zurückziehen, da er das Schlachten der Tiere nicht mehr erträgt, sodass er sein Geld aus dem Geschäft zieht, was dafür sorgt, dass die Fleischpreise steigen und der Mann, dem er seine Anteile verkaufen wollte, sie nicht bezahlen will und kann.
Sobald sich der Markt einigermaßen beruhigt hat, scheint alles wieder zugrunde zu gehen. Auf den Höfen der Schlachthöfe sitzen die Arbeiter und wollen, dass die Schlachthöfe wieder eröffnet werden, sodass sie Arbeit kriegen und für ihren Unterhalt sorgen können. Johanna wird von Mauler und seinen Gefährten vorgeführt wie unmoralisch sich die hungrigen, armen Arbeiter verhalten. Johanna entschuldigt dieses Verhalten, indem sie sagt, dass sich diese Menschen nicht so verhalten würden, wenn sie mehr Geld hätten.
Johanna verliert ihre Stellung bei den schwarzen Strohhüten und muss fortan gucken wie sie alleine klarkommt und woher sie etwas zu Essen kriegt. Sie sitzt mit den anderen Arbeitern der Schlachthöfe im Kalten und im Schnee und holt sich dort eine Lungenentzündung.
Die schwarzen Strohhüte sind insolvent, sie können ihre Miete nicht mehr zahlen und müssen ihr Hauptquartier verlassen, weil Mauler, der ihnen Geld versprochen hatte, selbst Pleite ist und so ihnen die zugesagte Unterstützung verwehren muss.
Am Ende stirbt Johanna an ihrer Lungenentzündung, man drückt ihr, ihre Fahne in die Hand und deckt sie mit den Fahnen der schwarzen Strohhüte zu.

Freitag, 23. Dezember 2016

Detektiv Conana von Gosho Aoyama

Ein Detektiv, der einen Täter mit seinen Enthüllungen in den Selbstmord treibt, ist selbst nichts weiter als ein Mörder! 
Aus Detektiv Conan Band 16 von Gosho Aoyama

An diesem Zitat hat mir gut gefallen, dass man die Moral von Conan erkennt, denn er sagt Heiji, dass es nicht nur wichtig ist, dass man den Täter überführt, sondern, dass man auch gucken muss, dass der Täter nicht in Gefahr gerät dadurch und dass man es nicht nur nicht zulassen darf, dass dem Täter etwas geschieht, weil man dennoch eine Verpflichtung ihm gegenüber hat, sondern auch, dass man nicht zulassen darf, dass sich der Täter aufgrund der Schlussfolgerungen der Mörder umbringt. Diese Tatsache hat umso mehr Gewicht, da sich einmal ein Täter umbrachte, nachdem Conan beziehungsweise Shinichi ihn mit seinen Schlussfolgerungen in die Enge getrieben hatte. Ich denke, dass Conan gerade deshalb so sympathisch auf die Leser wirkt, da er seine moralischen Grundsätze hat und sich von diesen auch nicht abbringen lässt. Für ihn ist jedes Leben wertvoll, egal, ob dieser jemand ein Mörder oder ein Opfer ist, aber natürlich ist das auch ein gewisses Maß an Egoismus, denn er würde sich schuldig fühlen, wenn sich jemand umbringt, nachdem er diesen Jemand als Täter überführte. Aber vielleicht zeigen diese Schuldgefühle gerade, dass sich der Tod eines Mörders nicht mit seiner Moral vereinbaren lässt.

Mittwoch, 21. Dezember 2016

Rezension: Das Fräulein von Scuderi aus den Serapions-Brüdern von E.T.A. Hoffmann

Rezension: Das Fräulein von Scuderi aus den Serapions-Brüdern von E.T.A. Hoffmann

Die Inhaltsangabe zu der Erzählung E.T.A. Hoffmanns „Das Fräulein von Scuderi“ findet ihr oben.
Auch in dieser Erzählung finden wir wieder ein überirdisches Element, das sich dieses Mal sehr negativ äußert. Der Mörder verschwindet einfach so nach seinen Taten, Schmuck verschwindet und taucht irgendwie wieder auf. Anscheinend ist er nicht aufzuhalten, was den Menschen in Paris große Angst macht.
Das Fräulein von Scuderi hat mich persönlich an Agatha Christies Figur Miss Marple erinnert, wobei die Parallelen sehr augenscheinlich sind. Beide Frauen betätigen sich als Detektive, aber anstatt, wie es Detektiv landläufig eigentlich tun, ihre Fälle durch Laufarbeit aufzuklären, nutzen sie ihre große Kombinationsgabe und ihren Verstand, allerdings ist Miss Marple deutlich ‚jünger‘ als das Fräulein Scuderi, denn Agatha Christie ist er im späten 19. Jahrhundert geboren worden, wohingegen „Das Fräulein von Scuderi“ schon am Anfang des 19. Jahrhunderts geschrieben wurde.
Man findet auch in dieser Geschichte wieder das Element der Verwandtschaft, denn genau wie es bei Doge und Dogaresse war, ist die ‚komische Alte‘ mit dem Protagonisten durch Verwandtschaft verbunden. Das Motiv des Künstlers, der sich von seiner Kunst (obwohl sie Auftragsarbeit ist) nicht trennen und möchte die Stücke, die er fertigt nicht wieder abgeben. In dieser Affinität bezüglich der materiellen Kunststücke, finden wir den Wahnsinn, den Cardiallac umtreibt. Denn er kann ohne seine Kunst und spezielle nicht mal ohne seine Kunststücke nicht leben und muss sie sich zurückholen.
Dass dies eine Kriminalgeschichte ist, hat sie in meinen Augen echt lesenswert gemacht, nicht, dass sie es sonst nicht gewesen wäre, aber ich fand diese Geschichte wirklich interessant. Alles in allem finden wir bei Hoffmann immer wieder die gleichen Motive, aber das tut der Spannung der Geschichten keinen Abbruch und ist eher noch schön, wenn man sagt ‚ach, das kenne ich doch da und da her.‘. „Das Fräulein von Scuderi“ von E.T.A. Hoffmann finden wir auch außerhalb der Serapionsbrüder und es  ist wirklich eine schöne Geschichte, die ich sehr gerne weiterempfehle.

Dienstag, 20. Dezember 2016

Steckbrief: Vampirismus aus den Serapions-Brüdern von E.T.A. Hoffmann

Steckbrief: Vampirismus aus den Serapions-Brüdern von E.T.A. Hoffmann

Titel: Serapions-Brüder
Autor: E.T.A. Hoffmann
Geschichte: Vampirismus
Seitenanzahl: ca. 20
Erzähler: Cyprian
Erscheinungsjahr: 1821

Sonntag, 18. Dezember 2016

Rezension: Die heilige Johanna der Schlachthöfe von Bertolt Brecht

Rezension: Die heilige Johanna der Schlachthöfe von Bertolt Brecht

Die Inhaltsangabe zum Theaterstück „Die heilige Johanna der Schlachthöfe“ von Bertolt Brecht findet ihr oben.
Mir persönlich war oftmals nicht ganz klar, warum – wo ja gerade die Preise wieder runtergegangen sind und Mauler die Fleischfabrik wieder öffnen wollte – auf einmal die Preise wieder stiegen und Mauler wieder ruiniert war.
Die Tatsache, dass sich Johanna nirgendwo wirklich einfügte, bei den schwarzen Strohhüten wird sie rausgeschmissen, weil sie ihren Kollegen aufstößt, bei den Fleischern ist sie auch nicht beliebt, weil sie den Arbeitern helfen will und bei den Arbeitern ist sie auch nicht sonderlich beliebt, weil sie gegen Gewalt ist und statt ihnen Suppe zu bringen, ihnen nur Reden von Gott bringt, fand ich irgendwie komisch. So fiel es mir recht schwer mich mit der Hauptfigur zu identifizieren.
Das Ende, die Tatsache also, dass Johanna mit den Fahnen abgedeckt wird, kam mir sehr bekannt vor, denn dieses Ende haben wir auch bei Schillers „Johanna von Orleans“ und unterscheidet sich von der historischen Johanna, die meines Wissens nach, auf dem Scheiterhaufen verbrannt wurde. Natürlich ist es auch von diesem Standpunkt her interessant mal ein paar verschiedene Inszenierungen dieses Stoffes zu lesen.
Auch hier haben wir genau wie in der „Mutter Courage und ihre Kinder“ ein paar Lieder und gegen Ende sogar Reime und Verse, auch dies gefiel mir recht gut, denn Brecht schafft es mit solchen Texten immer wieder seine Stücke aufzulockern und damit Gefühle und Motive zu transportieren.
Insgesamt fand ich dieses Theaterstück von Bertolt Brecht „Die heilige Johanna der Schlachthöfe“ nicht so schön wie die „Mutter Courage und ihre Kinder“ von Brecht, aber es war dennoch ganz schön und ich kann es jedem nur empfehlen, der mal etwas von Brecht oder ein „moderneres“ Theaterstück lesen möchte.

Freitag, 16. Dezember 2016

Politisieren

Politisieren 
 
Politisieren“ ist ein Verb und bedeutet, dass jemand laienhaft über Politik spricht oder sich politisch betätigt. Es kann aber auch bedeuten, dass jemand zu politischem Bewusstsein gebracht wird oder etwas unter politischen Gesichtspunkten behandelt, das nicht in den politischen Bereich gehört (laut Duden-online).
Dieses Wort habe ich aus einem Werk (Mutter Courage und ihre Kinder) von Bertolt Brecht und es gefiel mir, obwohl ich zu Anfang wenig bis gar nichts damit anzufangen wusste, sodass ich mir vornahm es mal nachzuschlagen. Interessant, wie viele Menschen es sich trauen in der Öffentlichkeit zu politisieren.

Mittwoch, 14. Dezember 2016

Inhaltsangabe: Vampirismus aus den Serapions-Brüdern von E.T.A. Hoffmann

Inhaltsangabe: Vampirismus aus den Serapions-Brüdern von E.T.A. Hoffmann

In dieser Geschichte „Vampirismus“ von E.T.A. Hoffmann geht es um den Grafen Hyppolit, der das Haus seines Vaters erbt und umbauen lässt. Hyppolit kriegt Besuch von einer Verwandten, einer Baronin, die sein Vater nicht leiden konnte, weil sie ihm Angst machte. Er lernt auch deren wunderschöne Tochter Aurelie kennen, in die sich der Graf Hyppolit verliebt, sodass er ihr und ihrer Mutter erlaubt bei ihm im Haus zu leben. Graf Hyppolit will Aurelie heiraten, doch am Tag der Hochzeit verstirbt die Mutter, sodass die Heirate verschoben wird.
Aurelie, die sich seltsam verhält und verändert hat, erzählt ihrem Ehemann von ihrer Vergangenheit. Sie erzählt von ihrem Vater, der starb und ihrer Mutter, mit der sie daraufhin in einer kleinen, schäbigen Wohnung lebte. Aurelie und ihre Mutter führen ein tristes Leben, allerdings lernt ihre Mutter irgendwann einen – für Aurelie – gruseligen Mann kennen und die beiden verbringen viel Zeit miteinander. Mit der Bekanntschaft des Mannes wird ihre Wohnung größer und die Mutter trägt schönere Kleider, allerdings ändert sich für Aurelie nichts, denn sie wird von ihrer Mutter in ihrem Zimmer eingesperrt wenn der Mann vorbeikommt.
Der Mann will Aurelie heiraten, doch das will sie nicht, sodass sie weglaufen will. Dieser Plan wird aber vereitelt und es stellt sich heraus, dass der Mann ein gesuchter Verbrecher und Sohn des Henkers war, sodass dieser wieder verhaftet wird.
Die Baroness und ihre Tochter besuchen den Grafen Hyppolit, wodurch Aurelies Geschichte, ihre Anachronie in der Gegenwart angekommen ist. Hyppolit ist geschockt als er davon hört und hat Angst, dass die seltsamen Anwandlungen seiner Ex-Schwiegermutter und ihres Gefährten auf seine Frau abgefärbt haben könnten.
Als er eines Nachts mitbekommt wie seine Frau mit einigen Leuten auf dem Friedhof vor einer Leiche kniet, bekommt er es erneut mit der Angst zu tun und nimmt Reißaus.

Dienstag, 13. Dezember 2016

Steckbrief: Effi Briest von Theodor Fontane

Steckbrief: Effi Briest von Theodor Fontane

Titel: Effi Briest
Autor: Theodor Fontane
Reihe: -
Originaltitel: -
Genre: Roman
Verlag: Aufbau-Verlag Berlin und Weimar (1985)
Seitenanzahl: 300
Erscheinungsjahr: 1894/1895
Preis: ?
ISBN: ?
Protagonisten: Effi Briest, ihre Eltern (Herr von Briest und Luise von Briest), Geert von Instetten

Sonntag, 11. Dezember 2016

Inhaltsangabe: Effi Briest von Theodor Fontane

Inhaltsangabe: Effi Briest von Theodor Fontane

In dem Werk „Effi Briest“ von Theodor Fontane geht es um die 17-jährige Effi Briest, die mit ihren Eltern zusammen in Hohen-Cremmen lebt. Sie spielt unbeschwert draußen mit ihren Freundinnen und liebt den Garten ihrer Eltern und vor allem die Schaukel, die in diesem steht. Eines Tages kündigt sich Besuch an. Ein ehemaliger Verehrer ihrer Mutter Luise von Briest kündigt sich an. Geert von Innstetten und Effis Mutter kennen sich aus deren Jugend bzw. jungem Erwachsenenleben, allerdings entschied sich Luise für Herrn von Briest und so machte Geert alleine politische Karriere. Er sieht Effi und scheint sich in sie zu verlieben und bittet die Eltern sich mit ihr verheiraten zu dürfen. Von Innstetten ist schon Mitte 30 als er die beinahe noch Jugendliche heiratet. Effi muss sich schweren Herzens nicht nur von ihrem Umfeld, sondern auch von ihren Eltern und ihren Freundinnen verabschieden, denn sie zieht nach mehrwöchiger Hochzeitsreise mit ihrem Mann nach Kessin. Kessin ist ein kleiner Badeort an der Ostsee, in dem nicht wirklich viel los ist außerhalb der Saison, sodass sie sich langweilt. Sie findet in dem Ort keine wirklich Freunde, einzig Alonzo Gieshübler, ein Apotheker und Freund ihres Mannes, wird ihr ein Freund. Rollo, der Hund von Geert von Innstetten, ist ihr ein treuer Begleiter. Effi lernt wird recht schnell schwanger und ist froh, denn sie hofft, dass ein Kind ihr ein wenig Zerstreuung bringt. Kurz vor der Niederkunft lernt sie Roswitha kennen, die sie sogleich ins Herz schließt und als Kindermädchen einstellt. Annie, ein kleines, süßes Mädchen wir geboren und Effi langweilt sich, trotz des Kindes, in dem Haus, vor dem sie sich außerdem gruselt. In dem Haus soll der Geist eines Chinesen umgehen, zu dem es auch eine Spukgeschichte, die ihr ihr Mann erzählt, gibt.
In den Dünen am Strand und in der Plantage lebt Effi mit Major Crampas, einem Kollegen ihres Mannes, eine kurz Affäre aus. Allerdings ist sie glücklich, dass ihr Mann die Möglichkeit hat, um seine Karriere voran zu treiben, sich nach Berlin versetzen zu lassen. Effi geht nach Berlin um eine Wohnung zu finden und wird dann „krank“ um auf keinen Fall nach Kessin zurückkehren zu müssen. Geert von Innstetten kommt nach und so beginnen die beiden in Berlin einen neuen Abschnitt ihres Lebens. Sieben Jahre sind vergangen als Effi, weil sie nicht schwanger wird, für ein paar Wochen zur Kur fährt. In der Zwischenzeit, in Berlin, stürzt Annie, und weil sie so dolle blutet, soll sie verbunden werden. Die Binde ihrer Mutter ist nicht aufzufinden, sodass Roswitha und Johanna gemeinsam den Nähtisch ihrer Herrin aufbrechen und dabei die Briefe von Crampas an Effi zutage fördern. Als Baron Geert von Innstetten diese Briefe findet, fordert er seinen Rivalen zum Duell, verwundet ihn dabei tödlich und schreibt an seine Schwiegereltern was vorgefallen ist. Er kann nicht mehr mit Effi zusammenleben, trennt sich von ihr ohne sich scheiden zu lassen, auch ihre Eltern wollen nichts mehr von ihr wissen, allerdings unterstützen sie sie finanziell.
Roswitha bleibt ihrer Herrin treu und so wohnen die beiden in einer kleinen Wohnung zusammen in Berlin bis Effi, auch weil sie sich über ihren Mann und ihre Tochter aufregt, schwer krank wird und ihr Arzt ihren Eltern schreibt, dass es besser für die Gesundheit ihrer Tochter wäre, wenn sie sich in Hohen-Cremmen in der Nähe ihrer Eltern ausruhen könnte. Und so telegrafiert ihr Vater ihr nur diese zwei Worte: „Effi komm“. Die junge Frau fährt zu ihren Eltern, inzwischen sind drei Jahre vergangen und sie kuriert sich bei ihren Eltern aus. Immer wieder wird Effi krank, sodass der Arzt oftmals täglich bei ihnen ist. Am Schluss wird sie so schwer krank, dass sie dies nicht überlebt und so stirbt die junge Frau im Alter von etwa 30 Jahren in ihrem Elternhaus. Sie wird dort beerdigt, wo sie früher schon immer so gerne spielte: Im Garten ihrer Eltern. Ihr Rollo, den Geert ihr auf Bitten Roswithas geschickt hat, bleibt ihr treu und liegt oftmals neben ihrem Grabstein.

Freitag, 9. Dezember 2016

Dantons Tod II von Georg Büchner

Dantons Tod II von Georg Büchner

Wer einmal nichts hat als Verstand und ihn nicht einmal konsequent zu gebrauchen weiß oder wagt, ist ein Stümper.“ S. 51

Hier wird deutlich worum es während der französischen Revolution geht. Der Sprecher geht anscheinend davon aus, dass jeder Mensch Verstand hat, welchen aber nicht jeder gebraucht. Entweder man gebraucht ihn nicht konsequent, weil man nicht weiß wie und sich danach richtig verhält, oder man traut sich nicht, sei es weil man die Konsequenzen nicht abschätzen kann oder nicht will.
Alles in allem ein tolles Zitat, an dem man die Grundgedanken der Aufklärung gut festmachen kann und das deshalb gleich doppelt Spaß macht.

Mittwoch, 7. Dezember 2016

Rezension: Vampirismus aus den Serapions-Brüdern von E.T.A. Hoffmann

Rezension: Vampirismus aus den Serapions-Brüdern von E.T.A. Hoffmann
 
Die Inhaltsangabe zur Geschichte „Vampirismus“ von E.T.A. Hoffmann findet ihr oben.
Wir haben ein sehr düsteres Grundthema in dieser Geschichte. Die ganze Zeit ist durchaus klar, dass es ein mystisch-phantastisches Element in dieser Geschichte gibt, aber der Erzähler löst erst auf den letzten paar Seiten auf, worum es genau geht, wobei das natürlich aufgrund des Titels der Geschichte recht klar ist. Durch dieses Geheimnis, das nicht nur der Tochter und der Mutter, sondern dadurch bedingt der ganzen Geschichte innewohnt, erreicht.
Die Figuren kamen meiner Ansicht nach nicht so wirklich raus, was aber wohl mit der oben erwähnten Grundstimmung der Geschichte zu tun hat, denn durch diesen mysteriösen Anklang, den die Geschichte hat, würde es stören, wenn der Erzähler zu viel über seine Figuren bekannt geben würde.
Wir haben auch hier die wunderschöne, junge Frau, die der Protagonist heiraten will, weil sie so schön ist und nicht wegen ihres Charakters.
Ob wir hier das serpaiontische Prinzip wieder finden? Gute Frage. Ich weiß es nicht. Wir haben keinen Künstler, der irgendwas innerlich schaut und nach außen trägt, sondern nur eine sehr mysteriöse Begebenheit, dass man der Baroness schon anmerkt, dass etwas mit ihr nicht stimmt. Wobei weder dem Vater des Grafen Hypponit noch diesem genau klar ist, was mit der Frau nicht stimmt. Hypponit lässt sich von dem schönen Antlitz der Tochter der Baroness täuschen, was irgendwie ja schon serapiontisch ist, oder? Also, genau genommen wäre es anti-serapiontisch. Er sieht etwas äußerliches und überträgt das auf sein Inneres bzw. er geht davon aus, dass ihr Inneres genauso „schön“ sein muss, weil sie ja äußerlich auch schön ist.
Alles in allem haben wir mit „Vampirismus“ eine sehr düstere – vielleicht sogar mit Abstand die düsterste – Geschichte der Serapionsbrüder vor uns, die durch ihre unheimlichen, dunklen, mysteriösen Anklänge eine negative Grundstimmung inne hat. Das klingt jetzt so, als ob ich die Geschichte nicht gut fand, aber das komplette Gegenteil ist der Fall. Diese Geschichte, die nicht explizit in den Serapionsbrüdern betitelt wurde, scheint mir eine der besten Geschichten von E.T.A. Hoffmann zu sein.

Dienstag, 6. Dezember 2016

Steckbrief: Das fremde Kind aus den Serapions-Brüdern von E.T.A. Hoffmann

Steckbrief: Das fremde Kind aus den Serapions-Brüdern von E.T.A. Hoffmann

Titel: Serapions-Brüder
Autor: E.T.A. Hoffmann
Geschichte: Das fremde Kind
Seitenanzahl: ca. 55
Erzähler: Lothar
Erscheinungsjahr: 1817

Sonntag, 4. Dezember 2016

Rezension: Effi Briest von Theodor Fontane

Rezension: Effi Briest von Theodor Fontane 
 
Die Inhaltsangabe zum Roman „Effi Briest“ von Theodor Fontane findet ihr oben.
Ich muss sagen, an diesem Roman „Effi Briest“ von Theodor Fontane hing ich ganz schön lange, was aber nicht direkt an dem Roman, sondern an meiner Zeiteinteilung lag, denn dieser Roman ist, auch wenn manchmal recht langwierig, doch sehr schön geschrieben.
Von Fontane las ich bereits „Irrungen, Wirrungen“ und „Frau Jenny Treibel“, sodass mir einige Motive bekannt vorkamen. Dies ist eines der spannenden Sachen, wenn man mehrere Werke von einem Autor liest. Man erkennt Parallelen und vergleicht Aspekte aus den verschiedenen Werken. Die Themen aus „Effi Briest“ fand ich wirklich interessant. Wir finden eine junge Frau vor, die von ihren Eltern mehr oder weniger in eine lieblose Ehe gedrängt wird und dann dort, wo sie mit ihrem Mann, der mehr auf seine Karriere bedacht ist, als darauf Zeit mit seiner Frau zu verbringen, vereinsamt. Sie wird von den Umständen in eine Affäre getrieben, von der sie später sagt, dass sie den Mann auch nicht liebte. Allerdings bekommt sie Aufmerksamkeit von ihm. Auch scheint Crampas spontaner und lebendiger zu sein, was seinen Reiz für die junge Frau ausmacht. Ihr Mann bemerkt die Affäre erst, auch wenn er zuvor bereits eifersüchtig war, als er die Briefe seiner Frau bzw. die Briefe ihres Liebhabers an seine Frau findet. Er wird von den äußeren Umständen dazu getrieben, die Frau zu verstoßen, die er, wie er behauptet, noch liebt und seinen „Rivalen“, der ja eigentlich kein Rivale mehr ist, zu töten. Und gerade in dieser Konstellation erkennt man, meiner Ansicht nach, unglaublich viel Gesellschaftskritik. Effi fällt von der gehobenen Klasse immer tiefer bis sie schließlich mittellos und arm unten angelangt ist, aber damit noch nicht genug: Sie stirbt. Wenn nur eine Entscheidung anders getroffen worden wäre, wenn nur ein Detail anders gekommen wäre, dann wäre alles anders gekommen oder zumindest hätte alles anders kommen können.
Auch die recht nüchternen Enden, die wir oftmals bei Fontane finden, sind sehr interessant. In den Romanen, die ich normalerweise lese, haben wir durchweg gute Enden und vielleicht sind gerade deshalb Fontanes Romane so reizvoll für mich.
Mir fiel es oftmals schwer mit Effi mit zu fiebern, denn ich kann ihre Entscheidungen, was sicherlich auch daran liegt, dass der Roman 1894/95 geschrieben wurde, nicht nachvollziehen. Sie ergibt sich einfach in die Entscheidung, die ihre Eltern für sie bezüglich ihrer Zukunft und ihrer Ehe treffen und ist ihrem Mann für seine liebevolle, zärtliche Art gegen sie, dankbar, sodass sie ihren Mann, wenn auch nicht liebt, so doch einigermaßen respektiert und ihn sogar mag, wenn sie auch mit seine Art zu leben und seinem Charakter, der alles zu bestimmen scheint und auch ihr Leben bestimmt, nicht wirklich umzugehen weiß und ihn sich vermutlich freiwillig nicht als Gemahl ausgesucht hätte. Auch hier finden wir ein hohes Maß an Gesellschaftskritik.
Alles in allem mag ich Fontane und fand auch diesen Roman „Effi Briest“ von ihm sehr schön. Was ich bemerkenswert im eigentlichen Wortsinne fand, war, dass er manchmal einen längeren Sachverhalt in einem Nebensatz beschreibt und manchmal, gefühlte zehn Seiten Umgebungsbeschreibung liefert, sodass da eine Spannung entsteht, die sich durch den gesamten Roman zieht. Dennoch oder vielleicht auch deswegen ist „Effi Briest“ ein schöner Roman, den man zwar nicht mal eben an ein oder zwei Nachmittagen runterliest, der aber auf jeden Fall zu den schöneren Seiten der Kanonliteratur gehört und deshalb gerne und gut gelesen werden kann und darf.

Freitag, 2. Dezember 2016

Rekurrieren

Rekurrieren 
 
Das Verb „rekurrieren“ bedeutet, dass man auf etwas vergangenes verweist, also Bezug auf etwas Vergangenes oder früher Erkanntes macht. Es ist laut Kluge aus dem Französischen 'recourir' entlehnt und kommt eigentlich aus dem Lateinischen 'recurrere' und ist verwandt mit dem Kurs.
Ich finde das Verb eigentlich recht schön und könnte mir sogar überlegen, es in meinen aktiven Wortschatz zu übernehmen. In meinen passiven Wortschatz habe ich es lange übernommen, aber es ist schwierig dieses Wort täglich oder zumindest hin und wieder zu verwenden, denn es ist irgendwie nicht in jeder Standardsprache enthalten und somit schwer zu verwenden.

Mittwoch, 30. November 2016

Inhaltsangabe: Das fremde Kind aus den Serapions-Brüdern von E.T.A. Hoffmann

Inhaltsangabe: Das fremde Kind aus den Serapions-Brüdern von E.T.A. Hoffmann

In dieser Erzählung „Das fremde Kind“ aus den Serapions-Brüdern von E.T.A. Hoffmann geht es um zwei Kinder, Felix und Christlieb, die zusammen im Wald spielen und mit ihren Eltern zusammen in einem Haus außerhalb eines kleinen Dorfes leben.
Die Familie bekommt Besuch von Verwandten, die ihnen Geschenke und ihre Kinder mitbringen. Die Kinder sind seltsam, sitzen still am Tisch, essen nichts von dem Kuchen, sondern den Zwieback, den sie von ihren Eltern bekommen und benehmen sich auch sonst nicht wie normale Kinder.
Felix und Christlieb hingegen spielen viel lieber im Wald und langweilen sich zu Tode als sie an diesem Tag des Besuches nicht raus zum Spielen dürfen, sondern in der Stube sitzen müssen.
Draußen im Wald lernen sie ein fremdes Kind kennen. Sie können sich nicht darauf einigen, ob das Kind ein Knabe oder ein Mädchen ist, ansonsten sind sie sich aber einig, dass das Kind sehr schön ist und ihnen wundervolle Spiele zeigt. Es baut einen Palast aus den Dingen, die sie im Wald finden und lassen sich Märchen vom rauschenden Bach erzählen.
Als dann das fremde Kind erzählt woher es kommt, dass seine Mutter die Feen-Königin ist und über ein wundervolles Königreich herrscht, dass vor allem Kindern gut gefällt und auch erzählt, dass dieses Königreich von einem Feind angegriffen wurde, der dann von den Ministern der Königin verjagt wurde, da kriegen Felix und Christlieb Angst, denn das fremde Kind läuft ständig Gefahr von dem bösen Minister eingefangen zu werden.
Gerade an diesem Tag bekommen die Kinder einen Hauslehrer, der scheußlich anzusehen ist und der sie sehr an den bösen Minister erinnert.
Wie sich bald herausstellt, ist es der böse Minister, der es den Kindern schwer macht und der, als sie einmal einen Spaziergang im Wald machen, Blumen ausreißt und Vögel mit Steinen tot schmeißt. Felix und Christlieb finden das schrecklich, erzählen ihren Eltern davon und lassen den „Magister Tinte“ oder die Fliege von ihren Eltern wegjagen.
Aber im Wald können die Kinder nicht mehr spielen, denn das fremde Kind taucht dort nicht auf und die Spielsachen, die sie von dem Besuch geschenkt bekommen hatten, dann beim Spielen aus Versehen zerbrochen und weggeworfen hatten, machen ihnen Angst und lassen ihnen keine Ruhe mehr im Wald.

Dienstag, 29. November 2016

Steckbrief: Der Tod trägt dein Gesicht von Ginna Gray

Steckbrief: Der Tod trägt dein Gesicht von Ginna Gray

Titel: Der Tod trägt dein Gesicht
Autor: Ginna Gray
Reihe: -
Originaltitel: Fatal Flaw (2005)
Genre: Lady-Thriller (Krimi und Romantik)
Verlag: Mira Verlag
Seitenanzahl: 380
Erscheinungsjahr: 2008
Preis: 7,95€
ISBN: 978-3-89941-482-0
Protagonisten: Polizisten Casey O'Toole und Dr. Mark Adams

Sonntag, 27. November 2016

Inhaltsangabe: Der Dekamerone – Masetto von Lamporecchio stellt sich stumm und wird Gärtner in einem Nonnenkloster, dessen Bewohnerinnen um die Wette bei ihm schlafen. von Giovanni Boccaccio

Inhaltsangabe: Der Dekamerone – Masetto von Lamporecchio stellt sich stumm und wird Gärtner in einem Nonnenkloster, dessen Bewohnerinnen um die Wette bei ihm schlafen.von Giovanni Boccaccio

In dieser Novelle aus dem Dekamerone von Giovanni Boccaccio geht es um Masetto. Masetto hört von seinem Freund Nuto, der unglücklich für ein Nonnenkloster arbeitete, dass diese jemand neuen suchen, der sich um ihren Garten kümmert. Weil Masetto ein schöner, junger, starker Mann ist, tut er so, als sei er stumm um im Kloster angestellt zu werden. Weder die Äbtissin, noch der Meier, der Masetto anstellte, ahnen, dass der junge Mann ihren acht Nonnen gefährlich werden könnte. Die erste der Nonnen, die von mehreren Frauen gehört hat, dass das schönste Gefühl die Wollust wäre, die man fühle, wenn an von einem Mann beschlafen würde, erzählt ihrer Gefährtin davon. Gemeinsam hecken sie den Plan aus, dass sie beide einmal ausprobieren wollen, ob dieses Gerede stimmt und so führt die erste der beiden Nonnen Masetto in eine Hütte, während ihre Freundin Wache hält. Auch die andere Nonne schläft in der Hütte mit ihm und da diese Freuden mit dem Stummen so groß sind, beschließen sie in der Zukunft öfter mit ihm zu schlafen. Die Nonnen reden nicht nett von Masetto und bezeichnen ihn als Tölpel und sehen auch keinen Grund nicht mit ihm zu schlafen, da er sie aufgrund seiner Stummheit sie nicht verraten könne. Nachdem die Nonnen am Anfang vorsichtig waren und aufpassten, dass sie nicht beobachtet wurden, werden sie nachlässig und werden von den anderen Nonnen gesehen, die beschließen sie nicht bei der Äbtissin zu verraten, sondern Masettos Künste selbst einmal auszuprobieren. Als Masetto sich überfordert sieht, neun Frauen gleichzeitig glücklich zu machen, beschließt er, sich der Äbtissin zu entdecken, sodass diese von ihm erfährt, dass er nicht mehr stumm ist und alle Nonnen mit ihm geschlafen haben. Nachdem der Meier gerade gestorben war, beschließen die Nonnen samt der Äbtissin, dass sie Masetto zum neuen Meier machen und seine Aufgaben so verteilen, dass er weiterhin in der Lage ist, sie zu beglücken. Vor den Menschen, die um das Kloster herum wohnen, halten sie dieses Verhalten geheim, obwohl sie sich einige Kinder von Masetto zeugen lassen. Nachdem die Äbtissin gestorben war, ließen die Nonnen, den inzwischen alt gewordenen Masetto fort, der sich nicht um die Kinder, die er gezeugt hatte, kümmern musste und reich geworden war. Masetto pflegte zu sagen, dass Gott so mit denen verfahre, die ihm Hörner aufsetzten.

Freitag, 25. November 2016

Dantons Tod von Georg Büchner

Dantons Tod von Georg Büchner

Und wenn es ginge – ich will lieber guillotiniert werden, als guillotinieren lassen.“ 
 
Danton sagt dies zu seinen Kameraden Camille und Lacroix. Er ahnt zu diesem Zeitpunkt schon, dass er am Ende guillotiniert werden wird und man erfährt, dass er, das Stück spielt während der französisch Revolution, lieber selbst guillotiniert wird, als zuzulassen, dass das Morden während der Revolution weitergeht. An diesem Zitat wird deutlich wie Dantons Charakter beschaffen ist.
Außerdem sieht man hier die aktive und auch die passive Möglichkeit des Guillotinierens.
Alles in allem fasst dieses Zitat gut zusammen worum es geht: Um die französische Revolution, um einen Mann, der dem Blutvergießen ein Ende machen will und damit die Grausamkeit der Revolution und die Güte seines Charakters zeigt.

Mittwoch, 23. November 2016

Rezension: Das fremde Kind aus den Serapions-Brüdern von E.T.A. Hoffmann

Rezension: Das fremde Kind aus den Serapions-Brüdern von E.T.A. Hoffmann

Die Inhaltsangabe zum Märchen „Das fremde Kind“ aus den Serapions-Brüdern von E.T.A. Hoffmann findet ihr oben.
Diese Geschichte ist in mehrere Abschnitte unterteilt, die das ganze Märchen gliedern. Die gefiel mir recht gut, weil man durch eine recht lange Überschrift eine kurze Zusammenfassung des folgenden Abschnitts erhält.
Hier wird zwar kurz erzählt, woher das fremde Kind kommt, sodass wir auch hier wieder eine explizite Verschmelzung der Erzählebenen haben, aber auch eine implizite, bei der nicht immer wirklich klar ist, auf welcher Ebene man sich befindet, denn Felix und Christlieb spielen mit dem fremden Kind im Wald, wo besondere wunderbare Dinge geschehen.
Oftmals habe ich hier wieder Parallelen zu der Geschichte vom Nussknacker und Mausekönig gezogen, da auch dort die Kinder oder zumindest Marie in eine andere Welt abtauchen/t und dort spielt.
Was mir sehr gut gefiel war, dass wir uns hier nicht sicher sein konnten, was wirklich passiert, was im Traum oder in der Fantasie der Kinder stattfindet. Die Eltern schieben die Erzählungen der Kinder immer wieder auf Träume und auf die kindliche Fantasie. Aber da der Vater am Ende sagt, dass er das fremde Kind früher selbst kannte und mit ihm gespielt hat, ist wieder unklar, ob das wirklich passierte oder es hat zumindest den Anschein, dass die Dinge wirklich geschehen sind, was aber in unserer „richtigen Welt“ nicht geschehen sein kann.
Alles in allem fand ich diese Geschichte sehr schön, sehr fantastisch und doch kam hier das Serapiontische Prinzip nicht in der Kunst, sondern nur in der Fantasie und den Erzählungen der Kinder vor. Schade, dass diese Geschichte außerhalb der Serapions-Brüder nicht sonderlich bekannt ist, denn man kann mit ihr wirklich viel Spaß haben und ich kann sie nur weiterempfehlen.

Dienstag, 22. November 2016

Steckbrief: Meister Martin der Küfner und seine Gesellen aus den Serapions-Brüdern von E.T.A. Hoffmann

Steckbrief: Meister Martin der Küfner und seine Gesellen aus den Serapions-Brüdern von E.T.A. Hoffmann

Titel: Serapions-Brüder
Autor: E.T.A. Hoffmann
Geschichte: Meister Martin der Küfner und seine Gesellen
Seitenanzahl: ca. 70
Erzähler: Sylvester
Erscheinungsjahr: 1817/1818

Sonntag, 20. November 2016

Rezension: Der Dekamerone – Masetto von Lamporecchio stellt sich stumm und wird Gärtner in einem Nonnenkloster, dessen Bewohnerinnen um die Wette bei ihm schlafen.

Rezension: Der Dekamerone – Masetto von Lamporecchio stellt sich stumm und wird Gärtner in einem Nonnenkloster, dessen Bewohnerinnen um die Wette bei ihm schlafen. 
 
Die Inhaltsangabe zu dieser Novelle aus dem Dekamerone von Giovanni Boccaccio findet ihr oben.
Diese Novelle aus dem Dekamerone fand ich sehr interessant, weil sie anders war als die Erzählungen vom Stricker. Diese Novelle endet nicht moralisch und negativ wie die Erzählungen des Strickers. Wir haben auch hier ein Ende, bei dem explizit gesagt wird, wie die Welt funktioniert. Aber dieses Ende ist nicht so, dass jemand eine Lehre zieht, weil er für sein Verhalten bestraft wurde, sondern endet diese Novelle sowohl für Masetto also auch für die Frauen, die mit ihm schlafen positiv. Sie können weiterhin der Lust frönen und werden auch am Ende nicht für ihr unmoralisches Verhalten bestraft, sondern werden sie weder entdeckt, noch müssen sie Konsequenzen aus ihrem Verhalten ziehen.
An sich fand ich diese Geschichte auch sehr freizügig für die Zeit, aus der diese stammt, denn Giovanni Boccaccio hat im vierzehnten Jahrhundert gelebt. Der Autor beschreibt das Verhalten – laut der Übersetzung, die ich gelesen habe – der Nonnen und der Äbtissin wie auch Masettos sehr explizit, sodass wenig Spielraum für Interpretationen bleibt.
Insgesamt gibt es viele Novelle aus dem Dekamerone, wobei ich nur diese eine gelesen habe und so keine großartigen Vergleiche ziehen kann, wobei ich hoffe, dass dieses Novelle möglichst beispielhaft für alle Geschichten ist.
Ich fand diese Novelle „Masetto von Lamporecchio stellt sich stumm und wird Gärtner in einem Nonnenkloster, dessen Bewohnerinnen um die Wette bei ihm schlafen“ aus dem Dekamerone sehr interessant und gerade für die Zeit, aus der sie stammt, sehr anzüglich, aber insgesamt ist es eine schöne Novelle mit einer – gerade im Kontext der Zeit – spannenden Botschaft.

Freitag, 18. November 2016

Honett

Honett

Honett“ ist ein Adjektiv, das ich in einem Theaterstück das erste Mal gelesen habe. Zu diesem Zeitpunkt kannte ich das Wort nicht, habe es mir aber hergeleitet, was es wohl heißen muss. Zum einen war der Kontext dabei hilfreich, zum anderen kannte ich die „honor“, das auf deutsch ja bekanntlich „Ehre“ bedeutet.
Honett“ ist eine Person also wenn sie ehrenhaft und anständig ist (vergleiche dazu den Eintrag im Duden-online), wobei dieses Wort schon älter und damit wohl nicht mehr im aktiven Sprachgebrauch der meisten Menschen zu finden ist.

Mittwoch, 16. November 2016

Inhaltsangabe: Meister Martin der Küfner und seine Gesellen aus den Serapions-Brüdern von E.T.A. Hoffmann

Inhaltsangabe: Meister Martin der Küfner und seine Gesellen aus den Serapions-Brüdern von E.T.A. Hoffmann
 
In dieser Geschichte „Meister Martin der Küfner und seine Gesellen“ von E.T.A. Hoffmann aus den Serapionsbrüdern geht es um den Küfner Meister Martin, der eine bildschöne Tochter namens Rosa hat. Spangenberg und Ratsherr Jacobus Paumgartner besuchen ihren Freund und wollen ihn überreden seine Tochter zu verheiraten, das will Meister Martin aber nicht und er meinte, dass er seine Tochter niemals zwingen würde zu heiraten, wenn sie es nicht wollte. Aber am liebsten würde er sie mit einem Küfnermeister verheiraten, denn seiner Ansicht nach wurde das von einer Großmutter geweissagt. Als die junge Witwe eines seiner Arbeiter mit ihren Kindern bei Meister Martin im Hausflug steht, bietet er ihr und den Kindern an zusammen mit ihrem Vater, also dem Großvater der Kinder dort einzuziehen, denn ihr Mann starb an einer Wunde, die er sich in der Werkstatt Meister Martins zuzog.
Draußen vor der Stadt treffen die beiden Gesellen Friedrich und Reinhold aufeinander, eigentlich sind die beiden Künstler, doch weil sie die Tochter von Martin heiraten wollen und der aufgrund der Prophezeiung seine Tochter Rosa nur an einen Küfner verheiraten will, müssen sie das Küfnerhandwerk lernen. Sowohl Reinhold und Friedrich, als auch der dritte Geselle, Konrad, sind mit dem Küfnerhandwerk nicht besonders glücklich, singen aber dennoch bei der Arbeit. Die drei kämpfen um Rosa, welche sich aber nicht für einen der Gesellen entscheiden kann.
Conrad flieht nach einem Streit aus der Werkstatt, Reinhold wird verletzt und findet so zurück zu seiner Kunst, denn er erkennt, dass Rosa nur als Idealbild gelten kann. Friedrich soll, damit er Rosa heiraten darf, ein Meisterfass herstellen, allerdings gesteht er seinem Meister, dass er eigentlich Goldschmied sein will, sodass dieser ihn verstößt. Aber Friedrich macht einen Kelch mit dem er die Prophezeiung erfüllt und Rosa heiraten darf. Am Ende sind dieses Mal alle glücklich: Conrad bekommt einer Frau, die ihn glücklich macht und auch Rosa heißt, Reinhold wird mit seiner Kunst glücklich und Friedrich heiratet seine Rosa.

Dienstag, 15. November 2016

Steckbrief: Der Sandmann von E.T.A. Hoffmann

Steckbrief: Der Sandmann von E.T.A. Hoffmann

Titel: Der Sandmann
Autor: E.T.A. Hoffmann
Reihe: -
Originaltitel: -
Genre: Erzählung
Verlag: Suhrkamp
Seitenanzahl: 50
Erscheinungsjahr:
Preis:
ISBN:
Protagonisten: Nathanael, seine Mutter, sein Vater, Clara, Lothar, Olimpia, Professor Spalanzani, Coppelius, der Wetterglashändler

Sonntag, 13. November 2016

Inhaltsangabe: Wer zuletzt lacht, küsst am besten von Rachel Gibson

Inhaltsangabe: Wer zuletzt lacht, küsst am besten von Rachel Gibson 
 
In diesem dritten Band der Lovett-Texas Reihe „Wer zuletzt lacht, küsst am besten“ von Rachel Gibson geht es um Sadie Jo Hollowell. Sadie kommt um die Hochzeit ihrer jüngeren Cousine zu feiern zurück in ihre alte Heimatstadt. Nach dem College hat sie sich ein eigenes Leben fernab ihrer Heimat, fernab der Ranch ihres Vaters aufgebaut. An der Straße gabelt sie einen Fremden auf, der ebenfalls nach Lovett will und dessen Auto liegen geblieben war. Vincent „Vince“ Haven war früher Soldat, kommt jetzt nach Lovett um etwas mit seiner Tante zu besprechen.
Sadie und Vince kommen sich näher und haben viel Kontakt miteinander. Nicht nur im Bett knistert es zwischen den beiden, denn sie haben einen One Night Stand. Aus dieser einen Nacht wird aber mehr, sodass sie sich fortan öfter sehen und sich miteinander vergnügen.
Sadie muss regelmäßig in die nächstgrößere Stadt, denn ihr Vater hatte einen Unfall und liegt im Krankenhaus. Der ältere Rancher wurde beim Deckvorgang vom Hengst getreten, dabei werden ihm Rippen gebrochen und er muss längere Zeit im Krankenhaus bleiben, bevor er dann in die Reha kommt.
Als sie eines Morgens den Anruf erhält, dass ihr Vater im Schlaf starb, fällt sie aus allen Wolken. Vollkommen ausgelöst macht sie sich auf den Weg in die Reha-Klinik. Auf dem Weg kommt sie an der Tankstelle vorbei, die Vince seiner Tante aufgekauft hatte und die er nun renoviert um sie mit Gewinn weiterverkaufen zu können. Sie erzählt ihm, was passiert ist und er beschließt sie nicht alleine fahren zu lassen, da er erkennt, dass sie unter Schock steht. In den folgenden Tagen ist er an ihrer Seite und hilft ihr alles zu regeln, was von nun an auf sie zukommt. Als sie ihm aber eines Abends nach einem schockierenden Erlebnis gesteht sich doch in ihn verliebt zu haben, obwohl sie das am Anfang nicht wollten, stößt Vince sie von sich. Er kann nicht nur nicht damit umgehen, dass sie sich in ihn verliebt hat, denn er hat auch Gefühle für sie, gleichzeitig ist er schockiert, dass sie ihn in einer so schrecklichen Situation vorgefunden hat. Vince leidet unter einer posttraumatischen Belastungsstörung. Er träumt von dem Tag an dem sein Kamerad und Freund starb und schlafwandelt. Als sie ihn versucht vorsichtig zu wecken, ist sie schockiert und kann nur schwer damit umgehen, dass dieser Mann, der Mann, den sie liebt, so leidet.
Und wer das Ende schon wissen möchte:
Letztendlich gesteht sich aber auch Vince nicht nur seine Schwäche, seine schlimmen Träume, sondern auch seine Liebe zu Sadie ein und bittet sie ihn zu heiraten.

Freitag, 11. November 2016

Blind-Date um Mitternacht II von Lori Foster

Blind-Date um Mitternacht von Lori Foster

'Publikum' bezog sich auf drei alte Damen, die sich hinter einem Strauch verbargen, und zwei Männer, die vorgaben, sich zu unterhalten, während sie in Wahrheit lauschten.“
In diesem Zitat geht es darum, dass Nick mit Josie sprachen möchte, sie sich aber vor ihrem Appartmenthaus befinden, in dem viele ältere Menschen leben, damit Josie, die als Pflegekraft arbeitet, es nicht so weit zur Arbeit hat. Diese älteren Menschen beobachten nun Nick und Josie wie diese sich darüber streiten, ob sie miteinander reden müssen oder nicht, dabei will Nick kein Publikum haben, sodass er sie auffordert in ihre Wohnung zu gehen, sodass sie ungestört sind.
Ich fand dieses Zitat einfach lustig, es zeigt, dass der Roman, so langweilig und so wenig ich ihn ansonsten auch empfehlen kann, doch eine witzige Stelle hat. Ich kann mir dieses Szene ganz wunderbar vorstellen und finde es einfach lustig, wie schön offensichtlich manche Menschen neugierig sind.

Mittwoch, 9. November 2016

Rezension: Meister Martin der Küfner und seine Gesellen aus den Serapions-Brüdern von E.T.A. Hoffmann

Rezension: Meister Martin der Küfner und seine Gesellen aus den Serapions-Brüdern von E.T.A. Hoffmann

Die Inhaltsangabe zur Geschichte „Meister Martin der Küfner und seine Gesellen“ von E.T.A. Hoffmann findet ihr oben.
Von seinen Zeitgenossen wurde diese Geschichte „Meister Martin der Küfner und seine Gesellen“ von E.T.A. Hoffmann durchweg positiv rezipiert, später wurde diese immer schlechter bis heute diese idealisierte Darstellung nur noch kritisiert wurde. Das Ende ist durchweg positiv und versteht mich nicht falsch. Ich mag positive Enden eigentlich, das sieht man ja schon an meinen ganzen Rezensionen und daran welche Bücher ich hier rezensiere. Aber irgendwie fand ich diese Geschichte nicht so toll.
Auch hier lassen sich wieder ein paar Parallelen zu anderen Geschichten aus den Serapionsbrüdern ziehen. Wir haben zum Beispiel wieder den Künstler, der in einen inneren bzw. äußeren Konflikt mit einem Handwerk kommt wie zum Beispiel in „die Berwerke zu Falun“. In dieser Geschichte will der Protagonist Elis Bergbauer werden, damit er Ulla, die Tochter seines Chefs heiraten kann. Allerdings scheitert er an seinem Ideal, wobei ihm auch immer wieder der Geist eines Bergbauers erscheint, der ihm Weissagungen bezüglich seiner beruflichen Zukunft macht. Bei „Meister Martin der Küfner und seine Gesellen“ steht dem komplett entgegen. Jeder wird glücklich und zufrieden, niemand scheitert an seinen Idealen.
Auch hier haben wir wieder eine Dopplung vielleicht sogar eine Tripplung der Rosa. Conrad heiratet eine „andere“ Rosa, Friedrich heiratet die Original-Rosa und Reinhold behält die Ideal-Rosa im Kopf, mit der er seine Kunst verfolgen kann.
Dieses Bild eines Ideals haben wir auch im Artushof, in dem Traugott am Ende zwar recht glücklich wird, aber sein Idealbild der Felicitas nicht wirklich erreicht, weil er eine Frau heiratet, die Felicitas zwar unheimlich ähnlich sieht, aber eben nicht das Original.
Mir gefällt es ja immer, wenn man zwischen einzelnen Geschichten Parallelen ziehen kann, auch die Überschriften für die einzelnen Abschnitte finde ich gut, wobei mir das Ende zu sehr idealisiert war und ich damit nicht so wirklich was anfangen kann, aber diese Geschichte steht in einem spannenden Gegensatz zu anderen Geschichten Hoffmanns, weshalb man ihr besondere Aufmerksamkeit zukommen lassen sollte.

Dienstag, 8. November 2016

Steckbrief: Eine Spukgeschichte aus den Serapions-Brüdern von E.T.A. Hoffmann

Steckbrief: Eine Spukgeschichte aus den Serapions-Brüdern von E.T.A. Hoffmann

Titel: Serapions-Brüder
Autor: E.T.A. Hoffmann
Geschichte: Eine Spukgeschichte
Seitenanzahl: ca. 10
Erzähler: Cyprian
Erscheinungsjahr: 1819

Sonntag, 6. November 2016

Rezension: Wer zuletzt lacht, küsst am besten von Rachel Gibson

Rezension: Wer zuletzt lacht, küsst am besten von Rachel Gibson 
 
Die Inhaltsangabe zu diesem Roman „Wer zuletzt lacht, küsst am besten“ von Rachel Gibson findet ihr oben.
Da ich bereits den Nachfolger „Küssen gut, alles gut“ gelesen habe, hatte ich natürlich auch Interesse daran, diesen Teil noch zu lesen.
Mir persönlich war Sadie recht sympathisch. Ich fand ihren Charakter größtenteils eigentlich ziemlich zugänglich. Sie versucht ihr eigenes Leben zu leben ohne sich auf das Geld ihrer Eltern zu verlassen. Ihre Mutter starb früh und ihr strenger Vater kann ihr nicht zeigen wie sehr er sie liebt, was natürlich Mitleid (im positiveren Sinne) erregte.
Auf der einen Seite fand ich sehr gut, dass wir mal eine weibliche Protagonistin hatten, die nicht mehr komplett unschuldig ist, denn oftmals haben wir Frauen, die im Gegensatz zu den männlichen Protagonisten recht zurückhaltend sind im sexuellen Sinne. Eine Frau, die macht, was sie möchte, unabhängig ist und mit so vielen Männern schläft wie sie will und sich nicht deshalb verurteilen lässt.
Leider ist Sadie aber doch nicht so selbstsicher wie sie am Anfang wirkt, denn sie möchte nicht alleine auf der Hochzeit erscheinen, da sie sich mit Sicherheit einiges anhören wird, wenn sie dort ohne Ehemann auftaucht. Natürlich ist sie jahrelang von ihrem Umfeld, von ihrer Heimatstadt geprägt worden, sodass ihre Verunsicherung verständlich ist. Diese Spannung in ihrem Charakter gibt Sadie natürlich auch einen besonderen Charme. Wie langweilig wären denn Charaktere, die immer nach dem selben Schema handeln?
In Vince erhalten wir auch Einsicht. Wir lernen ihn und seine Vergangenheit bei den Seals kenne. Wir erfahren, dass er Albträume hat seitdem sein Kamerad in seinen Armen starb und dass er sich zumindest einen Mitschuld an dessen Tod gibt. Außerdem erfahren wir, dass Vince sich rührend um seine Schwester und seinen Neffen kümmerte, inzwischen aber auf der Suche nach einer Aufgabe ist, die ihn ausfüllt. Diese ganzen Charakterzüge machen die Protagonisten zu Figuren und heben sie aus der Verurteilung wiedermal nur Typen zu sein.
Was mir persönlich fehlte war die kriminalistische Note, was ich aber der Autorin nicht anlasten kann, wenn ich mir doch einen Roman ohne kriminalistische Note kaufe.
Alles in allem habe ich den Roman „Wer zuletzt lacht, küsst am besten“ von Rachel Gibson regelrecht verschlungen, er machte Spaß und war kurzweilig. Die Charaktere haben ihre eigene Spannung, auch wenn mir einige ihrer Charakterzüge nicht zu hundert Prozent gefielen. All das führt dazu, dass ich diesen Roman von Rachel Gibson gerne weiterempfehle.

Freitag, 4. November 2016

Elaboriert

Elaboriert 
 
Dieses Adjektiv habe ich das erste Mal in der Uni gehört. Damals ging es darum, dass es einen elaborierten Code gibt, also einen Code, der höher gestochen klingt, der eher offiziell klingt und dass je nach Welt und Gesellschaft, in der man sich bewegt, ein Code angebrachter sein kann, dass aber kein Code besser oder schlechter ist als ein anderer. Laut Duden-online bedeutet „elaboriert“, dass etwas differenziert ausgebildet bzw. hoch entwickelt ist. Mir persönlich gefiel das Wort, weil es so schön hochgestochen klingt, gleichzeitig aber auch „hoch entwickelt“ bedeutet.

Mittwoch, 2. November 2016

Inhaltsangabe: Eine Spukgeschichte aus den Serapions-Brüdern von E.T.A. Hoffmann

Inhaltsangabe: Eine Spukgeschichte aus den Serapions-Brüdern von E.T.A. Hoffmann

In der "Spukgeschichte" erzählt Cyprian von einer Begebenheit, bei der er wohl teilweise anwesend war. Cyprian war in Kontakt mit einem Obristen, den er besuchte. Dort lernt er die Frau des Obristen und seine beiden Töchter kennen. Die Ältere der beiden Schwestern hieß Auguste, welche sehr sprunghaft gewesen sein soll. Sie konnte sich weder für eine Beschäftigung noch für eine Gefühlslage entscheiden. Ihre Schwester war anders. Sie war zwar hübsch, aber ihr Aussehen wirkte kränklich, allerdings war ihr innerstes recht schön, außerdem war sie sehr ruhig und in sich gekehrt.
An einem Abend schicken die Eltern und die Schwester und dazu die Gouvernante, eine Französin, die junge Frau ins Bett wie ein Kind, obwohl es erst 8 Uhr ist und das Abendessen noch nicht genommen wurde. Als der Erzähler daraufhin nachfragt, sagte man ihm, dass sie aufgrund ihres kränklichen Zustandes und damit einhergehenden Fieberschüben, die immer um 9 Uhr über sie herfielen, es für die junge Frau besser sei, sich früh hinzulegen.
In einer Anachronie erzählt der Erzähler daraufhin, wie die junge Frau diese komische Krankheit bekam. An ihrem 14. Geburtstag spielte sie mit ihren Kameradinnen und sie spaßten. Adelgunde wollte sich einen Spaß machen und so tun als sei sie die weiße Frau. Zu diesem Zweck wollte sie aber zu einer eingefallenen Mauer. Dort angekommen schlägt es neun und plötzlich erscheint ihr der schwebende Geist einer Frau aus den Nebelschwaden. Sie ist die Einzige, die ihn sehen kann. Als sie sich aber relativ schnell von ihrem Schrecken erholt, gehen alle davon aus, dass dieser Vorfall ohne Folgen bleiben wird.
Am nächsten Abend um Punkt 9 Uhr fährt Adelgunde auf und wird von dem Geist der Frau vom vorherigen Tag geplagt. Ihre Familie versucht sie mit allen möglichen Mitteln zu heilen, weiß sich aber irgendwann auch nicht mehr anders zu helfen, sodass sie den Rat eines bekannten Mediziners annehmen. Dieser rät ihnen alle Uhren im Haus und sogar die Dorfuhr umzustellen, sodass Adelgunde gar nicht mehr auf die Idee kommen kann ihren Spuk, der nach Meinung des Arztes ihrer Fantasie entspringt, pünktlich auszuführen. Allerdings erscheint Adelgunde der Spuk an diesem Tag eine Stunde früher, als es gerade 8 Uhr schlägt, was ja eigentlich bereits 9 Uhr ist.
Ihre Eltern und ihre Schwester sehen nichts, obwohl Adelgunde bezeugt, dass der Geist da ist. Als der Geist einen Teller von Adelgunde entgegennimmt, diesen durch den Raum schweben lässt und dann ganz sanft wieder auf dem Tisch absetzt ist die Familie geschockt. Der Vater muss mit diesem Schock klarkommen und verändert sich, die Mutter stirbt an den Folgen des Schocks und die ältere Tochter Auguste wird wahnsinnig. Nur die Französin, die während des gesamten Vorfalles gebetet hat, bleibt verschont und auch Adelgunde scheint geheilt von diesem Spuk zu sein. Gemeinsam pflegen sie die wahnsinnige Schwester. Allerdings hält sich Adelgunde von nun an selbst für den Geist, sodass sie sich nicht mehr traut zu atmen oder sich zu bewegen, wenn fremde Menschen dabei sind.
Die Serapionsbrüder sind von dieser Geschichte nicht sonderlich angetan, sodass diese von ihnen verrissen wird, auch wenn sie die besondere Wirkung dieses Spuks anerkennen und sie durchaus schaurig finden.

Dienstag, 1. November 2016

Steckbrief: Geschichten vom Herrn Keuner von Berolt Brecht

Steckbrief: Geschichten vom Herrn Keuner von Berolt Brecht

Titel: Geschichten vom Herrn Keuner
Autor: Bertolt Brecht
Reihe: -
Originaltitel: -
Genre: Kurzgeschichten
Verlag: Insel Verlag
Seitenanzahl: 103
Erscheinungsjahr: 1996 (1. Auflage)
Preis: 7 DM
ISBN: 3-458-18021-4
Ausgewähltes Zitat: „Woran arbeiten Sie?“ wurde Herr K. gefragt. Herr K. antwortete: „Ich habe viel Mühe, ich bereite meinen nächsten Irrtum vor.“

Sonntag, 30. Oktober 2016

Inhaltsangabe: Geschichten vom Herrn Keuner von Bertolt Brecht

Inhaltsangabe: Geschichten vom Herrn Keuner von Bertolt Brecht

Ausgewähltes Zitat: „Woran arbeiten Sie?“ wurde Herr K. gefragt. Herr K. antwortete: „Ich habe viel Mühe, ich bereite meinen nächsten Irrtum vor.“ (Seite 15)

In diesem Sammelband „Geschichten vom Herrn Keuner“ von Bertolt Brecht geht es um den Herrn K. bzw. Herrn Keuner, der auch manchmal „der Denkende“ genannt wird. Es ist recht schwierig hier eine zusammenhängende Zusammenfassung zu schreiben, denn jede „Geschichte“ dreht sich um etwas anderes und sie sind auch nicht so lang als das man verschiedene Inhaltsangaben schreiben könnte. Deshalb bringe ich hier einfach die Titel, die man in dem Band findet, sodass man einen Eindruck vom Inhalt erhält: 1. Weise am Weisen ist die Haltung, 2. Organisation, 3. Maßnahmen gegen die Gewalt, 4. Von den Trägern des Wissens, 5. Der Zweckdiener, 6. Mühsal der Besten, 7. Die Kunst, nicht zu bestechen, 8. Verlandsliebe, der Haß gegen Vaterländer, 9. Das Schlechte ist auch nicht billig, 10. Hungern, 11. Vorschlag, wenn der Vorschlag nicht beachtet wird, 12. Originalität, 13. Die Frage, ob es einen Gott gibt, 14. Das Recht auf Schwäche, 15. Der hilflose Knabe, 16. Herr K. und die Natur, 17. Überzeugende Fragen, 18. Verläßlichkeit, 19. Das Wiedersehen, 20. Über die Auswahl der Bestien, 21. Form und Stoff, 22. Gespräche, 23. Gastfreundschaft, 24. Wenn Herr K. einen Menschen liebte, 25. Über die Störung des „Jetzt ist das Jetzt“, 26. Erfolg, 27. Herr K. und die Katzen, 28. Herrn K.s Lieblingstier, 29. Das Altertum, 30. Eine gute Antwort, 31. Das Lob, 32. Zwei Städte, 33. Freundschaftsdienste, 34. Herr K. in einer fremden Behausung, 35. Herr K. und die Konsequenz, 36. Die Vaterschaft des Gedankens, 37. Rechtsprechung, 38. Sokrates, 39. Der Gesandte, 40. Der natürliche Eigentumstrieb, 41. Wenn die Haifische Menschen wären, 42. Warten, 43. Der unentbehrliche Beamte, 44. Erträglicher Affront, 45. Herr K. fährt Auto, 46. Herr K. und und Lyrik, 47. Das Horskop, 48. Mißverstanden, 49. Zwei Fahrer, 50. Gerechtigkeitsgefühl, 51. Über Freundlichkeit, 52. [Herr Keuner und die Zeichnung seiner Nichte], 53. Herr Keuner und die Freiübungen, 54. Zorn und Belehrung, 55. [Über Bestechlichkeit], 56. [Irrtum und Fortschritt], 57. [Menschenkenntnis], 58. [Herr Keuner und die Flut], 59. Herr Keuner und die Schauspielerin, 60. [Herr Keuner und die Zeitungen], 61. Über den Verrat, 62. Kommentar, 63. [Über die Befriedigung von Interessen], 64. Die zwei Hergaben, 65. [Kennzeichen guten Lebens], 66. [Über die Wahrheit], 67. Liebe zu wem?, 68. Wer kennt wen?, 69. [Der beste Stil], 70. Herr Keuner und der Arzt, 71. [Gleich besser als verschieden], 72. [Der Denkende und der falsche Schüler], 73. [Über die Haltung], 74. [Wogegen Herr Keuner war], 75. [Vom Überstehen der Stürme], 76. [Herrn Keuners Krankheit], 77. Unbestechlichkeit, 78. [Schuldfrage], 79. Die Rolle der Gefühle, 80. Vom jungen Keuner, 81. [Luxus], 82. [Diener oder Herrscher], 83. [Eine aristokratische Haltung], 84. [Über die Entwicklung der großen Städte], 85. Über Systeme, 86. Architektur, 87. Apparat und Partei

Freitag, 28. Oktober 2016

Blind-Date um Mitternacht von Lori Foster

Blind-Date um Mitternacht von Lori Foster

Tatsache ist, dass du ein bisschen kompromissbereiter werden musst, falls du hoffst, jemals einen so perfekten Mann wie Bob zu heiraten. Er hat sein Leben bis in die kleinste Einzelheit geplant. Glaub mir, er ist es wert, sich um ihn zu bemühen.“

Susan sagt dies zu ihrer Schwester Josie. Natürlich muss man kompromissbereit sein, aber gleichzeitig soll Bob perfekt sein, jetzt stellt sich mir die Frage: Wie perfekt ist ein Mann, wenn man kompromissbereiter sein muss um es mit ihm auszuhalten? Tja... Ich verstehe, dass man natürlich keinen perfekten Menschen findet, aber jemandem zu sagen, dass er oder sie kompromissbereiter sein muss um den Partner für 's Leben zu finden, finde ich nicht gut. Man kann selbst niemals wissen wie kompromissbereit der andere ist und mit welchen Dingen der, dem man einen Rat gibt, leben kann und mit welchen nicht.
Wenn jemand sein Leben bis ins kleinste Detail plant, dann ist das, meines Erachtens nach, nicht perfekt, aber in Ordnung, es gibt sicherlich Menschen, die sich so ihr perfektes Leben und ihren Partner vorstellen, aber wenn man sich den letzten Satz des Zitates ansieht, dann kann man sich leicht denken, dass es Susan ist, die sich zu Bob hingezogen fühlt, denn sie projiziert ihre Gefühle in Josie.

Mittwoch, 26. Oktober 2016

Rezension: Eine Spukgeschichte aus den Serapions-Brüdern von E.T.A. Hoffmann

Rezension: Eine Spukgeschichte aus den Serapions-Brüdern von E.T.A. Hoffmann

Die Inhaltsangabe zu "einer Spukgeschichte" von E.T.A. Hoffmann findet ihr oben.
Diese Geschichte ist relativ kurz im Gegensatz zu den anderen, was natürlich ein Plus- aber auch ein Minuspunkt sein kann. Schade ist, dass hier die Figuren nicht tiefer angelegt wurden, andererseits wurden Frauen bei Hoffmann noch nie mit einem besonders vielschichtigen Charakter ausgestattet und so wundert es wohl nicht, dass es auch dieses Mal nicht passiert.
Dass Ottmar und vor allem Lothar eine Geschichte nicht so gut aufnehmen, ist auch keine Überraschung, passiert das nicht zum ersten Mal. Allerdings finden sie die Geschichte nicht so schlecht. Auch unterhalten sie sich überhaupt nicht darüber, ob diese Geschichte serapionitsch ist oder nicht. Leider fällt es auch mir recht schwer zu sagen, ob diese Geschichte nun serapionitsch ist oder nicht, denn wir haben keine wirklich Kunst. Die schöne Frau, ist kränklich, innerlich aber irgendwie doch positiv beschrieben, was wir bei Hoffmann relativ selten haben. Das soll jetzt nicht heißen, dass Frauen negativ geschildert werden beih ihm, aber der Autor geht nur recht selten auf die inneren Werte einer der geschilderten Damen ein. Diese Geschichte ist irgendwie serapionitsch, obwohl sie so ganz anders ist als viele der anderen Geschichten Hoffmanns. In der Außenwelt nimmt Adelgunde eine Erscheinung war, die irgendwie nur in ihrer Phantasie zu bestehen scheint, aber dann - wie sich in der Szene mit dem Teller herausstellt - doch in der Realität exisitert. Adelgunde projeziert diese Erscheinung in ihr Inneres. Sie hat Angst vor dem Geist, der sie jeden Tag heimsucht. Diese verwirrte Gefühlslage wirkt sich auf ihr Aussehen aus, welches durch diesen Vorfall kränklich wird. Aber Adelgunde schafft ja nichts in ihrem Inneren, das sie nach außen trägt, außer ihren Kranheitssymptomen. Das, was sie erschafft ist also nicht wirklich künsterlisch, sondern einfach nur umheimlich und negativ konnotiert.
In dem obigen Absatz haben wir auch gleich noch das fantastische Moment. Nicht nur haben wir eine Spukerscheinung, die alles auslöst, sondern auch noch den durch die Luft fliegenden Teller, der dieses Mal auch für alle anderen sichtbar ist und seine Auswirkungen auf den gesundheitlichen Zustand der Familie hat.
Gerade wegen dieses verworren eingeflochtenen serapiontischen Prinzips, fand ich diese Geschichte so spannend, aber genauso verworren ist der geschilderte Texte. Die Geschichte, die wieder einmal eine Anachronie, die Schilderung dessen, was sich vor einigen Jahren zugetragen hat und womit dies alles begann, ist auch in sich verworren. Mir ist nicht wirklich klar geworden, wann Cyprian diese Familie besucht hat? Es muss ja wohl zwischen dem 14. Geburtstag von Adelgunde und dem verhängnisvollen Abend mit dem schwebenden Teller passiert sein. Aber woher weiß er, was sich danach noch zugetragen hat? Hat es ihm sein Freund geschrieben? Hat er davon gelesen? Oder ist es ein Indiz dafür, dass diese Erzählung in der erzählten Welt der Serapionsbrüder nicht stattgefunden haben kann und sie somit als fiktion entlarvt?
Alles in allem eine super Geschichte, die mich nicht nur von ihrem Inhalt her - den ich hier gar nicht mehr großartig benannt und gar nicht mehr geschildert habe, was mir daran so gut gefiel - überzeugt hat, sondern auch von allen möglichen Ecken betrachtet und untersucht werden kann und somit trotz oder vielleicht gerade wegen ihrer Kürze und einer damit vielleicht einhergehenden, fragmentartigen Offenheit viele Aspekte zulässt und somit auf jeden Fall zu den lesenswerteren Geschichten Hoffmanns zählt.

Dienstag, 25. Oktober 2016

Steckbrief: Doge und Dogaresse aus den Serapions-Brüdern von E.T.A. Hoffmann

Steckbrief: Doge und Dogaresse aus den Serapions-Brüdern von E.T.A. Hoffmann

Titel: Serapions-Brüder
Autor: E.T.A. Hoffmann
Geschichte: Doge und Dogaresse
Seitenanzahl: ca. 55
Erzähler: Ottmar
Erscheinungsjahr: 1817

Sonntag, 23. Oktober 2016

Rezension: Geschichten vom Herrn Keuner von Bertolt Brecht

Rezension: Geschichten vom Herrn Keuner von Bertolt Brecht
 

Die „Inhaltsangabe“ zu Bertolt Brechts „Geschichten vom Herrn Keuner“ findet ihr oben.
In diesen Geschichten spricht Bertolt Brecht allerlei Themen. Mir persönlich gefiel es recht gut, dass so viele Themen angesprochen werden.
Ich würde diese „Geschichten“ aber nicht unbedingt als Geschichten, sondern eher als Sammlung von Aphorismen, Anekdoten, Geschichten und Sprüchen bezeichnen, denn Geschichten sind die wenigsten dieser Texte, meiner Ansicht nach. Viele der „Geschichten“ sind nur ein paar wenige Zeilen lang und dennoch recht komplex, sodass es sicherlich sinnvoll ist diese Geschichten mehrfach zu lesen. Ich habe das Gefühl, dass ich einiges besser verstehen würde, wenn ich die Texte mehrfach lesen würde. Da ich die Texte aber nur einmal gelesen habe, entging mir vermutlich einiges.
Die einzelnen Texte hängen nicht miteinander zusammen, sodass man einfach eine herausgreifen kann um diese weiter zu verwenden, aber es ist recht schwierig daraus einen großen Sinnzusammenhang zu erschließen.
Die Figur des Herrn Keuner wurde ursprünglich für einen anderen Text konstruiert, sodass diese Geschichten nur ein Auszug aus einem großen Ganzen sind, was wiederum zu dem fragmentarischen Aufbau passt, den ich oben bereits erwähnte.
Alles in allem sind diese Texte teilweise recht sinnreich, aber geben wohl mehr her, wenn man mehr von Brecht gelesen hat oder wenn man die „Geschichten vom Herrn Keuner“ mehrfach liest.

Freitag, 21. Oktober 2016

Embargo

Embargo

Embargo ist ein Substantiv, das als eine Komponente in einigen Kompositionen verwendet wird, so gibt es zum Beispiel das Kompositum Waffenembargo. Das Substantiv Embargo wird im Völkerrecht verwendet. Ein Handelsembargo ist (laut Duden-online) ein staatliches Verbot, mit einem anderen, bestimmten Staat zu handeln. Es gibt viele Synonyme für dieses Wort, die mir teilweise geläufiger erscheinen so zum Beispiel der Boykott. Ich kannte das Wort zwar, habe es aber bisher in meinem aktiven Sprachgebrauch kaum bis überhaupt nicht verwendet und wusste auch gar nicht so genau was es eigentlich bedeutet, wobei einem dieses Wort ja hin und wieder in den Nachrichten über den Weg läuft.

Mittwoch, 19. Oktober 2016

Inhaltsangabe: Doge und Dogaresse aus den Serapions-Brüdern von E.T.A. Hoffmann

Inhaltsangabe: Doge und Dogaresse aus den Serapions-Brüdern von E.T.A. Hoffmann

In E.T.A. Hoffmanns „Doge und Dogaresse“ haben wir eine mehrschichtige Erzählung. Wie immer ist die Erzählung in die Rahmenhandlung der Serapions-Brüder eingebettet, allerdings haben wir dieses Mal eine verhältnismäßig kurze zweite Erzählung, in die eine recht lange dritte Erzählung eingebettet ist.
Wir haben also auf der zweiten Erzählebene eine Ausstellung. Vor einem der Bilder stehen zwei Kunstfreunde, die sich über ein Bild unterhalten auf dem ein Doge und seine Frau die Dogaresse zu sehen sind. Der Mann ist recht alt, die Frau hingegen blutjung und schön wie ein Engel. Ein dritter Mann kommt hinzu und erzählt die folgende Geschichte: Einmal in Venedig gab es einen jungen Mann namens Antonio, der sich als Tagelöhner verdingt. Weil er so erfolgreich ist und viel Geld verdiente, wird er von Neidern verprügelt. Von einer alten, gruseligen Frau wird er gesund gepflegt, rettet den neuen Dogen, der gerade gewählt wurde vor dem Ertrinken und wird von diesem bezahlt.
Die alte Frau ist, wie sich später herausstellt, seine Amme gewesen. Diese erzählt ihm, dass seine Eltern wohl ermordet wurden, er zu dem besten Freund seines Vaters gegeben wurde, aus dessen Haus er vertrieben wird. Er kommt nach Venedig, wo er dann Jahre später von seiner damaligen Amme gefunden wird.
Als Antonio noch ein kleiner Junge war, traf er ein Mädchen namens Annunziata, die ihn vor einer Schlange rettete, die ihn beißen wollte als er schlief. Die beiden küssen sich und verlieben sich in einander.
Jahre später trifft er das wunderschöne Mädchen von damals wieder, dass er seitdem nicht vergessen konnte und es stellt sich heraus, dass auch sie ihn nicht vergessen konnte. Das Mädchen von damals ist niemand geringeres als die Dogaresse. Antonio versucht das Mädchen wieder für sich zu gewinnen, was ihm letztendlich sogar gelingt. Beide flüchten zusammen mit Antonios Amme übers Meer, das das Boot der Gruppe verschlingt und somit alle drei sterben lässt.
Am Ende kommen wir wieder zur zweiten Erzählebene, in der der Erzähler der Geschichte einfach verschwindet und die beiden Freunde ratlos zurücklässt.
Die Serapions-Brüder sind sehr begeistert von Ottmars Geschichte, denn sie sei wirklich serapiontisch.

Dienstag, 18. Oktober 2016

Steckbrief: Mutter Courage und ihre Kinder von Bertolt Brecht

Steckbrief: Mutter Courage und ihre Kinder von Bertolt Brecht

Titel: Mutter Courage und ihre Kinder (1938/39)
Autor: Betolt Brecht
Reihe: -
Originaltitel: -
Genre: Episches Theater
Verlag: Suhrkamp Verlag
Seitenanzahl: ca. 108
Erscheinungsjahr: 1973
Preis:
ISBN:
Protagonisten: Mutter Courage, ihre Tochter (Kattrin), ihr jüngster Sohn (Schweizerkas), ihr älterer Sohn (Eilif), der Feldprediger, der Koch und Yvette

Sonntag, 16. Oktober 2016

Inhaltsangabe: Der Sandmann von E.T.A. Hoffmann

Inhaltsangabe: Der Sandmann von E.T.A. Hoffmann

Diese Erzählung von E.T.A. Hoffmann findet sich nicht in den Serapionsbrüdern, aber ich las sie trotzdem, denn sie kam mir in den letzten Monaten öfter mal unter und da ich sie vor einigen Wochen relativ preiswert erstehen konnte, war es jetzt an der Zeit sie zu lesen. Die Hauptfigur Nathanael schreibt an seinen Bruder, der mit ihm gar nicht blutsverwandt ist, einen Brief, den er aber aus Versehen an seine Schwester, seine Verlobte (Nathanael und Clara sind nicht verwandt, als Nathanaels Vater starb und die Eltern von Clara und Lothar starben, wurden die beiden Kinder von Nathanaels Mutter aufgenommen) adressiert. Inzwischen studiert Nathanael ein Stück weg von seiner Heimatstadt, sodass er mit seiner Familie nur noch per Brief kommuniziert. Er schreibt Lothar, dass er einen Mann kennen gelernt hat, der ihn an den Mörder seines Vaters erinnere. Dieser Mann sei damals öfter nach hause gekommen. Immer als es neun Uhr schlug, schickte die Mutter ihre Kinder schnurstracks ins Bett, sodass sie den Besuch nie genau mitbekamen. Auf die Fragen der Kinder wer dieser Mann sei und warum sie um neun Uhr ins Bett müssten, antwortete die Mutter, dass dies der Sandmann sei.
Dieser Sandmann ist ein Bekannter von ihrem Vater und bringt diesen bei geheimen alchemischen Experimenten um. Der Mann flieht aus der Stadt und wird lange nicht mehr gesehen bis Nathanael in der Stadt, in der er jetzt lebt auf einen Mann trifft, der Wettergläser verkauft und ihn an diesen Sandmann erinnert. Clara versucht ihm begreiflich zu machen, dass das gar nicht der Sandmann sei, sodass sich Nathanael beruhigt.
Als er zurückkommt in die Stadt, in der er studiert, sieht er, dass sein Haus niedergebrannt ist. Er zieht in eine andere Wohnung, in der seine Sachen, die seine Freunde vor dem Feuer retten konnten, lagerten. Aus seinem Fenster kann er die Tochter seines Professors Olimpia sehen, welche er mit einem Perspektiv, das er von dem Wetterglasmacher gekauft hatte, beobachtet. In das Haus des Professors eingeladen und schon lange in die wunderschöne Olimpia verschossen, verfällt er ihr gänzlich und vergisst Clara und seine Verwandten. Seine Kommilitonen finden das hübsche aber sehr steife Mädchen seltsam, denn sie scheint tote Augen zu haben und wirkt kalt.
Letztendlich verfällt Nathanael dem Wahnsinn als er herausfindet, dass die Frau, die er die letzten Wochen anbetete, eine von dem Professor und seinem Freund, dem Wetterglashändler angefertigte Maschine, ein Automat, war. Er versucht sogar Clara zu töten als der Wetterglashändler in der Stadt auftaucht. Dieser scheint irgendeinen Fluch auf Nathanael gelegt zu haben.