Sonntag, 30. Oktober 2016

Inhaltsangabe: Geschichten vom Herrn Keuner von Bertolt Brecht

Inhaltsangabe: Geschichten vom Herrn Keuner von Bertolt Brecht

Ausgewähltes Zitat: „Woran arbeiten Sie?“ wurde Herr K. gefragt. Herr K. antwortete: „Ich habe viel Mühe, ich bereite meinen nächsten Irrtum vor.“ (Seite 15)

In diesem Sammelband „Geschichten vom Herrn Keuner“ von Bertolt Brecht geht es um den Herrn K. bzw. Herrn Keuner, der auch manchmal „der Denkende“ genannt wird. Es ist recht schwierig hier eine zusammenhängende Zusammenfassung zu schreiben, denn jede „Geschichte“ dreht sich um etwas anderes und sie sind auch nicht so lang als das man verschiedene Inhaltsangaben schreiben könnte. Deshalb bringe ich hier einfach die Titel, die man in dem Band findet, sodass man einen Eindruck vom Inhalt erhält: 1. Weise am Weisen ist die Haltung, 2. Organisation, 3. Maßnahmen gegen die Gewalt, 4. Von den Trägern des Wissens, 5. Der Zweckdiener, 6. Mühsal der Besten, 7. Die Kunst, nicht zu bestechen, 8. Verlandsliebe, der Haß gegen Vaterländer, 9. Das Schlechte ist auch nicht billig, 10. Hungern, 11. Vorschlag, wenn der Vorschlag nicht beachtet wird, 12. Originalität, 13. Die Frage, ob es einen Gott gibt, 14. Das Recht auf Schwäche, 15. Der hilflose Knabe, 16. Herr K. und die Natur, 17. Überzeugende Fragen, 18. Verläßlichkeit, 19. Das Wiedersehen, 20. Über die Auswahl der Bestien, 21. Form und Stoff, 22. Gespräche, 23. Gastfreundschaft, 24. Wenn Herr K. einen Menschen liebte, 25. Über die Störung des „Jetzt ist das Jetzt“, 26. Erfolg, 27. Herr K. und die Katzen, 28. Herrn K.s Lieblingstier, 29. Das Altertum, 30. Eine gute Antwort, 31. Das Lob, 32. Zwei Städte, 33. Freundschaftsdienste, 34. Herr K. in einer fremden Behausung, 35. Herr K. und die Konsequenz, 36. Die Vaterschaft des Gedankens, 37. Rechtsprechung, 38. Sokrates, 39. Der Gesandte, 40. Der natürliche Eigentumstrieb, 41. Wenn die Haifische Menschen wären, 42. Warten, 43. Der unentbehrliche Beamte, 44. Erträglicher Affront, 45. Herr K. fährt Auto, 46. Herr K. und und Lyrik, 47. Das Horskop, 48. Mißverstanden, 49. Zwei Fahrer, 50. Gerechtigkeitsgefühl, 51. Über Freundlichkeit, 52. [Herr Keuner und die Zeichnung seiner Nichte], 53. Herr Keuner und die Freiübungen, 54. Zorn und Belehrung, 55. [Über Bestechlichkeit], 56. [Irrtum und Fortschritt], 57. [Menschenkenntnis], 58. [Herr Keuner und die Flut], 59. Herr Keuner und die Schauspielerin, 60. [Herr Keuner und die Zeitungen], 61. Über den Verrat, 62. Kommentar, 63. [Über die Befriedigung von Interessen], 64. Die zwei Hergaben, 65. [Kennzeichen guten Lebens], 66. [Über die Wahrheit], 67. Liebe zu wem?, 68. Wer kennt wen?, 69. [Der beste Stil], 70. Herr Keuner und der Arzt, 71. [Gleich besser als verschieden], 72. [Der Denkende und der falsche Schüler], 73. [Über die Haltung], 74. [Wogegen Herr Keuner war], 75. [Vom Überstehen der Stürme], 76. [Herrn Keuners Krankheit], 77. Unbestechlichkeit, 78. [Schuldfrage], 79. Die Rolle der Gefühle, 80. Vom jungen Keuner, 81. [Luxus], 82. [Diener oder Herrscher], 83. [Eine aristokratische Haltung], 84. [Über die Entwicklung der großen Städte], 85. Über Systeme, 86. Architektur, 87. Apparat und Partei

Freitag, 28. Oktober 2016

Blind-Date um Mitternacht von Lori Foster

Blind-Date um Mitternacht von Lori Foster

Tatsache ist, dass du ein bisschen kompromissbereiter werden musst, falls du hoffst, jemals einen so perfekten Mann wie Bob zu heiraten. Er hat sein Leben bis in die kleinste Einzelheit geplant. Glaub mir, er ist es wert, sich um ihn zu bemühen.“

Susan sagt dies zu ihrer Schwester Josie. Natürlich muss man kompromissbereit sein, aber gleichzeitig soll Bob perfekt sein, jetzt stellt sich mir die Frage: Wie perfekt ist ein Mann, wenn man kompromissbereiter sein muss um es mit ihm auszuhalten? Tja... Ich verstehe, dass man natürlich keinen perfekten Menschen findet, aber jemandem zu sagen, dass er oder sie kompromissbereiter sein muss um den Partner für 's Leben zu finden, finde ich nicht gut. Man kann selbst niemals wissen wie kompromissbereit der andere ist und mit welchen Dingen der, dem man einen Rat gibt, leben kann und mit welchen nicht.
Wenn jemand sein Leben bis ins kleinste Detail plant, dann ist das, meines Erachtens nach, nicht perfekt, aber in Ordnung, es gibt sicherlich Menschen, die sich so ihr perfektes Leben und ihren Partner vorstellen, aber wenn man sich den letzten Satz des Zitates ansieht, dann kann man sich leicht denken, dass es Susan ist, die sich zu Bob hingezogen fühlt, denn sie projiziert ihre Gefühle in Josie.

Mittwoch, 26. Oktober 2016

Rezension: Eine Spukgeschichte aus den Serapions-Brüdern von E.T.A. Hoffmann

Rezension: Eine Spukgeschichte aus den Serapions-Brüdern von E.T.A. Hoffmann

Die Inhaltsangabe zu "einer Spukgeschichte" von E.T.A. Hoffmann findet ihr oben.
Diese Geschichte ist relativ kurz im Gegensatz zu den anderen, was natürlich ein Plus- aber auch ein Minuspunkt sein kann. Schade ist, dass hier die Figuren nicht tiefer angelegt wurden, andererseits wurden Frauen bei Hoffmann noch nie mit einem besonders vielschichtigen Charakter ausgestattet und so wundert es wohl nicht, dass es auch dieses Mal nicht passiert.
Dass Ottmar und vor allem Lothar eine Geschichte nicht so gut aufnehmen, ist auch keine Überraschung, passiert das nicht zum ersten Mal. Allerdings finden sie die Geschichte nicht so schlecht. Auch unterhalten sie sich überhaupt nicht darüber, ob diese Geschichte serapionitsch ist oder nicht. Leider fällt es auch mir recht schwer zu sagen, ob diese Geschichte nun serapionitsch ist oder nicht, denn wir haben keine wirklich Kunst. Die schöne Frau, ist kränklich, innerlich aber irgendwie doch positiv beschrieben, was wir bei Hoffmann relativ selten haben. Das soll jetzt nicht heißen, dass Frauen negativ geschildert werden beih ihm, aber der Autor geht nur recht selten auf die inneren Werte einer der geschilderten Damen ein. Diese Geschichte ist irgendwie serapionitsch, obwohl sie so ganz anders ist als viele der anderen Geschichten Hoffmanns. In der Außenwelt nimmt Adelgunde eine Erscheinung war, die irgendwie nur in ihrer Phantasie zu bestehen scheint, aber dann - wie sich in der Szene mit dem Teller herausstellt - doch in der Realität exisitert. Adelgunde projeziert diese Erscheinung in ihr Inneres. Sie hat Angst vor dem Geist, der sie jeden Tag heimsucht. Diese verwirrte Gefühlslage wirkt sich auf ihr Aussehen aus, welches durch diesen Vorfall kränklich wird. Aber Adelgunde schafft ja nichts in ihrem Inneren, das sie nach außen trägt, außer ihren Kranheitssymptomen. Das, was sie erschafft ist also nicht wirklich künsterlisch, sondern einfach nur umheimlich und negativ konnotiert.
In dem obigen Absatz haben wir auch gleich noch das fantastische Moment. Nicht nur haben wir eine Spukerscheinung, die alles auslöst, sondern auch noch den durch die Luft fliegenden Teller, der dieses Mal auch für alle anderen sichtbar ist und seine Auswirkungen auf den gesundheitlichen Zustand der Familie hat.
Gerade wegen dieses verworren eingeflochtenen serapiontischen Prinzips, fand ich diese Geschichte so spannend, aber genauso verworren ist der geschilderte Texte. Die Geschichte, die wieder einmal eine Anachronie, die Schilderung dessen, was sich vor einigen Jahren zugetragen hat und womit dies alles begann, ist auch in sich verworren. Mir ist nicht wirklich klar geworden, wann Cyprian diese Familie besucht hat? Es muss ja wohl zwischen dem 14. Geburtstag von Adelgunde und dem verhängnisvollen Abend mit dem schwebenden Teller passiert sein. Aber woher weiß er, was sich danach noch zugetragen hat? Hat es ihm sein Freund geschrieben? Hat er davon gelesen? Oder ist es ein Indiz dafür, dass diese Erzählung in der erzählten Welt der Serapionsbrüder nicht stattgefunden haben kann und sie somit als fiktion entlarvt?
Alles in allem eine super Geschichte, die mich nicht nur von ihrem Inhalt her - den ich hier gar nicht mehr großartig benannt und gar nicht mehr geschildert habe, was mir daran so gut gefiel - überzeugt hat, sondern auch von allen möglichen Ecken betrachtet und untersucht werden kann und somit trotz oder vielleicht gerade wegen ihrer Kürze und einer damit vielleicht einhergehenden, fragmentartigen Offenheit viele Aspekte zulässt und somit auf jeden Fall zu den lesenswerteren Geschichten Hoffmanns zählt.

Dienstag, 25. Oktober 2016

Steckbrief: Doge und Dogaresse aus den Serapions-Brüdern von E.T.A. Hoffmann

Steckbrief: Doge und Dogaresse aus den Serapions-Brüdern von E.T.A. Hoffmann

Titel: Serapions-Brüder
Autor: E.T.A. Hoffmann
Geschichte: Doge und Dogaresse
Seitenanzahl: ca. 55
Erzähler: Ottmar
Erscheinungsjahr: 1817

Sonntag, 23. Oktober 2016

Rezension: Geschichten vom Herrn Keuner von Bertolt Brecht

Rezension: Geschichten vom Herrn Keuner von Bertolt Brecht
 

Die „Inhaltsangabe“ zu Bertolt Brechts „Geschichten vom Herrn Keuner“ findet ihr oben.
In diesen Geschichten spricht Bertolt Brecht allerlei Themen. Mir persönlich gefiel es recht gut, dass so viele Themen angesprochen werden.
Ich würde diese „Geschichten“ aber nicht unbedingt als Geschichten, sondern eher als Sammlung von Aphorismen, Anekdoten, Geschichten und Sprüchen bezeichnen, denn Geschichten sind die wenigsten dieser Texte, meiner Ansicht nach. Viele der „Geschichten“ sind nur ein paar wenige Zeilen lang und dennoch recht komplex, sodass es sicherlich sinnvoll ist diese Geschichten mehrfach zu lesen. Ich habe das Gefühl, dass ich einiges besser verstehen würde, wenn ich die Texte mehrfach lesen würde. Da ich die Texte aber nur einmal gelesen habe, entging mir vermutlich einiges.
Die einzelnen Texte hängen nicht miteinander zusammen, sodass man einfach eine herausgreifen kann um diese weiter zu verwenden, aber es ist recht schwierig daraus einen großen Sinnzusammenhang zu erschließen.
Die Figur des Herrn Keuner wurde ursprünglich für einen anderen Text konstruiert, sodass diese Geschichten nur ein Auszug aus einem großen Ganzen sind, was wiederum zu dem fragmentarischen Aufbau passt, den ich oben bereits erwähnte.
Alles in allem sind diese Texte teilweise recht sinnreich, aber geben wohl mehr her, wenn man mehr von Brecht gelesen hat oder wenn man die „Geschichten vom Herrn Keuner“ mehrfach liest.

Freitag, 21. Oktober 2016

Embargo

Embargo

Embargo ist ein Substantiv, das als eine Komponente in einigen Kompositionen verwendet wird, so gibt es zum Beispiel das Kompositum Waffenembargo. Das Substantiv Embargo wird im Völkerrecht verwendet. Ein Handelsembargo ist (laut Duden-online) ein staatliches Verbot, mit einem anderen, bestimmten Staat zu handeln. Es gibt viele Synonyme für dieses Wort, die mir teilweise geläufiger erscheinen so zum Beispiel der Boykott. Ich kannte das Wort zwar, habe es aber bisher in meinem aktiven Sprachgebrauch kaum bis überhaupt nicht verwendet und wusste auch gar nicht so genau was es eigentlich bedeutet, wobei einem dieses Wort ja hin und wieder in den Nachrichten über den Weg läuft.

Mittwoch, 19. Oktober 2016

Inhaltsangabe: Doge und Dogaresse aus den Serapions-Brüdern von E.T.A. Hoffmann

Inhaltsangabe: Doge und Dogaresse aus den Serapions-Brüdern von E.T.A. Hoffmann

In E.T.A. Hoffmanns „Doge und Dogaresse“ haben wir eine mehrschichtige Erzählung. Wie immer ist die Erzählung in die Rahmenhandlung der Serapions-Brüder eingebettet, allerdings haben wir dieses Mal eine verhältnismäßig kurze zweite Erzählung, in die eine recht lange dritte Erzählung eingebettet ist.
Wir haben also auf der zweiten Erzählebene eine Ausstellung. Vor einem der Bilder stehen zwei Kunstfreunde, die sich über ein Bild unterhalten auf dem ein Doge und seine Frau die Dogaresse zu sehen sind. Der Mann ist recht alt, die Frau hingegen blutjung und schön wie ein Engel. Ein dritter Mann kommt hinzu und erzählt die folgende Geschichte: Einmal in Venedig gab es einen jungen Mann namens Antonio, der sich als Tagelöhner verdingt. Weil er so erfolgreich ist und viel Geld verdiente, wird er von Neidern verprügelt. Von einer alten, gruseligen Frau wird er gesund gepflegt, rettet den neuen Dogen, der gerade gewählt wurde vor dem Ertrinken und wird von diesem bezahlt.
Die alte Frau ist, wie sich später herausstellt, seine Amme gewesen. Diese erzählt ihm, dass seine Eltern wohl ermordet wurden, er zu dem besten Freund seines Vaters gegeben wurde, aus dessen Haus er vertrieben wird. Er kommt nach Venedig, wo er dann Jahre später von seiner damaligen Amme gefunden wird.
Als Antonio noch ein kleiner Junge war, traf er ein Mädchen namens Annunziata, die ihn vor einer Schlange rettete, die ihn beißen wollte als er schlief. Die beiden küssen sich und verlieben sich in einander.
Jahre später trifft er das wunderschöne Mädchen von damals wieder, dass er seitdem nicht vergessen konnte und es stellt sich heraus, dass auch sie ihn nicht vergessen konnte. Das Mädchen von damals ist niemand geringeres als die Dogaresse. Antonio versucht das Mädchen wieder für sich zu gewinnen, was ihm letztendlich sogar gelingt. Beide flüchten zusammen mit Antonios Amme übers Meer, das das Boot der Gruppe verschlingt und somit alle drei sterben lässt.
Am Ende kommen wir wieder zur zweiten Erzählebene, in der der Erzähler der Geschichte einfach verschwindet und die beiden Freunde ratlos zurücklässt.
Die Serapions-Brüder sind sehr begeistert von Ottmars Geschichte, denn sie sei wirklich serapiontisch.

Dienstag, 18. Oktober 2016

Steckbrief: Mutter Courage und ihre Kinder von Bertolt Brecht

Steckbrief: Mutter Courage und ihre Kinder von Bertolt Brecht

Titel: Mutter Courage und ihre Kinder (1938/39)
Autor: Betolt Brecht
Reihe: -
Originaltitel: -
Genre: Episches Theater
Verlag: Suhrkamp Verlag
Seitenanzahl: ca. 108
Erscheinungsjahr: 1973
Preis:
ISBN:
Protagonisten: Mutter Courage, ihre Tochter (Kattrin), ihr jüngster Sohn (Schweizerkas), ihr älterer Sohn (Eilif), der Feldprediger, der Koch und Yvette

Sonntag, 16. Oktober 2016

Inhaltsangabe: Der Sandmann von E.T.A. Hoffmann

Inhaltsangabe: Der Sandmann von E.T.A. Hoffmann

Diese Erzählung von E.T.A. Hoffmann findet sich nicht in den Serapionsbrüdern, aber ich las sie trotzdem, denn sie kam mir in den letzten Monaten öfter mal unter und da ich sie vor einigen Wochen relativ preiswert erstehen konnte, war es jetzt an der Zeit sie zu lesen. Die Hauptfigur Nathanael schreibt an seinen Bruder, der mit ihm gar nicht blutsverwandt ist, einen Brief, den er aber aus Versehen an seine Schwester, seine Verlobte (Nathanael und Clara sind nicht verwandt, als Nathanaels Vater starb und die Eltern von Clara und Lothar starben, wurden die beiden Kinder von Nathanaels Mutter aufgenommen) adressiert. Inzwischen studiert Nathanael ein Stück weg von seiner Heimatstadt, sodass er mit seiner Familie nur noch per Brief kommuniziert. Er schreibt Lothar, dass er einen Mann kennen gelernt hat, der ihn an den Mörder seines Vaters erinnere. Dieser Mann sei damals öfter nach hause gekommen. Immer als es neun Uhr schlug, schickte die Mutter ihre Kinder schnurstracks ins Bett, sodass sie den Besuch nie genau mitbekamen. Auf die Fragen der Kinder wer dieser Mann sei und warum sie um neun Uhr ins Bett müssten, antwortete die Mutter, dass dies der Sandmann sei.
Dieser Sandmann ist ein Bekannter von ihrem Vater und bringt diesen bei geheimen alchemischen Experimenten um. Der Mann flieht aus der Stadt und wird lange nicht mehr gesehen bis Nathanael in der Stadt, in der er jetzt lebt auf einen Mann trifft, der Wettergläser verkauft und ihn an diesen Sandmann erinnert. Clara versucht ihm begreiflich zu machen, dass das gar nicht der Sandmann sei, sodass sich Nathanael beruhigt.
Als er zurückkommt in die Stadt, in der er studiert, sieht er, dass sein Haus niedergebrannt ist. Er zieht in eine andere Wohnung, in der seine Sachen, die seine Freunde vor dem Feuer retten konnten, lagerten. Aus seinem Fenster kann er die Tochter seines Professors Olimpia sehen, welche er mit einem Perspektiv, das er von dem Wetterglasmacher gekauft hatte, beobachtet. In das Haus des Professors eingeladen und schon lange in die wunderschöne Olimpia verschossen, verfällt er ihr gänzlich und vergisst Clara und seine Verwandten. Seine Kommilitonen finden das hübsche aber sehr steife Mädchen seltsam, denn sie scheint tote Augen zu haben und wirkt kalt.
Letztendlich verfällt Nathanael dem Wahnsinn als er herausfindet, dass die Frau, die er die letzten Wochen anbetete, eine von dem Professor und seinem Freund, dem Wetterglashändler angefertigte Maschine, ein Automat, war. Er versucht sogar Clara zu töten als der Wetterglashändler in der Stadt auftaucht. Dieser scheint irgendeinen Fluch auf Nathanael gelegt zu haben.

Freitag, 14. Oktober 2016

Der Liebesdienst von Lori Foster

Der Liebesdienst von Lori Foster 
 
Jetzt erst bemerkte er seine Anspannung, weil er sich ihrer Antwort nicht sicher gewesen war. Doch so, wie sie sich an ihn klammerte, musste die Antwort wohl Ja heißen. Dennoch wollte er es hören.“ S. 152

Aus diesem Zitat kann man schon schließen, worum es in dem Roman „Der Liebesdienst“ von Lori Foster geht. Alec hat sich in Celia verliebt und hofft darauf, dass seine Angebetete ihm zusagt, dass sie ihn heiraten wird. Die beiden haben wirklich ein tolles Paar abgegeben, weil es zwischen ihnen nicht einfach war und dazu kam noch die Krimi-Note, die den ganzen Roman ein wenig auflockert. Dieses Zitat zeigt eigentlich, wie alle Romane dieser Sorte aufgebaut sind, denn der Mann, der nicht merkt, dass er sich in die Frau verliebt hat, hofft darauf, dass sie ihn heiratet und ist deshalb extrem angespannt und freut sich dann sobald sie ja sagt.
Außerdem hat mir die nonverbale Komponente in diesem Zitat gut gefallen und sie zeigt auch gleichzeitig wie Lori Foster schreibt, sie sorgt dafür, dass man einen Einblick in das Gefühlsleben ihrer Protagonisten erhält und so mit ihnen mitfühlen kann. Aber wie gesagt: Die nonverbale Komponente war echt interessant, denn Celia sagt im ersten Moment nicht ja zu Alecs Antrag, sondern klammert sich an ihn und erst danach bringt er sie dazu, ihm seinen Verdacht zu bestätigen, indem sie antwortet.
Der Humor den Alec hat, bringt Lori Foster in diesem Ausschnitt auch ziemlich gut rüber, also alles in allem ein schönes Zitat, das zeigt, wie schön ein Roman von Lori Foster sein kann.

Mittwoch, 12. Oktober 2016

Rezension: Doge und Dogaresse aus den Serapions-Brüdern von E.T.A. Hoffmann

Rezension: Doge und Dogaresse aus den Serapions-Brüdern von E.T.A. Hoffmann
 

Die Inhaltsangabe der Erzählung „Doge und Dogaresse“ aus den Serapions-Brüdern von E.T.A. Hoffmann findet ihr oben.
Was mir an dieser Geschichte sehr gut gefiel, war die verschachtelte Erzählstruktur. Auf der einen Seite verwirren die verschiedenen italienischen Namen und die Erzählebenen, denn die alte Amme Antonios bringt noch einige Anachronien und auch er bringt Anachronien als sie einander von den Teilen der Vergangenheit erzählen, an die sich der Gesprächspartner entweder nicht erinnern kann oder von der er nichts weiß.
Wie gesagt, wir haben einige italienische Namen, die ich oben gar nicht erst erwähnt habe, die nicht gerade zur Klarheit der Geschichte beitragen und ich hatte öfter mal das Gefühl, dass ich nur aufgrund des Kontextes wusste, wer der Mann mit dem italienischen Namen ist.
Was mir außerdem recht gut gefiel, war, dass wir dieses Mal nicht so viel Kunst hatte. Versteht mich nicht falsch, ich mag Kunst. Ich mag Musik, schöne Bilder, tolle Texte, aber irgendwie war es doch ein recht langweiliges bzw. unabwechslungsreiches Motiv.
Auch gefiel mir die Liebesgeschichte von Antonio und Annunziata recht gut, auch wenn beide sehr stark idealisiert dargestellt wurden. Annunziata scheint so schön zu sein, dass kein Engel schöner sein könnte, scheint gleichzeitig so unschuldig zu sein, dass kein Neugeborenes unschuldiger ist. Und dennoch liebt sie Antonio.
Antonio ist mutig, kräftig und gleichzeitig ein sehr, sehr schöner Jüngling und obwohl er einige Neider hat, ist er immer wieder erfolgreich. Das Schicksal hat ihm übel mitgespielt, aber er schlägt sich durch und er erhält, dennoch immer wieder Geld bzw. Gold von seinen Arbeitgebern.
Alles in allem gehört „Doge und Dogaresse“ aus den Serapions-Brüdern von E.T.A. Hoffmann zu den schöneren Geschichten, meiner Meinung nach, und ich empfehle diese Geschichte jetzt einfach mal weiter an jeden, der sich für semi-romantische Liebesgeschichten zwischen lange verschollenen Liebenden interessiert.

Dienstag, 11. Oktober 2016

Steckbrief: Die Automate aus den Serapions-Brüdern von E.T.A. Hoffmann

Steckbrief: Die Automate aus den Serapions-Brüdern von E.T.A. Hoffmann

Titel: Serapions-Brüder Autor: E.T.A. Hoffmann
Geschichte: Die Automate Seitenanzahl: ca. 35
Erzähler: Theodor Erscheinungsjahr: 1814

Sonntag, 9. Oktober 2016

Rezension: Der Sandmann von E.T.A. Hoffmann

Rezension: Der Sandmann von E.T.A. Hoffmann

Die Inhaltsangabe zu E.T.A. Hoffmanns Erzählung „Der Sandmann“ findet ihr oben.
Da ist bereits einige der Geschichten der „Serapionsbrüder“ von E.T.A. Hoffmann gelesen habe, hatte ich am „Sandmann“ große Freude. Viele Motive kommen einem doch aus den Serapionsbrüdern bekannt vor und im Anhang (ich habe die Suhrkamp BasisBibliothek-Ausgabe) wird sogar auf die Serapionsbrüder und das serapiontische Prinzip verwiesen. Auch hier hat man in vielen Facetten das serapiontische Prinzip wiedergefunden. Wir haben einen Automaten, der singt und musiziert und damit nicht aus sich schafft. Wir haben einen Professor, der einen Automaten, den er als seine Tochter ausgibt, den er aus sich oder zumindest in Schweiß, Blut und Tränen erschaffen hat. Wir haben einen Träumer, der durch ein Trauma in seiner Kindheit, dem Wahn und dem Wahnsinn verfällt, gleichzeitig von einem schrecklichen Mann träumt (?), fantasiert (?) oder ihn wirklich sieht und diese Erlebnisse, die er in sich sieht nach außen trägt indem er seine Erlebnisse nicht nur in Briefen an seine Familie schildert, sondern auch Gedichte darüber schreibt, die seine Verlobte so sehr verschrecken, dass sie davon laufen will.
Viel Neues habe ich in der Geschichte also nicht gefunden, aber auch hier haben wir wieder die persönliche Anrede des Autors/Erzählers, in der er den Leser direkt anspricht.
Am Anfang stehen ein paar Briefe, sodass wir sowohl die Vergangenheit, als auch die Gegenwart und die Charaktere aus diesen erfahren und so eine sanfte Einführung in diese abenteuerliche Geschichte erhalten. Auch hier verschränken sich dann die Erzählebenen ein bisschen, aber es ist kein Vergleich zu den Serapionsbrüdern, die ja von der äußeren Form her schon eine Erzählebene liefern.
Alles in allem gefiel mir diese Erzählung Hoffmanns recht gut, auch wenn das maßgeblich von meinem Hintergrundwissen beeinflusst wurde. Wie und welchen Zugang man zu den Geschichten bzw. zum „Sandmann“ findet, wenn man nicht schon andere Geschichten bzw. vielleicht sogar einen Teil der „Serapionsbrüder“ von E.T.A. Hoffmann gelesen hat, weiß ich nicht. Auf jeden Fall machen diese magisch-mysteriösen Geschichten einen Wahnsinnsspaß.

Freitag, 7. Oktober 2016

Intimfeindschaft

Intimfeindschaft

Okay, eigentlich habe ich das Wort „Intimfeind“ bzw. „Intimfeindin“ im Duden gefunden. Dort bin ich nämlich über das Wort gestolpert und war ein bisschen konfus. Für mich wirkte das Wort auf den ersten Blick wie ein Oxymoron, denn intim ist man meistens ja nur noch mit Menschen, die man mag, aber verfeindet bin ich wohl eher mit Menschen, die ich nicht wirklich leiden kann um es mal vorsichtig auszudrücken.
Als ich in dem normalen Duden nur das Wort fand, aber keine weitergehende Erklärung habe ich mal im Duden online geschaut, wo ich herausfand, was ein Intimfeind ist.
Intimfeinde sind wohl Menschen, die sich gut kennen, aber aufgrund von Konkurrenz bzw. einem unüberbrückbaren geistigen Gegnerschaft eine Feindschaft besteht.
Wenn man diese Begriffserklärung kennt, dann ist die Zusammensetzung des Wortes aber gar nicht mehr so abwegig, sondern eigentlich recht logisch.

Mittwoch, 5. Oktober 2016

Inhaltsangabe: Die Automate aus den Serapions-Brüdern von E.T.A. Hoffmann

Inhaltsangabe: Die Automate aus den Serapions-Brüdern von E.T.A. Hoffmann
 

In der Erzählung „Die Automate“ von E.T.A. Hoffmann geht es um einen Automaten, der aussieht wie ein Türke und den Menschen die Zukunft voraussagt.
Ferdinand und Ludwig hören von dem seltsamen Automaten, der sich bewegt und aus dessen Mund ein Hauch kommt, wenn er spricht und seine Orakelsprüche von sich gibt. Ferdinand bekommt einen seltsamen Orakelspruch gemacht. Der Türke scheint zu wissen, dass Ferdinand einst mit einer Gruppe unterwegs war, wo sie in einem Hotel abstiegen. In dem Hotel hört er eines nachts eine wunderschöne Frauenstimme singen.
Der Türke, so vertraut es Ferdinand Ludwig an, sagt ihm, dass er die Frau verlieren wird, sobald er sie wieder sieht. 

Die beiden Freunde besuchen den Professor, der dem Schausteller geholfen hat die Automate zu bauen, um herauszufinden, welche Geheimnis hinter dem Türken steckt. Allerdings finden sie bei ihrem ersten Besuch nichts heraus. Ferdinand wird durch einen Brief weg gerufen, geht aber davon aus, dass sein Freund weiter nach der Wahrheit sucht. Er sagt, dass er in spätestens zwei Wochen wieder zurück sein wolle. Erst Monate später erhält Ludwig einen Brief, in dem er schreibt, dass er auf seinem Weg eine Braut traf, die die schöne und begabte Sängerin war, die er einst in jener Nacht sah. Außerdem sieht er dort in der Kirche den Professor.
Relativ offen endet die Geschichte um die Automate, den Professor, Ludwig und Ferdinand.
Die Serapions-Brüder beschweren sich darüber, dass Theodors Geschichte unvollendet sei, wobei sich Theodor verteidigt, dass er es angekündigt hatte, dass seine Geschichte fragmentarisch blieb.

Dienstag, 4. Oktober 2016

Steckbrief: Ein Kuss für jedes 'Ja' von Lori Foster

Steckbrief: Ein Kuss für jedes 'Ja' von Lori Foster

Titel: Ein Kuss für jedes 'Ja' Autor: Lori Foster
Reihe: Buckhorn-Brüder Originaltitel: Gabe (2000)
Genre: Roman Verlag: CORA Verlag
Seitenanzahl: 123 Erscheinungsjahr: deutsche Erstausgabe 2001; gedruckt 2009
Preis: 5,95€ (für „Ein Traummann kommt selten allein“, „Ein echter Mann für Misty“ und „Ein Kuss für jedes 'Ja'“) ISBN: ?
Protagonisten: Elizabeth „Lizzie“ Parks und Gabriel „Gabe“ Kasper

Sonntag, 2. Oktober 2016

Inhaltsangabe: Mutter Courage und ihre Kinder von Bertolt Brecht

Inhaltsangabe: Mutter Courage und ihre Kinder von Bertolt Brecht
 

In dem Theaterstück „Mutter Courage und ihre Kinder“ von Bertolt Brecht geht es um Anna Fierling, die von allen nur Mutter Courage genannt wird. Sie ist mit ihren drei erwachsenen Kindern Eilif, Schweizerkas und Kattrin unterwegs. Sie begegnen einem Werber und einem Feldwebel, die versuchen ihre Kinder für den Krieg zu begeistern, was Mutter Courage nicht gut findet und zu verhindern versucht. Sie zieht mit ihren Kindern und ihrem Wagen umher und verkauft Waren an die Soldaten und die Bevölkerung. Um zu beweisen, dass sie ihre Kinder im Krieg fallen würden, zieht sie ihnen ihr Schicksal aus dem Hut. Dabei zieht sie für Eilif das schwarze Kreuz, das bedeutet, dass er stirbt, genauso zieht sie das Kreuz für den Schweizerkas und Kattrin. Eilif wird ihr abgeworben als sie gerade unaufmerksam ist, sodass sie ihn erst Jahre später wiedersehen soll. Beim Wiedersehen trifft sie auf den Feldprediger und den Koch, der für den Hauptmann und Eilif das Essen bereiten soll und mit dem Mutter Courage verhandelt. Außerdem lernen wir Yvette kennen, die eine eher undurchsichtige Rolle hat. Sie will sich im Krieg hocharbeiten und scheint das am Ende sogar zu schaffen.
Mutter Courage zieht mit dem Schweizerkas, welcher inzwischen auch Kriegsdienst leistet, aber nicht an der Front, sondern als Zahlmeister und Kattrin umher und sie nehmen den Feldprediger bei sich auf. Weiter erleben sie die Schrecken des Krieges, welche Kattrin körperlich zeichnen, denn sie wird überfallen und trägt eine Narbe im Gesicht davon. Kattrin ist außerdem stumm, sodass sie sich nur schwer verständigen kann. Der Schweizerkas wird von den Feinden gefangen genommen und getötet, weil er nicht sagen will wo er die Geldkassette mit dem Sold der Soldaten versteckte. Mutter Courage, Kattrin und der Feldprediger bleiben verschont, weil sie so tun als würden sie den jungen Mann nicht kennen.
Gegen Ende scheint Frieden einzukehren und die Mutter Courage geht auf den Markt um ihre Waren noch abzustoßen bevor die Preise sinken, sodass sie nicht mitbekommt wie Eilif vorgeführt wird. Er hat einem Bauern sein Vieh genommen obwohl lange Frieden war, sodass das was im Krieg hochgelobt und gefeiert wurde, eine Straftat war.
Der Koch war zuvor in das Lager der Courage und ihrer Tochter und des Feldpredigers gekommen, welcher dann, als Mutter Courage wieder zurückkommt und sagt, dass doch wieder Krieg sei, mit dieser und ihrer Tochter herumzieht. Er erbt eine Wirtschaft und will Mutter Courage mitnehmen, da sie sich dort etwas aufbauen könnten, allerdings soll sie ihre Tochter mit dem Wagen zurücklassen, sodass diese als fahrende Händlerin alleine durch das Land reisen müsste, was die Courage aber nicht machen will und kann, sodass sie mit ihrer Tochter Station auf einem Bauernhof macht. Als Mutter Courage in der nahe gelegenen Stadt ist, wird der Bauernhof überfallen und Kattrin klettert auf einen Turm um dort die Trommel zu schlagen und die Stadtbewohner vor dem Hinterhalt der Feinde zu warnen. Da die Feinde dies mitkriegen und verhindern wollen, töten sie Kattrin. Mutter Courage bleibt alleine zurück und muss fortan einsam durch das Land ziehen um ihre Waren zu verkaufen.