Freitag, 30. September 2016

Des Teufels General VI von Carl Zuckmayer

Wer auf Erden des Teufels General wurde und ihm die Bahn gebombt hat – der muß ihm auch Quartier in der Hölle machen. S. 154

Ein sehr treffendes Zitat, das wohl auch zeigt, weshalb das Drama heißt wie es heißt „Des Teufels General“. Nüchtern erkennt Harras hier, dass er sich vor Jahren für einen Weg entschieden hat und jetzt keine andere Wahl mehr hat, als diesen Weg bis zum Ende zu verfolgen. Er kann nicht mehr abspringen und kann sich nicht mehr aus der Affäre ziehen. Er hat vor Jahren die falsche Seite gewählt und besitzt jetzt zu viel Ehre oder Stolz oder Dummheit um sich um zu entscheiden. Vielleicht ist es einfach das Pflichtgefühl, das ihn zu seinen Handlungen drängt. Er entscheidet sich dafür, dass er mit Hitler, für den er als Soldat ja jahrelang gearbeitet hat, in die Hölle fährt und dort mit dem Teufel das ewige Leben verbringt. Das alles tut er lieber, als sein Leben zu retten und für sein Seelenheil zu sorgen.
Ich weiß ehrlich gesagt nicht so genau, was ich von diesem Verhalten denken soll, denn auf der einen Seite imponiert das Selbstvertrauen von General Harras und auch die Ehre und das Pflichtgefühl, die ihn vermutlich zu seinen Handlungen drängen, sind bewundernswert, auf der anderen Seite hat Odenbruch (ein Freund und Kollege von Harras) Recht, denn er sagt, dass Harras lebendig viel wichtiger und hilfreicher für die Sache wäre. Mit 'der Sache' ist die Sabotage von Hitler und den Flugzeugen gemeint. Harras könnte, wenn er weiterlebt dafür sorgen, dass noch mehr Maschinen nicht fliegen können, aber er ist nicht bereit diesen Preis zu behalten, denn er findet es nicht gut, dass es Opfer gibt, die keine Opfer sein müssten.
Letztendlich ist diese Ansicht fraglich, aber sie zeugt von Mut, ob eine Portion Dummheit dazugehört bleibt offen und man sollte sich Gedanken machen, ob man sich genauso oder anders verhalten würde, wenn man in einem moralischen Situation mit seinem eigenen Moralkodex konfrontiert wird.

Mittwoch, 28. September 2016

Rezension: Die Automate aus den Serapions-Brüdern von E.T.A. Hoffmann

Rezension: Die Automate aus den Serapions-Brüdern von E.T.A. Hoffmann

Die Inhaltsangabe von E.T.A. Hoffmanns Geschichte „Die Automate“ findet ihr oben.
Als ich die Geschichte von Theodor noch nicht fertig gelesen hatte, war ich nicht so sonderlich begeistert. Seien wir ehrlich: Ich bin immer noch nicht übermäßig erfreut. Schon wieder das Motiv einer guten Sängerin, schon wieder das Motiv eines Mannes, der von diesem Gesang bezaubert wird, schon wieder ein Traum, bei dem man nicht abgrenzen kann, was zur Realität und was zum Traum gehört, schon wieder ein Maler, der von Lehrern in seiner Kunst unterrichtet wird.
Auch hier finden wir natürlich das Serapiontische Prinzip wieder und das in mehreren Facetten. Ferdinand hört nicht nur den wundervollen Gesang einer großartigen Sängerin, sondern zeichnet das, was er im Traum oder einem ähnlichen Zustand gesehen hat. Der Professor, der an der Auotmate mitgearbeitet hat, scheint sich nicht serapiontisch zu verhalten. Er hat die Musik, der er spielen lässt nicht innerlich geschaut, sondern entwickelt Automaten, die die Musik mechanisch wie aus der Fabrik herstellen. Allerdings entwickelt er Automaten, die er aus seinem Innersten herzustellen scheint, denn er scheint eine besondere Verbindung zu seinen Maschinen zu haben.
Was mir hingegen recht gut gefallen hat, war die Rezeption der Geschichte von den Serapions-Brüdern. Ottmar beschreibt, dass Theodor früher eine fragmentarische Phase hatte, in der die Theaterstücke nicht komplett sah, sondern nur den zweiten und dritten Akt sah. Mir gefiel besonders gut, dass hier der Absatz mit „u.s.f.“ endet, sodass sogar dieser Absatz fragmentarisch endet.
Alles in allem war „die Automate“ nicht meine Lieblingsgeschichte und wird sie wohl auch nicht werden, wobei es mir recht gut gefiel, dass man aus dieser Geschichte einiges ziehen kann.

Dienstag, 27. September 2016

Steckbrief: Nussknacker und Mausekönig aus den Serapions-Brüdern von E.T.A. Hoffmann

Steckbrief: Nussknacker und Mausekönig aus den Serapions-Brüdern von E.T.A. Hoffmann

Titel: Serapions-Brüder Autor: E.T.A. Hoffmann
Geschichte: Nussknacker und Mausekönig Seitenanzahl: ca. 68
Erzähler: Lothar Erscheinungsjahr: 1816

Sonntag, 25. September 2016

Rezension: Mutter Courage und ihre Kinder von Bertolt Brecht

Rezension: Mutter Courage und ihre Kinder von Bertolt Brecht

Die Inhaltsangabe zum Theaterstück „Mutter Courage und ihre Kinder“ von Bertolt Brecht findet ihr oben.
Ich lese Theaterstücke in letzter Zeit mit besonderem Vergnügen und da ich gerne mal etwas von Brecht lesen wollte und weil es in der Uni auf dem Plan stand, habe ich dieses Theaterstück gelesen. Da wir über Dramentheorie in der Uni gesprochen haben, habe ich immer wieder versucht Parallelen zu den Theaterstücken zu ziehen, die ich bereits kannte und fand es immer wieder interessant wo sich diese Stücke unterschieden. Brecht zum Beispiel hat eine sehr große Zeitspanne verwendet und verwendet ganz verschiedene Orte. Zwischen den einzelnen Szenen liegen teilweise Jahre und das ganze Stück spielt überall in Europa.
Was mir auch sehr gut gefiel, war der Dialekt, den die Figuren sprechen. So wirkten die Figuren auf mich viel lebendiger und man konnte sich gut in sie hineinversetzen auch wenn man nirgendwo mal einen Monolog hatte, in dem man das Innenleben der Figuren erfahren hätte.
Auch interessant ist die Idee einer stummen Figur. Man hat auf der Bühne also eine Darstellerin, die eine tragende Rolle spielt, die fast die ganze Zeit auf der Bühne zu sehen ist, aber kein Wort herausbringt und sich nur mit Gesten und Lauten verständlich machen kann. Diese Idee ist so grotesk, so absurd, dass sie absolut cool und total interessant umzusetzen wäre und gerade deshalb hat mir Kattrin auch großen Spaß gemacht. Sie bringt mit ihrem Charakter – zumindest mit dem Teil, den man von ihr mitbekommt – eine moralische Instanz in die amoralische Welt des Krieges und der Barbarei. Nicht, dass Mutter Courage nicht auch ihre moralischen Seiten hat, aber bei Kattrin ist es – vor allem dann am Ende – sehr deutlich.
Die vielen Passagen mit den Liedern gefielen mir auch sehr gut, denn sie lockerten den Dramentext auf und brachten ein paar Strophen herein.
Alles in allem hat mir mein erstes Theaterstück von Bertolt Brecht „Mutter Courage und ihre Kinder“ großen Spaß gemacht und ich kann es jedem nur empfehlen und würde mich freuen dieses Stück mal auf der Bühne zu sehen.

Freitag, 23. September 2016

Minnedieb

Minnedieb
 
Der „Minnedieb“ bzw. Minnediep lief mir wie ihr euch mit Sicherheit denken könnt auch nicht in meinem normalen Alltag, sondern in der Uni über den Weg. Ich fand das Wort irgendwie niedlich. Es setzt sich aus den Worten „Diep“ bzw. Dieb und dem Wort „Minne“ zusammen. Die Minne kennen wir heute noch aus den Minneliedern der mitteralterlichen Minnesänger. Minne konnte in der mittelhochdeutschen Literatur verschiedene Facetten haben, hier geht es aber um die eheliche bzw. fast schon körperliche Minne. Ein Minnedieb ist also ein Liebesdieb oder ein verstohlener Liebhaber laut Lexer.
Natürlich betätigt man sich nicht als Minnedieb, aber das Wort finde ich doch poetischer als das Wort „Liebhaber“.

Mittwoch, 21. September 2016

Inhaltsangabe: Nussknacker und Mausekönig aus den Serapions-Brüdern von E.T.A. Hoffmann

Inhaltsangabe: Nussknacker und Mausekönig aus den Serapions-Brüdern von E.T.A. Hoffmann

In dieser Geschichte aus den Serapions-Brüdern „Nussknacker und Mausekönig“ geht es um das Weihnachtsfest bei Stahlbaums. Marie und Fritz sind die beiden jüngsten Kinder der Familie, die sich unglaublich auf die Bescherung freuen.
Im Wohnzimmer soll die Bescherung stattfinden. Marie und Fritz freuen sich unheimlich über ihre Geschenke. Marie freut sich besonders über den Nussknacker, den alle drei Kinder (Marie, Fritz und die älteste Schwester Luise) bekommen, für den Marie aber die Verantwortung übertragen bekommt.
Fritz zerstört den Nussknacker als er ihm eine besonders große und harte Nuss zum Knacken geht. Marie kümmert sich um ihn und wickelt ihn in ein Tüchlein. Am Abend als alle anderen Familienmitgliedern bereits im Bett liegen, bemerkt Marie plötzlich ganz viele Mäuse und plötzlich erwachen die Husaren, die Fritz geschenkt bekommen hat zum Leben. Der Nussknacker, inzwischen auch zum Leben erwacht, kämpft zusammen mit den Soldaten gegen die Mäuse, dabei wird Marie aber schwer verletzt, sodass sie einige Zeit im Bett bleiben muss.
Ans Bett kommt ein Bekannter der Familie, Pate Droßelmeier, der Marie die Geschichte von der harten Nuss erzählt. Eine schöne Prinzessin wird durch einen Fluch mit Hässlichkeit gestraft. Der König schickt zwei Vertraute von sich aus ein Heilmittel für seine Tochter zu finden. 15 Jahre später finden sie ein Heilmittel, können die Prinzessin heilen. Der Mann, der sie gerettet hat, soll jetzt ihr Ehemann werden, allerdings wird er durch einen Fluch mit Hässlichkeit geschlagen, sodass die Prinzessin ihn nicht mehr heiraten möchte.
Als Marie wieder gesund ist, erscheint ihr der Sohn der Mausekönigin aus der Geschichte, die für die Flüche verantwortlich war. Der Mausekönig verlangt von Marie ihre Süßigkeiten. Sie ist bereit sie ihm zu geben, damit er dem Nussknacker nichts zuleide tut. Aber der Mausekönig verlangt immer mehr, sodass Marie ihr Leid erst dem Nussknacker, der ein Schwert von ihr fordert und dann ihrem Bruder klar, der ihrem Nussknacker das Schwert besorgt. In der nächsten Nacht hört Marie einen Kampf, als sie dann vom Nussknacker an der Zimmertür abgeholt wird, führt sie dieser in das Puppenreich, das ans Schlaraffenland erinnert, in dem Marie ein Ballett vorgeführt wird.
Sobald Marie dann sagt, dass sie nicht so handeln würde die die Prinzessin, wird der Nussknacker, der Prinz des Königreiches lebendig und taucht als Neffe des Paten Droßelmeiers bei Familie Stahlbaum auf. Als Marie und er alleine sind, bedankt er sich bei ihr und bittet sie ihn zu heiraten.
Die Serapions-Brüder sind nicht sonderlich begeistert von dem Märchen, denn sie finden es nicht sonderlich geeignet für Kinder, da sie glauben, dass diese die Details nicht verstehen könnten, sind aber froh, dass diese Geschichte nicht so düster ist, wie die zuvor „Die Bergwerke zu Falun“.

Dienstag, 20. September 2016

Steckbrief: Die Stumme von Chahdortt Djavann

Steckbrief: Die Stumme von Chahdortt Djavann

Titel: Die Stumme
Autor: Chahdortt Djavann
Reihe: -
Originaltitel: La muette (2008)
Genre: Erfahrungsbericht/Roman
Verlag: Goldmann
Seitenanzahl: 111
Erscheinungsjahr: 2010
Preis: ?
ISBN: 978-3-442-31231-3
Protagonisten: Fatemeh, ihre Mutter, (deren Bruder), ihr Vater, (dessen Schwester „Die Stumme“), der Mullah

Sonntag, 18. September 2016

Inhaltsangabe: Ein Kuss für jedes 'Ja' von Lori Foster

Inhaltsangabe: Ein Kuss für jedes 'Ja' von Lori Foster

„Ein Kuss für jedes 'Ja'“ von Lori Foster ist der dritte Teil der Buckhorn-Brüder-Reihe. Gabriel „Gabe“ Kasper, der Jüngste der Brüder, verliebt sich in die ernsthafte, durchgeplante Doktorandin Elizabeth „Lizzy“ Parks. Elizabeth ist zurückhaltend und schüchtern und findet sich, auch aufgrund der Reaktionen ihrer Klassenkameraden in ihrer Kindheit und Jugend, nicht besonders anziehend und aufregend. Sie arbeitet als Doktorandin an ihrer Dissertation über Heldenmut. Eines ihrer Untersuchungsobjekte ist Gabe, denn er rettete vor ungefähr einem Jahr eine Frau mit ihren Kindern aus einem Boot nachdem der Fahrer aus dem Boot gefallen war, weil er betrunken war. Elizabeth unterhält sich auch mit den Menschen aus Gabes Umfeld, was dieser überhaupt nicht gut findet, denn er will nicht auch noch dieser Frau ihre Fragen beantworten. Elizabeth erhält viele Informationen aus seinem Umfeld, doch um das zu verhindern, beschließt er ein Abkommen mit ihr zu treffen: Sie tut ihm Gefallen und dafür beantwortet er ihr eine Frage. Erst gehen die beiden zusammen schwimmen und dann soll sie ihn küssen. Für jeden ihrer Küsse beantwortet er ihr eine Frage. Gabe merkt schnell, dass Elizabeth etwas besonderes ist und dass ihre Küsse eine besondere Wirkung auf ihn haben.
Sie kriegt beim gemeinsamen Schwimmen einen Sonnenbrand, sodass sie, als sie am nächsten Tag bei Gabes Familie aufschlägt um dieser ein paar Fragen zu stellen, von Sawyer, Gabes ältestem Bruder, behandelt wird. Die beiden Frauen von Sawyer also Honey und Morgans Frau Misty (Honey und Misty sind Schwestern) laden Lizzy für den nächsten Tag zum Mittagessen ein. Am Abend kommt Gabe zu Lizzy um nach ihr zu sehen und die beiden beginnen ein erregendes Spiel. Gabe findet ein Album in Lizzys Wohnzimmer, aus dem er erfährt, dass Lizzy ihre Mutter bei einem Unfall verlor und ihr von der Presse die Schuld in die Schuhe geschoben worden war, weil ihre Mutter verblutete während die 12-jährige Lizzy mit einem Schock daneben stand und nicht reagieren konnte. Zwischen Gabe und Elizabeth passiert mehr und sie entwickelt Gefühle füreinander, das merkt Gabe, als er die nächste Nacht mit ihr verbringt und sie aus einem Albtraum hochschreckt und er sie tröstend an sich zieht.
Am Ende bekommt Lizzy nicht nur die Chance sich selbst und allen anderen zu beweisen, wie sie in schwierigen Situationen reagiert jetzt wo sie erwachsen und damit für ihre Handlungen verantwortlich ist, sondern muss auch den Mann heiraten, dem sie gesagt hat, dass sie ihn liebt. „Gabe ging aufs Ganze. 'Du weißt, dass du mich jetzt heiraten musst.' Er machte ein ernstes Gesicht. 'Du kannst einem Mann nicht sagen, dass du ihn liebst und ihn dann nicht heiraten.'“

Freitag, 16. September 2016

Des Teufels General V von Carl Zuckmayer

Die Scheiße steht uns bis zum Kinn und scheint im Steigen begriffen. S. 86

Was soll ich zu diesem Zitat noch groß sagen? Mir kam dieses Zitat so bekannt vor, weil ich dachte an dieses dachte: 'Wenn einem die Scheiße bis zum Hals steht, bloß nicht den Kopf hängen lassen.'
Es wird wohl eng für den, der dort spricht und auch für den, zu dem er spricht. Sie sitzen in der Klemme. Zusammen haben sie Mist gebaut oder zumindest jemanden verärgert, der jetzt dafür sorgt, dass es den beiden an den Kragen geht.
Ich mag die Ironie, die sich immer wieder im ganzen Drama von Zuckmayer zeigt. Es ist wirklich lustig zu sehen wie sich die beiden über ihre doch recht prekäre Situation lustig machen oder sie zumindest nicht allzu Ernst nehmen.

Mittwoch, 14. September 2016

Rezension: Nussknacker und Mausekönig aus den Serapions-Brüdern von E.T.A. Hoffmann

Rezension: Nussknacker und Mausekönig aus den Serapions-Brüdern von E.T.A. Hoffmann
 

Die Inhaltsangabe zum „Nussknacker und Mausekönig“ aus den Serapions-Brüdern von E.T.A. Hoffmann findet ihr oben.
Was mir auch hier wieder recht gut gefiel, war, dass auch hier der Leser bzw. Zuhörer, denn das Märchen ist ja für Kinder bestimmt, angesprochen wird.
Ein bisschen verwirrend sind die verschiedenen Ebenen, die wir in dieser Geschichte haben, die ja teilweise auch miteinander auf undurchsichtige Weise verknüpft sind. Wir haben einmal die Ebene der Serapions-Brüder, bei denen die Geschichte vom „Nussknacker und Mausekönig“ von Lothar erzählt bzw. vorgelesen wird. Dann haben wir die Ebene in der Geschichte von Marie, Fritz, dem Nussknacker, Droßelmeier und seinem Neffen. Und die Ebene der Geschichte, die Droßelmeier erzählt, die offenbar seine Vergangenheit darstellt, was er aber nicht offen zugibt, sodass wir die Figuren von Droßelmeier, seinem Neffen und dem Nussknacker in beiden Geschichten wiederfinden. Marie, die vom Nussknacker in das Puppenreich mitgenommen wird, taucht zwischendurch immer wieder in die Geschichte, die Vergangenheit von Droßelmeier, ein. Außerdem heißen die Kinder, denen Lothar die Geschichte ursprünglich erzählte und für die sie geschrieben wurde und die deshalb mit Namen direkt angesprochen werden „Marie“ und „Fritz“, sodass diese Dopplung der Namen noch mehr Verwirrung stiftet, denn auch die Charaktere der „Originialgeschwister“ (also von den Geschwistern, denen das Märchen erzählt wird) scheinen den Charakteren der „Märchengeschwister“ zu ähneln.
Dieses Verschwimmen der verschiedenen Ebenen gibt dem Märchen einen mystisch-mysteriösen Anstrich.
Insgesamt hat mir die Geschichte des „Nussknacker[s] und Mausekönig“ ziemlich gut gefallen, auch weil man ja von dem Ballett von Tschaikowski zumindest mal gehört haben sollte, sodass einem dieses Märchen bekannt ist. Ich empfehle es, gerade auch in der Weihnachtszeit, jedem weiter um sich mal einen besinnlichen Nachmittag bei Kaffee und Weihnachtsplätzchen zu machen.

Dienstag, 13. September 2016

Steckbrief: Die Bergwerke zu Falun aus den Serapions-Brüdern von E.T.A. Hoffmann

Steckbrief: Die Bergwerke zu Falun aus den Serapions-Brüdern von E.T.A. Hoffmann

Titel: Serapions-Brüder Autor: E.T.A. Hoffmann
Geschichte: Die Bergwerke zu Falun Seitenanzahl: ca. 34
Erzähler: Theodor Erscheinungsjahr: 1818


Sonntag, 11. September 2016

Rezension: Ein Kuss für jedes "Ja" von Lori Foster

Rezension: Ein Kuss für jedes 'Ja' von Lori Foster

Die Inhaltsangabe zum Kurzroman „Ein Kuss für jedes 'Ja'“ von Lori Foster findet ihr oben.
Dies ist der dritte Teil der Buckhorn-Brüder-Reihe. Wir haben bisher gelesen wie der älteste der Brüder, Sawyer, seine Frau Honey und der zweite Bruder, Morgan, seine Frau Misty kennenlernte. Nun lernt Gabe, der Jüngste, Lizzy kennen. Lizzy ist mir sehr sympathisch, denn sie scheint nicht perfekt zu sein. Sie selbst sieht sich als ungelenkes, schüchternes Mädchen, das nicht oder nur wenig begehrenswert ist bis Gabe ihr das Gegenteil zeigt. Mir ist bis zum Schluss nicht ganz klar gewesen, ob Elizabeth wirklich attraktiver ist, als sie dachte, oder ob Gabe sieht einfach für attraktiver hält, weil er sich in sie verliebt hat. Diese Uneinigkeit tut dem herrlich frischen Charakter von Lizzy aber keinen Abbruch. Lori Foster setzt bei ihr mehr auf die inneren Werte – okay, das klingt jetzt als sei Lizzy hässlich, aber so meine ich das auf keinen Fall. Aber die Autorin entwickelt hier eine zurückhaltende, ruhige, sehr kluge junge Frau, die über sich selbst hinauswächst.
Gabe hingegen ist arrogant. Oder zumindest ist er sehr von sich überzeugt. Ob jetzt zu Recht oder nicht, sei mal dahingestellt, aber Gabe weiß, welche Wirkung er auf Frauen hat und als er diese Wirkung nicht auf Lizzy hat, bringt ihn das zum Nachdenken und er reagiert, wie ein Mann in seiner Situation eben reagiert: Mit Interesse. Warum mag diese Frau ihn nicht? Warum findet sie ihn nur innerlich faszinierend und nicht äußerlich? Aber gerade das macht den Reiz ihrer Beziehung aus. Lizzy und Gabe finden auf der Basis ihrer Charaktere zueinander und nicht auf rein körperlicher Basis, was selbstverständlich nicht heißen soll, dass die beiden sich nicht zueinander hingezogen fühlen. Ganz im Gegenteil. Die beiden haben sogar sehr großes körperliches Interesse aneinander.
Ein bisschen schade fand ich es, dass für mich das Ende recht offensichtlich war. Und nein, ich meine hier nicht die Hochzeit der beiden – obwohl auch das klar war.
Im Laufe des Romans erfährt man von Lizzys Vergangenheit. Sie hatte, als sie 12 Jahre alt war, einen Autounfall mit ihrer Mutter. Diese verblutet im Wrack während die beinahe unverletzte Lizzy so sehr unter Schock steht, dass sie es nicht schafft, Hilfe zu holen. Diese Tragödie wird von den Medien so breit getreten und sie machen dem Kind schwere Vorwürfe, mit denen sie auch zehn Jahre später noch nicht umzugehen weiß. Deshalb will sie eine Doktorarbeit über Heldentum und Helden schreiben. Mir war klar, dass sie die Gelegenheit haben wird zu zeigen, wie sie sich als Erwachsene in Gefahrensituationen verhält, sodass das Ende für mich irgendwie voraussehbar war.
Alles in allem ist es wirklich schwierig bei so kurzen Romanen – auch dieser Roman hat nur etwa 130 Seiten – die Charaktere der Figuren wirklich sich entfallen zu lassen. Lori Foster gelingt es hier trotzdem. Lizzy und auch Gabe entwickeln sich im Laufe des Romans „Ein Kuss für jedes 'Ja'“ weiter und es hat mir großen Spaß gemacht diese Entwicklung mitzuerleben. Schade war hier, dass man von Misty und Honey sehr wenig mitbekam. Nur in zwei Szenen kriegen die beiden die Gelegenheit noch einmal zu Wort zu kommen, diese Szenen hätte man etwas vergrößern und die Rollen der beiden und auch der restlichen Brüder hätten ruhig ausführlicher sein dürfen. Casey, Sawyers Sohn, kommt gar nicht vor und wird nur kurz erwähnt, was ich wirklich schade fand. Aber im Grunde ist auch dieser dritte Teil der Reihe ein Vergnügen und wenn man die beiden anderen Teile bereits kannte, dann macht es großen Spaß auch diesen Teil zu lesen.

Freitag, 9. September 2016

Koryphäe

Koryphäe

Das Wort „Koryphäe“ lief mir ausnahmsweise mal nicht in der Uni über den Weg, sondern in meinem Alltag. Lustigerweise kam mir dieses Wort das erste Mal in Trivialliteratur bzw. in einem Anime unter die Augen und seitdem verbinde ich immer diesen einen Manga bzw. Anime mit diesem Wort.
Das Wort „Koryphäe“ kommt aus dem griechischen und bedeutet so viel wie „bedeutende Persönlichkeit“ oder „hervorragender Gelehrter“ (laut Duden). Der Brockhaus geht noch ein wenig weiter und liefert mir die Bedeutung, die ich persönlich auch eher mit dem Wort verbinde aus oben beschriebenem Grund und in diesem Kontext. Dort steht, dass eine „Koryphäe“ ein hervorragender Fachmann, ein führender Wissenschaftler oder Künstler ist.

Mittwoch, 7. September 2016

Inhaltsangabe: Die Bergwerke zu Falun aus den Serapions-Brüdern von E.T.A. Hoffmann

Inhaltsangabe: Die Bergwerke zu Falun aus den Serapions-Brüdern von E.T.A. Hoffmann

In der Geschichte „Die Bergwerke zu Falun“ von E.T.A. Hoffmann geht es um Elis Fröbom, der bisher als Seemann auf einer Ostindienreise war. Als er nach hause kommt, ist seine Mutter verstorben und er fühlt sich auch auf der Feier mit seinen Kollegen nicht wohl. Vor der Kneipe setzt sich Elis draußen auf eine Bank. Dort wird er immer wieder von seinen Kollegen gestört, die sich über ihn und sein merkwürdiges Auftreten lustig machen. Elis wird von einem alten Bergmann heimgesucht, der ihm rät nach Falun zu gehen um dort seinerseits Bergmann zu werden.
In der Nacht träumt Elis von einer wunderschönen Frau, die ihm hilft.
In Falun angekommen, machen ihm die tiefen Schlunde der Bergwerke Angst. Daraufhin beschließt er, doch wieder zurück in seine alte Heimat zu gehen und Seemann zu bleiben, doch in der Stadt Falun angekommen, lernt er die wunderschöne Tochter seines – wie sich dann herausstellt – zukünftigen Chefs kennen. Von der schönen Ulla Dalsjö ist er total verzaubert und auch sie scheint sich zu ihm hingezogen zu fühlen.
Während der nächsten Wochen entwickelt sich Elis zu einem guten Arbeiter und Ulla scheint sich ihm immer mehr zuzuwenden, auch ihr Vater Pehrson Dalsjö findet an Elis gefallen und sieht ihn als seinen Sohn.
Elis hingegen konzentriert sich während der Arbeit nicht auf eben diese, sondern auf Ulla, was ihm der alte Bergmann, der ihm in dem Bergwerk wieder erscheint, vorwirft.
Als Ulla dann mit einen anderen Mann verlobt wird, bricht für Elis eine Welt zusammen und er wendet sich an Torbern, der wohl der alte Bergmann ist, der ihm bereits erschien.
Doch dann erzählt Pehson Elis, dass er ihn nur testen wollte und dass er weiß, dass die beiden ineinander verliebt sind. Elis und Ulla werden verlobt. Am Johannistag sollen die beiden heiraten, doch Elis beschließt noch einmal in die Miene zu gehen um für Ulla einen Stein zu holen. Dort wird er allerdings verschüttet. 50 Jahre später auch am Johannistag kommt Ulla wieder an die Miene, dort erkennt sie den Leichnam, der gerade gefunden wurde. Sie nimmt den Leichnam von Elis in den Arm und stirbt über ihn gebeugt.
50 Jahre nach ihrer eigentlichen Hochzeit werden Ulla und Elis in der Kirche, in der sie eigentlich getraut werden sollten gemeinsam beigesetzt.

Dienstag, 6. September 2016

Steckbrief: Minna von Barnhelm oder Das Soldatenglück von Gotthold Ephraim Lessing

Steckbrief: Minna von Barnhelm oder Das Soldatenglück von Gotthold Ephraim Lessing

Titel: Minna von Barnhelm oder Das Soldatenglück Autor: Gotthold Ephraim Lessing
Reihe: - Originaltitel: -
Genre: Lustspiel (Drama) Verlag: Aufbau-Verlag Berlin und Weimar (1986)
Seitenanzahl: 84 Erscheinungsjahr: 1763
Preis: ? ISBN:
Figuren: Major von Tellheim, verabschiedet
Minna von Barnhelm
Graf von Bruchsall, ihr Oheim
Franziska, ihr Mädchen
Just, Bedienter des Majors
Paul Werner, gewesener Wachtmeister des Majors
Der Wirt
Eine Dame in Trauer
Ein Feldjäger
Riccaut de la Marlinière


Die Szene ist abwechselnd in dem Saale eines Wirtshauses und einem daranstoßenden Zimmer

Sonntag, 4. September 2016

Inhaltsangabe: West-östlicher Divan von Johann Wolfgang von Goethe

Inhaltsangabe: West-östlicher Divan von Johann Wolfgang von Goethe

In Goethes Gedichtband „West-östlicher Divan“ finden wir zwölf Bücher, die sich in verschiedene kürzere Gedichte aufgliedern. Viele der Gedichte sind benannt und sind in kurzen Versen geschrieben, außerdem haben wir ein recht regelmäßiges Reimschema und oftmals Paar-, Kreuz-, umarmende oder Blockreime, was dem Gedicht einen regelmäßigen Anklang gibt und dazu führt, dass man die Gedichte flüssig lesen kann. Wir finden folgende Bücher in Goethes „West-östlichem Divan“: Buch des Sängers (Moganni Nameh), Buch Hafis (Hafis Nameh), Buch der Liebe (Uschk Nameh), Buch der Betrachtungen (Tefkir Nameh), Buch des Unmuts (Rendsch Nameh), Buch der Sprüche (Hikmet Nameh), Buch des Timur (Timur Nameh), Buch Suleika (Suleika Nameh), Das Schenkenbuch (Saki Nameh), Buch der Parabeln (Mathal Nameh), Buch des Parsen (Parsi Nameh), Buch des Paradieses (Chuld Nameh). 

Die Struktur und auch das Thema verweisen darauf, dass sich Goethe mit dem Islam und dem Koran auseinandersetzte. Dies scheint er auf respektvolle Weise zu tun, denn er kopiert rein äußerlich die Form alter persischer Texte, sodass es nicht nur äußerlich, sondern auch vom Thema her recht ansprechend wirkt. 
Außerdem setzt er sich mit der Liebe auseinander, er bringt eine Frau namens Suleika, die er in einem früheren Buch vorstellt, dann aber durch das gleichnamige „Buch Suleika“, das mit Abstand am umfangreichsten ist, in den Mittelpunkt seines Gedichtzykluses.

Freitag, 2. September 2016

Des Teufels General IV von Carl Zuckmayer

Den hätten wir gern mal abspringen lassen, unter dem Ausruf: Fallschirm wird nachgeliefert. S. 85

In diesem Zitat wird deutlich wir frustriert manche Soldaten waren. Es gab an der Front sowohl im Ersten als auch im Zweiten Weltkrieg oftmals Engpässe. Es gab nicht genug Essen und Trinken, aber auch nicht genug Ausrüstung, es fehlte an Munition und neuen Klamotten und so weiter. Aber auch die bittere Ironie, die vollkommen in diesem Zitat steckt, fand ich sehr interessant. Wie soll denn ein Fallschirm nachgeliefert werden, wenn jemand bereits aus dem Flugzeug gesprungen ist? Zu dem Zeitpunkt ist es ja zu spät, man weiß ja, man hat keinen Fallschirm angezogen bevor man gesprungen ist, man hat sich ins kalte Wasser gewagt ohne schwimmen zu können. Hinterher hat man keine Wahl mehr, was sagt uns dieses Zitat beziehungsweise was können wir daraus lernen? Manchmal kann man einfach nichts machen als sich in sein Schicksal zu ergeben, das Einzige was wir tun können, ist vorher gute Vorbereitungen zu treffen.