Freitag, 30. Dezember 2016

Belesen

Belesen 
 
Das Adjektiv „belesen“ kann unter anderem synonym zu gebildet, geistreich und sachkundig verwendet werden und bedeutet – wie man daraus vermutlich schon entnehmen kann – 'durch vieles Lesen reich an [literarischen] Kenntnissen' (laut Duden-online). Ein Mensch ist also belesen, wenn er viel liest und damit verbunden erweiterte Kenntnisse in literarischen Dingen erwirbt.
Die Wortbedeutung ist ja schon ersichtlich aus den beiden Teilen, aus denen sich das Wort zusammensetzt.

Mittwoch, 28. Dezember 2016

Inhaltsangabe: Das Fräulein von Scuderi aus den Serapions-Brüdern von E.T.A. Hoffmann

Inhaltsangabe: Das Fräulein von Scuderi aus den Serapions-Brüdern von E.T.A. Hoffmann

Diese Novelle „Das Fräulein von Scuderi“ findet man nicht nur in den Serapionsbrüdern. Es geht um das Paris des 17. Jahrhunderts. Dort geschehen regelmäßig mysteriöse Morde, die die Polizei weder verhindern noch aufklären kann. Die Menschen werden auf der Straße mit einem Dolch erstochen, der Mörder obwohl – manchmal beobachtet – kann nicht geschnappt werden, weil er immer plötzlich verschwindet, so als wäre der Täter ein Geist.
Fräulein Scuderi erhält einen Brief des Mörders und Schmuck zum Geschenk, sie ist schockiert. Cardillac, der beste Goldschmied der Stadt oder sogar ganz Frankreichs, ist der, der diesen Schmuck fertigte. Er ist zwar ein begnadeter Künstler, aber recht verschroben. Scuderi will nun zusammen mit der Mätresse des Königs die Mordfälle auflösen.
Bei einem Mord wird Cardillac, der verdächtigt wurde, der Mörder zu sein, schwer verletzt. Er stirbt noch in der Nacht, aber nicht ohne seiner Tochter, die schon lange in seinen Gesellen verliebt ist die Möglichkeit zu geben, diesen zu heiraten. Allerdings wird der Geselle verdächtigt der Serienmörder zu sein, sodass er verhaftet wird. Olivier und Madelon sind voneinander getrennt, aber Olivier, der im Gefängnis sitzt, bittet das Fräulein Scuderi um Hilfe. Olivier ist der Sohn der einstigen Pflegetochter Scuderis und sie kümmerte sich um den kleinen Olivier als er noch ein kleiner Junge war und wippte ihn auf ihren Knien. Sie möchte dem Liebespaar helfen und beschließt die Mordfälle aufzuklären um Olivier zu entlasten. Obwohl Oliviers Unschuld bewiesen ist, wird er nicht freigelassen, denn man möchte einen mutmaßlichen, mehrfachen Mörder nicht einfach auf freien Fuß setzen. Da der König half, Olivier freizulassen, äußert er den Wunsch, dass Olivier und Madelon Paris verlassen.



Dienstag, 27. Dezember 2016

Steckbrief: Vertraue nicht dem Feind von Lori Foster

Steckbrief: Vertraue nicht dem Feind von Lori Foster

Titel: Vertraue nicht dem Feind Autor: Lori Foster
Reihe: Love Undercover (Band 2) Originaltitel: Bare It All (2013)
Genre: Roman (Krimi und Romantik) Verlag: Egmont LYX
Seitenanzahl: 536 Erscheinungsjahr: 2014 (Deutsche Erstausgabe)
Preis: 9,99€ ISBN: 978-3-8025-9116-7
Protagonisten: Detective Resse Bareden mit Cash und Alice Appelton

Sonntag, 25. Dezember 2016

Inhaltsangabe: Die heilige Johanna der Schlachthöfe von Bertolt Brecht

Inhaltsangabe: Die heilige Johanna der Schlachthöfe von Bertolt Brecht

In dem epischen Theaterstück „Die heilige Johanna der Schlachthöfe“ von Bertolt Brecht geht es um die historische Figur der Jeanne d'Arc, die bei Brecht Johanna Dark heißt und bei den schwarzen Strohhüten mitarbeitet. Die schwarzen Strohhüte sind eine Hilfsorganisation, die den Arbeitslosen auf den Schlachthöfen helfen wollen. Das ganze Theaterstück spielt in Chicago, wobei es sich hauptsächlich um die Schlachthöfe dreht und damit hauptsächlich dort gespielt wird.
Einer der Gegenspieler von Johanna ist Pierpont Mauler, der einen Schlachthof besitzt und viel Geld hat. Er will sich aus dem Geschäft zurückziehen, da er das Schlachten der Tiere nicht mehr erträgt, sodass er sein Geld aus dem Geschäft zieht, was dafür sorgt, dass die Fleischpreise steigen und der Mann, dem er seine Anteile verkaufen wollte, sie nicht bezahlen will und kann.
Sobald sich der Markt einigermaßen beruhigt hat, scheint alles wieder zugrunde zu gehen. Auf den Höfen der Schlachthöfe sitzen die Arbeiter und wollen, dass die Schlachthöfe wieder eröffnet werden, sodass sie Arbeit kriegen und für ihren Unterhalt sorgen können. Johanna wird von Mauler und seinen Gefährten vorgeführt wie unmoralisch sich die hungrigen, armen Arbeiter verhalten. Johanna entschuldigt dieses Verhalten, indem sie sagt, dass sich diese Menschen nicht so verhalten würden, wenn sie mehr Geld hätten.
Johanna verliert ihre Stellung bei den schwarzen Strohhüten und muss fortan gucken wie sie alleine klarkommt und woher sie etwas zu Essen kriegt. Sie sitzt mit den anderen Arbeitern der Schlachthöfe im Kalten und im Schnee und holt sich dort eine Lungenentzündung.
Die schwarzen Strohhüte sind insolvent, sie können ihre Miete nicht mehr zahlen und müssen ihr Hauptquartier verlassen, weil Mauler, der ihnen Geld versprochen hatte, selbst Pleite ist und so ihnen die zugesagte Unterstützung verwehren muss.
Am Ende stirbt Johanna an ihrer Lungenentzündung, man drückt ihr, ihre Fahne in die Hand und deckt sie mit den Fahnen der schwarzen Strohhüte zu.

Freitag, 23. Dezember 2016

Detektiv Conana von Gosho Aoyama

Ein Detektiv, der einen Täter mit seinen Enthüllungen in den Selbstmord treibt, ist selbst nichts weiter als ein Mörder! 
Aus Detektiv Conan Band 16 von Gosho Aoyama

An diesem Zitat hat mir gut gefallen, dass man die Moral von Conan erkennt, denn er sagt Heiji, dass es nicht nur wichtig ist, dass man den Täter überführt, sondern, dass man auch gucken muss, dass der Täter nicht in Gefahr gerät dadurch und dass man es nicht nur nicht zulassen darf, dass dem Täter etwas geschieht, weil man dennoch eine Verpflichtung ihm gegenüber hat, sondern auch, dass man nicht zulassen darf, dass sich der Täter aufgrund der Schlussfolgerungen der Mörder umbringt. Diese Tatsache hat umso mehr Gewicht, da sich einmal ein Täter umbrachte, nachdem Conan beziehungsweise Shinichi ihn mit seinen Schlussfolgerungen in die Enge getrieben hatte. Ich denke, dass Conan gerade deshalb so sympathisch auf die Leser wirkt, da er seine moralischen Grundsätze hat und sich von diesen auch nicht abbringen lässt. Für ihn ist jedes Leben wertvoll, egal, ob dieser jemand ein Mörder oder ein Opfer ist, aber natürlich ist das auch ein gewisses Maß an Egoismus, denn er würde sich schuldig fühlen, wenn sich jemand umbringt, nachdem er diesen Jemand als Täter überführte. Aber vielleicht zeigen diese Schuldgefühle gerade, dass sich der Tod eines Mörders nicht mit seiner Moral vereinbaren lässt.

Mittwoch, 21. Dezember 2016

Rezension: Das Fräulein von Scuderi aus den Serapions-Brüdern von E.T.A. Hoffmann

Rezension: Das Fräulein von Scuderi aus den Serapions-Brüdern von E.T.A. Hoffmann

Die Inhaltsangabe zu der Erzählung E.T.A. Hoffmanns „Das Fräulein von Scuderi“ findet ihr oben.
Auch in dieser Erzählung finden wir wieder ein überirdisches Element, das sich dieses Mal sehr negativ äußert. Der Mörder verschwindet einfach so nach seinen Taten, Schmuck verschwindet und taucht irgendwie wieder auf. Anscheinend ist er nicht aufzuhalten, was den Menschen in Paris große Angst macht.
Das Fräulein von Scuderi hat mich persönlich an Agatha Christies Figur Miss Marple erinnert, wobei die Parallelen sehr augenscheinlich sind. Beide Frauen betätigen sich als Detektive, aber anstatt, wie es Detektiv landläufig eigentlich tun, ihre Fälle durch Laufarbeit aufzuklären, nutzen sie ihre große Kombinationsgabe und ihren Verstand, allerdings ist Miss Marple deutlich ‚jünger‘ als das Fräulein Scuderi, denn Agatha Christie ist er im späten 19. Jahrhundert geboren worden, wohingegen „Das Fräulein von Scuderi“ schon am Anfang des 19. Jahrhunderts geschrieben wurde.
Man findet auch in dieser Geschichte wieder das Element der Verwandtschaft, denn genau wie es bei Doge und Dogaresse war, ist die ‚komische Alte‘ mit dem Protagonisten durch Verwandtschaft verbunden. Das Motiv des Künstlers, der sich von seiner Kunst (obwohl sie Auftragsarbeit ist) nicht trennen und möchte die Stücke, die er fertigt nicht wieder abgeben. In dieser Affinität bezüglich der materiellen Kunststücke, finden wir den Wahnsinn, den Cardiallac umtreibt. Denn er kann ohne seine Kunst und spezielle nicht mal ohne seine Kunststücke nicht leben und muss sie sich zurückholen.
Dass dies eine Kriminalgeschichte ist, hat sie in meinen Augen echt lesenswert gemacht, nicht, dass sie es sonst nicht gewesen wäre, aber ich fand diese Geschichte wirklich interessant. Alles in allem finden wir bei Hoffmann immer wieder die gleichen Motive, aber das tut der Spannung der Geschichten keinen Abbruch und ist eher noch schön, wenn man sagt ‚ach, das kenne ich doch da und da her.‘. „Das Fräulein von Scuderi“ von E.T.A. Hoffmann finden wir auch außerhalb der Serapionsbrüder und es  ist wirklich eine schöne Geschichte, die ich sehr gerne weiterempfehle.

Dienstag, 20. Dezember 2016

Steckbrief: Vampirismus aus den Serapions-Brüdern von E.T.A. Hoffmann

Steckbrief: Vampirismus aus den Serapions-Brüdern von E.T.A. Hoffmann

Titel: Serapions-Brüder
Autor: E.T.A. Hoffmann
Geschichte: Vampirismus
Seitenanzahl: ca. 20
Erzähler: Cyprian
Erscheinungsjahr: 1821

Sonntag, 18. Dezember 2016

Rezension: Die heilige Johanna der Schlachthöfe von Bertolt Brecht

Rezension: Die heilige Johanna der Schlachthöfe von Bertolt Brecht

Die Inhaltsangabe zum Theaterstück „Die heilige Johanna der Schlachthöfe“ von Bertolt Brecht findet ihr oben.
Mir persönlich war oftmals nicht ganz klar, warum – wo ja gerade die Preise wieder runtergegangen sind und Mauler die Fleischfabrik wieder öffnen wollte – auf einmal die Preise wieder stiegen und Mauler wieder ruiniert war.
Die Tatsache, dass sich Johanna nirgendwo wirklich einfügte, bei den schwarzen Strohhüten wird sie rausgeschmissen, weil sie ihren Kollegen aufstößt, bei den Fleischern ist sie auch nicht beliebt, weil sie den Arbeitern helfen will und bei den Arbeitern ist sie auch nicht sonderlich beliebt, weil sie gegen Gewalt ist und statt ihnen Suppe zu bringen, ihnen nur Reden von Gott bringt, fand ich irgendwie komisch. So fiel es mir recht schwer mich mit der Hauptfigur zu identifizieren.
Das Ende, die Tatsache also, dass Johanna mit den Fahnen abgedeckt wird, kam mir sehr bekannt vor, denn dieses Ende haben wir auch bei Schillers „Johanna von Orleans“ und unterscheidet sich von der historischen Johanna, die meines Wissens nach, auf dem Scheiterhaufen verbrannt wurde. Natürlich ist es auch von diesem Standpunkt her interessant mal ein paar verschiedene Inszenierungen dieses Stoffes zu lesen.
Auch hier haben wir genau wie in der „Mutter Courage und ihre Kinder“ ein paar Lieder und gegen Ende sogar Reime und Verse, auch dies gefiel mir recht gut, denn Brecht schafft es mit solchen Texten immer wieder seine Stücke aufzulockern und damit Gefühle und Motive zu transportieren.
Insgesamt fand ich dieses Theaterstück von Bertolt Brecht „Die heilige Johanna der Schlachthöfe“ nicht so schön wie die „Mutter Courage und ihre Kinder“ von Brecht, aber es war dennoch ganz schön und ich kann es jedem nur empfehlen, der mal etwas von Brecht oder ein „moderneres“ Theaterstück lesen möchte.

Freitag, 16. Dezember 2016

Politisieren

Politisieren 
 
Politisieren“ ist ein Verb und bedeutet, dass jemand laienhaft über Politik spricht oder sich politisch betätigt. Es kann aber auch bedeuten, dass jemand zu politischem Bewusstsein gebracht wird oder etwas unter politischen Gesichtspunkten behandelt, das nicht in den politischen Bereich gehört (laut Duden-online).
Dieses Wort habe ich aus einem Werk (Mutter Courage und ihre Kinder) von Bertolt Brecht und es gefiel mir, obwohl ich zu Anfang wenig bis gar nichts damit anzufangen wusste, sodass ich mir vornahm es mal nachzuschlagen. Interessant, wie viele Menschen es sich trauen in der Öffentlichkeit zu politisieren.

Mittwoch, 14. Dezember 2016

Inhaltsangabe: Vampirismus aus den Serapions-Brüdern von E.T.A. Hoffmann

Inhaltsangabe: Vampirismus aus den Serapions-Brüdern von E.T.A. Hoffmann

In dieser Geschichte „Vampirismus“ von E.T.A. Hoffmann geht es um den Grafen Hyppolit, der das Haus seines Vaters erbt und umbauen lässt. Hyppolit kriegt Besuch von einer Verwandten, einer Baronin, die sein Vater nicht leiden konnte, weil sie ihm Angst machte. Er lernt auch deren wunderschöne Tochter Aurelie kennen, in die sich der Graf Hyppolit verliebt, sodass er ihr und ihrer Mutter erlaubt bei ihm im Haus zu leben. Graf Hyppolit will Aurelie heiraten, doch am Tag der Hochzeit verstirbt die Mutter, sodass die Heirate verschoben wird.
Aurelie, die sich seltsam verhält und verändert hat, erzählt ihrem Ehemann von ihrer Vergangenheit. Sie erzählt von ihrem Vater, der starb und ihrer Mutter, mit der sie daraufhin in einer kleinen, schäbigen Wohnung lebte. Aurelie und ihre Mutter führen ein tristes Leben, allerdings lernt ihre Mutter irgendwann einen – für Aurelie – gruseligen Mann kennen und die beiden verbringen viel Zeit miteinander. Mit der Bekanntschaft des Mannes wird ihre Wohnung größer und die Mutter trägt schönere Kleider, allerdings ändert sich für Aurelie nichts, denn sie wird von ihrer Mutter in ihrem Zimmer eingesperrt wenn der Mann vorbeikommt.
Der Mann will Aurelie heiraten, doch das will sie nicht, sodass sie weglaufen will. Dieser Plan wird aber vereitelt und es stellt sich heraus, dass der Mann ein gesuchter Verbrecher und Sohn des Henkers war, sodass dieser wieder verhaftet wird.
Die Baroness und ihre Tochter besuchen den Grafen Hyppolit, wodurch Aurelies Geschichte, ihre Anachronie in der Gegenwart angekommen ist. Hyppolit ist geschockt als er davon hört und hat Angst, dass die seltsamen Anwandlungen seiner Ex-Schwiegermutter und ihres Gefährten auf seine Frau abgefärbt haben könnten.
Als er eines Nachts mitbekommt wie seine Frau mit einigen Leuten auf dem Friedhof vor einer Leiche kniet, bekommt er es erneut mit der Angst zu tun und nimmt Reißaus.

Dienstag, 13. Dezember 2016

Steckbrief: Effi Briest von Theodor Fontane

Steckbrief: Effi Briest von Theodor Fontane

Titel: Effi Briest
Autor: Theodor Fontane
Reihe: -
Originaltitel: -
Genre: Roman
Verlag: Aufbau-Verlag Berlin und Weimar (1985)
Seitenanzahl: 300
Erscheinungsjahr: 1894/1895
Preis: ?
ISBN: ?
Protagonisten: Effi Briest, ihre Eltern (Herr von Briest und Luise von Briest), Geert von Instetten

Sonntag, 11. Dezember 2016

Inhaltsangabe: Effi Briest von Theodor Fontane

Inhaltsangabe: Effi Briest von Theodor Fontane

In dem Werk „Effi Briest“ von Theodor Fontane geht es um die 17-jährige Effi Briest, die mit ihren Eltern zusammen in Hohen-Cremmen lebt. Sie spielt unbeschwert draußen mit ihren Freundinnen und liebt den Garten ihrer Eltern und vor allem die Schaukel, die in diesem steht. Eines Tages kündigt sich Besuch an. Ein ehemaliger Verehrer ihrer Mutter Luise von Briest kündigt sich an. Geert von Innstetten und Effis Mutter kennen sich aus deren Jugend bzw. jungem Erwachsenenleben, allerdings entschied sich Luise für Herrn von Briest und so machte Geert alleine politische Karriere. Er sieht Effi und scheint sich in sie zu verlieben und bittet die Eltern sich mit ihr verheiraten zu dürfen. Von Innstetten ist schon Mitte 30 als er die beinahe noch Jugendliche heiratet. Effi muss sich schweren Herzens nicht nur von ihrem Umfeld, sondern auch von ihren Eltern und ihren Freundinnen verabschieden, denn sie zieht nach mehrwöchiger Hochzeitsreise mit ihrem Mann nach Kessin. Kessin ist ein kleiner Badeort an der Ostsee, in dem nicht wirklich viel los ist außerhalb der Saison, sodass sie sich langweilt. Sie findet in dem Ort keine wirklich Freunde, einzig Alonzo Gieshübler, ein Apotheker und Freund ihres Mannes, wird ihr ein Freund. Rollo, der Hund von Geert von Innstetten, ist ihr ein treuer Begleiter. Effi lernt wird recht schnell schwanger und ist froh, denn sie hofft, dass ein Kind ihr ein wenig Zerstreuung bringt. Kurz vor der Niederkunft lernt sie Roswitha kennen, die sie sogleich ins Herz schließt und als Kindermädchen einstellt. Annie, ein kleines, süßes Mädchen wir geboren und Effi langweilt sich, trotz des Kindes, in dem Haus, vor dem sie sich außerdem gruselt. In dem Haus soll der Geist eines Chinesen umgehen, zu dem es auch eine Spukgeschichte, die ihr ihr Mann erzählt, gibt.
In den Dünen am Strand und in der Plantage lebt Effi mit Major Crampas, einem Kollegen ihres Mannes, eine kurz Affäre aus. Allerdings ist sie glücklich, dass ihr Mann die Möglichkeit hat, um seine Karriere voran zu treiben, sich nach Berlin versetzen zu lassen. Effi geht nach Berlin um eine Wohnung zu finden und wird dann „krank“ um auf keinen Fall nach Kessin zurückkehren zu müssen. Geert von Innstetten kommt nach und so beginnen die beiden in Berlin einen neuen Abschnitt ihres Lebens. Sieben Jahre sind vergangen als Effi, weil sie nicht schwanger wird, für ein paar Wochen zur Kur fährt. In der Zwischenzeit, in Berlin, stürzt Annie, und weil sie so dolle blutet, soll sie verbunden werden. Die Binde ihrer Mutter ist nicht aufzufinden, sodass Roswitha und Johanna gemeinsam den Nähtisch ihrer Herrin aufbrechen und dabei die Briefe von Crampas an Effi zutage fördern. Als Baron Geert von Innstetten diese Briefe findet, fordert er seinen Rivalen zum Duell, verwundet ihn dabei tödlich und schreibt an seine Schwiegereltern was vorgefallen ist. Er kann nicht mehr mit Effi zusammenleben, trennt sich von ihr ohne sich scheiden zu lassen, auch ihre Eltern wollen nichts mehr von ihr wissen, allerdings unterstützen sie sie finanziell.
Roswitha bleibt ihrer Herrin treu und so wohnen die beiden in einer kleinen Wohnung zusammen in Berlin bis Effi, auch weil sie sich über ihren Mann und ihre Tochter aufregt, schwer krank wird und ihr Arzt ihren Eltern schreibt, dass es besser für die Gesundheit ihrer Tochter wäre, wenn sie sich in Hohen-Cremmen in der Nähe ihrer Eltern ausruhen könnte. Und so telegrafiert ihr Vater ihr nur diese zwei Worte: „Effi komm“. Die junge Frau fährt zu ihren Eltern, inzwischen sind drei Jahre vergangen und sie kuriert sich bei ihren Eltern aus. Immer wieder wird Effi krank, sodass der Arzt oftmals täglich bei ihnen ist. Am Schluss wird sie so schwer krank, dass sie dies nicht überlebt und so stirbt die junge Frau im Alter von etwa 30 Jahren in ihrem Elternhaus. Sie wird dort beerdigt, wo sie früher schon immer so gerne spielte: Im Garten ihrer Eltern. Ihr Rollo, den Geert ihr auf Bitten Roswithas geschickt hat, bleibt ihr treu und liegt oftmals neben ihrem Grabstein.

Freitag, 9. Dezember 2016

Dantons Tod II von Georg Büchner

Dantons Tod II von Georg Büchner

Wer einmal nichts hat als Verstand und ihn nicht einmal konsequent zu gebrauchen weiß oder wagt, ist ein Stümper.“ S. 51

Hier wird deutlich worum es während der französischen Revolution geht. Der Sprecher geht anscheinend davon aus, dass jeder Mensch Verstand hat, welchen aber nicht jeder gebraucht. Entweder man gebraucht ihn nicht konsequent, weil man nicht weiß wie und sich danach richtig verhält, oder man traut sich nicht, sei es weil man die Konsequenzen nicht abschätzen kann oder nicht will.
Alles in allem ein tolles Zitat, an dem man die Grundgedanken der Aufklärung gut festmachen kann und das deshalb gleich doppelt Spaß macht.

Mittwoch, 7. Dezember 2016

Rezension: Vampirismus aus den Serapions-Brüdern von E.T.A. Hoffmann

Rezension: Vampirismus aus den Serapions-Brüdern von E.T.A. Hoffmann
 
Die Inhaltsangabe zur Geschichte „Vampirismus“ von E.T.A. Hoffmann findet ihr oben.
Wir haben ein sehr düsteres Grundthema in dieser Geschichte. Die ganze Zeit ist durchaus klar, dass es ein mystisch-phantastisches Element in dieser Geschichte gibt, aber der Erzähler löst erst auf den letzten paar Seiten auf, worum es genau geht, wobei das natürlich aufgrund des Titels der Geschichte recht klar ist. Durch dieses Geheimnis, das nicht nur der Tochter und der Mutter, sondern dadurch bedingt der ganzen Geschichte innewohnt, erreicht.
Die Figuren kamen meiner Ansicht nach nicht so wirklich raus, was aber wohl mit der oben erwähnten Grundstimmung der Geschichte zu tun hat, denn durch diesen mysteriösen Anklang, den die Geschichte hat, würde es stören, wenn der Erzähler zu viel über seine Figuren bekannt geben würde.
Wir haben auch hier die wunderschöne, junge Frau, die der Protagonist heiraten will, weil sie so schön ist und nicht wegen ihres Charakters.
Ob wir hier das serpaiontische Prinzip wieder finden? Gute Frage. Ich weiß es nicht. Wir haben keinen Künstler, der irgendwas innerlich schaut und nach außen trägt, sondern nur eine sehr mysteriöse Begebenheit, dass man der Baroness schon anmerkt, dass etwas mit ihr nicht stimmt. Wobei weder dem Vater des Grafen Hypponit noch diesem genau klar ist, was mit der Frau nicht stimmt. Hypponit lässt sich von dem schönen Antlitz der Tochter der Baroness täuschen, was irgendwie ja schon serapiontisch ist, oder? Also, genau genommen wäre es anti-serapiontisch. Er sieht etwas äußerliches und überträgt das auf sein Inneres bzw. er geht davon aus, dass ihr Inneres genauso „schön“ sein muss, weil sie ja äußerlich auch schön ist.
Alles in allem haben wir mit „Vampirismus“ eine sehr düstere – vielleicht sogar mit Abstand die düsterste – Geschichte der Serapionsbrüder vor uns, die durch ihre unheimlichen, dunklen, mysteriösen Anklänge eine negative Grundstimmung inne hat. Das klingt jetzt so, als ob ich die Geschichte nicht gut fand, aber das komplette Gegenteil ist der Fall. Diese Geschichte, die nicht explizit in den Serapionsbrüdern betitelt wurde, scheint mir eine der besten Geschichten von E.T.A. Hoffmann zu sein.

Dienstag, 6. Dezember 2016

Steckbrief: Das fremde Kind aus den Serapions-Brüdern von E.T.A. Hoffmann

Steckbrief: Das fremde Kind aus den Serapions-Brüdern von E.T.A. Hoffmann

Titel: Serapions-Brüder
Autor: E.T.A. Hoffmann
Geschichte: Das fremde Kind
Seitenanzahl: ca. 55
Erzähler: Lothar
Erscheinungsjahr: 1817

Sonntag, 4. Dezember 2016

Rezension: Effi Briest von Theodor Fontane

Rezension: Effi Briest von Theodor Fontane 
 
Die Inhaltsangabe zum Roman „Effi Briest“ von Theodor Fontane findet ihr oben.
Ich muss sagen, an diesem Roman „Effi Briest“ von Theodor Fontane hing ich ganz schön lange, was aber nicht direkt an dem Roman, sondern an meiner Zeiteinteilung lag, denn dieser Roman ist, auch wenn manchmal recht langwierig, doch sehr schön geschrieben.
Von Fontane las ich bereits „Irrungen, Wirrungen“ und „Frau Jenny Treibel“, sodass mir einige Motive bekannt vorkamen. Dies ist eines der spannenden Sachen, wenn man mehrere Werke von einem Autor liest. Man erkennt Parallelen und vergleicht Aspekte aus den verschiedenen Werken. Die Themen aus „Effi Briest“ fand ich wirklich interessant. Wir finden eine junge Frau vor, die von ihren Eltern mehr oder weniger in eine lieblose Ehe gedrängt wird und dann dort, wo sie mit ihrem Mann, der mehr auf seine Karriere bedacht ist, als darauf Zeit mit seiner Frau zu verbringen, vereinsamt. Sie wird von den Umständen in eine Affäre getrieben, von der sie später sagt, dass sie den Mann auch nicht liebte. Allerdings bekommt sie Aufmerksamkeit von ihm. Auch scheint Crampas spontaner und lebendiger zu sein, was seinen Reiz für die junge Frau ausmacht. Ihr Mann bemerkt die Affäre erst, auch wenn er zuvor bereits eifersüchtig war, als er die Briefe seiner Frau bzw. die Briefe ihres Liebhabers an seine Frau findet. Er wird von den äußeren Umständen dazu getrieben, die Frau zu verstoßen, die er, wie er behauptet, noch liebt und seinen „Rivalen“, der ja eigentlich kein Rivale mehr ist, zu töten. Und gerade in dieser Konstellation erkennt man, meiner Ansicht nach, unglaublich viel Gesellschaftskritik. Effi fällt von der gehobenen Klasse immer tiefer bis sie schließlich mittellos und arm unten angelangt ist, aber damit noch nicht genug: Sie stirbt. Wenn nur eine Entscheidung anders getroffen worden wäre, wenn nur ein Detail anders gekommen wäre, dann wäre alles anders gekommen oder zumindest hätte alles anders kommen können.
Auch die recht nüchternen Enden, die wir oftmals bei Fontane finden, sind sehr interessant. In den Romanen, die ich normalerweise lese, haben wir durchweg gute Enden und vielleicht sind gerade deshalb Fontanes Romane so reizvoll für mich.
Mir fiel es oftmals schwer mit Effi mit zu fiebern, denn ich kann ihre Entscheidungen, was sicherlich auch daran liegt, dass der Roman 1894/95 geschrieben wurde, nicht nachvollziehen. Sie ergibt sich einfach in die Entscheidung, die ihre Eltern für sie bezüglich ihrer Zukunft und ihrer Ehe treffen und ist ihrem Mann für seine liebevolle, zärtliche Art gegen sie, dankbar, sodass sie ihren Mann, wenn auch nicht liebt, so doch einigermaßen respektiert und ihn sogar mag, wenn sie auch mit seine Art zu leben und seinem Charakter, der alles zu bestimmen scheint und auch ihr Leben bestimmt, nicht wirklich umzugehen weiß und ihn sich vermutlich freiwillig nicht als Gemahl ausgesucht hätte. Auch hier finden wir ein hohes Maß an Gesellschaftskritik.
Alles in allem mag ich Fontane und fand auch diesen Roman „Effi Briest“ von ihm sehr schön. Was ich bemerkenswert im eigentlichen Wortsinne fand, war, dass er manchmal einen längeren Sachverhalt in einem Nebensatz beschreibt und manchmal, gefühlte zehn Seiten Umgebungsbeschreibung liefert, sodass da eine Spannung entsteht, die sich durch den gesamten Roman zieht. Dennoch oder vielleicht auch deswegen ist „Effi Briest“ ein schöner Roman, den man zwar nicht mal eben an ein oder zwei Nachmittagen runterliest, der aber auf jeden Fall zu den schöneren Seiten der Kanonliteratur gehört und deshalb gerne und gut gelesen werden kann und darf.

Freitag, 2. Dezember 2016

Rekurrieren

Rekurrieren 
 
Das Verb „rekurrieren“ bedeutet, dass man auf etwas vergangenes verweist, also Bezug auf etwas Vergangenes oder früher Erkanntes macht. Es ist laut Kluge aus dem Französischen 'recourir' entlehnt und kommt eigentlich aus dem Lateinischen 'recurrere' und ist verwandt mit dem Kurs.
Ich finde das Verb eigentlich recht schön und könnte mir sogar überlegen, es in meinen aktiven Wortschatz zu übernehmen. In meinen passiven Wortschatz habe ich es lange übernommen, aber es ist schwierig dieses Wort täglich oder zumindest hin und wieder zu verwenden, denn es ist irgendwie nicht in jeder Standardsprache enthalten und somit schwer zu verwenden.