Mittwoch, 5. Juli 2017

Letzter Post Wilhelm Busch

Letzter Post Wilhelm Busch


Das waren nun die sechs Geschichten aus dem Sammelband von Wilhelm Busch. Es waren Max und Moritz, Maler Klecksel eine lustige Bildergeschichte, Schnurrdiburr oder die Bienen, Hans Huckebein der Unglücksrabe, Fips der Affe und seine lustigen Abenteuer und Plisch und Plum. Diese Geschichten sind eine interessante Mischung, die Themen wie Erziehung, aber auch Selbstverwirklichung und Gewalt bringen, wobei diese nicht so gut strukturiert sind wie die von Heinrich Hoffmann, welche oftmals im gleichen Atemzug genannt werden.
Die meisten der Geschichten sind auch nicht wirklich bekannt, so kannte ich beispielsweise nur Max und Moritz von Wilhelm Busch, und ein paar andere, die ich dem Wikipedia-Artikel zu ihm entnommen hatte, die aber in der Sammlung nicht vorkamen. Ich weiß nicht, wie es anderen geht, aber ich fand es ziemlich schade, dass so wenig so bekannt ist von ihm. Man merkt auf jeden Fall, dass er gerne zeichnet und malt (ich gehe einfach mal davon aus, dass die Zeichnungen von ihm sind). Die Zeichnungen sind nicht notwendig um die Geschichten zu verstehen, aber sie helfen sicherlich.
Oftmals fand ich die Geschichten nicht so witzig wie sie angepriesen waren, was vielleicht daran liegt, dass Wilhelm Busch im 19. Jahrhundert lebte und dementsprechend vielleicht einfach einen anderen Humor hatte, allerdings weiß ich nicht, wie sie damals aufgenommen wurden. Warum die Geschichten in einem Atemzug mit Heinrich Hoffmann genannt werden, liegt nahe, wenn man sich die Entstehenszeit anschaut, schließlich sind beide Autoren im 19. Jahrhundert angesiedelt.
Alles in allem ist Wilhelm Busch ein Kinderbuchautor, der Geschichten schreibt und illustriert, welche heutzutage aber nicht mehr so häufig rezipiert werden, denn sie sind nicht mehr zeitgemäß und werden wohl hauptsächlich aus sentimentalen Gründen gelesen und vorgelesen, denn viele kennen sie wohl noch aus der Kindheit und so werden sie eben an die eigenen Kinder weitergegeben, wobei die in der Sammlung verwendeten Geschichten wohl tatsächlich zu den bekannteren gehören. Unerwähnt soll hier natürlich auch nicht bleiben, dass neben der Gewalt, die ich ja bereits oben erwähnt hatte, auch Antisemitismus in seinen Geschichten durchkommt, wobei ich das selbst nicht direkt bestätigen kann, aber vielleicht kenne ich mich mit diesem Thema einfach nicht gut genug aus um die entsprechenden Formulierungen zu finden, ohne es vorher zu wissen, aber in Wikipedia wird es zumindest erwähnt. Auch, dass man Wilhelm Buschs Stil als Vorform des modernen Comics verstehen kann, wird dort erwähnt und das möchte ich auf jeden Fall bestätigen, denn hin und wieder finden sich ganz lustige, manchmal auch einfach traurige Passagen, die mit den übertriebenen Versen (die ihre Komik wohl aus den vielen betonten Silben erhalten) Komik erzeugen wollen, wobei hier keine Gedichtanalyse erfolgen soll. Ob man Wilhelm Busch mag, hängt wohl von der persönlichen Perspektive ab, aber als Literaten kann man ihn zumindest in Grundzügen weiterempfehlen und ihn zumindest mal lesen, sodass ich dies an dieser Stelle gerne mache.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen